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IEA-EBC Annex 67: Energie-flexible Gebäude

Eine Anpassung des Energieverbrauchs von Gebäuden und Gebäudeverbänden an die künftige Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern ist bei deren erwünschtem Ausbau sinnvoll und unabdingbar. Das Ziel des Annex ist, diese zukünftige Rolle der „Energie-Flexibilität“ von Gebäuden zu untersuchen und zu charakterisieren, Potenziale zu erfassen, und Regelungsstrategien anzubieten und zu testen.

Status

laufend
Start: 01.07.2015
Ende: 30.06.2019

Kurzbeschreibung

In Zukunft wird der hohe Anteil bei der Einspeisung von Erneuerbaren Energieträgern in Strom- und Wärmenetze einen Übergang von der rein am Bedarf ausgerichteten Energieproduktion („generation on demand“) zu einem an der Produktion angepassten Bedarf bzw. Verbrauch („consumption on demand“) bedingen. Das ist auch deshalb sinnvoll und notwendig, um die zwar kurzfristig vorhersagbare, aber zeitlich unbeeinflussbar erzeugte Energiemenge z.B. aus Wind- oder Solarstrom-, aber auch aus Solarthermieanlagen gezielter direkt nutzen zu können. Das entlastet die Netze, aber auch die Speichernotwendigkeiten.

Diese Anpassungsfähigkeit der Gebäude an das gerade zur Verfügung stehende Energieangebot, ihre „Energie-Flexibilität“ hinsichtlich der Netzentlastung, ist derzeit nicht leicht abschätzbar. Es gibt keine Indikatoren und keine Methodik, um ein Gebäude in Bezug auf diese „Flexibilität“ schnell charakterisieren zu können. Die Wärmespeicherkapazitäten in den Bauteilen, Anzahl und Größe von Warmwasserspeichern und Batterien, Anzahl und Ausstattung mit elektrischen Geräten und Verbrauchern wie Wärmepumpen, die jeweilig in Verwendung befindlichen Regelungssysteme u.ä. bestimmen das Potenzial der „Energie-Flexibilität“ in Gebäuden. Deren intelligente Nutzung („Smart Consuming“) verschiebt Lastspitzen und belastet die Strom- und Wärmenetze zur richtigen Zeit. Ziel ist es, genau diese zukünftige Rolle der in Erneuerbare Energie-Versorgungsnetze eingebundenen „Energie-flexiblen Gebäude“ im gegenständlichen Annex zu untersuchen und zu charakterisieren.

Gliederung des Annex, Ziele und Ergebnisse der Subtasks:

Subtask A: Definition und Rahmenbedingungen

Die Thematik der „Energie-Flexibilität“ ist ein relativ neues Untersuchungsfeld aus Sicht der Gebäudeforschung. Daher soll eine geeignete Definition und Methode zur Charakterisierung der Energie-Flexibilität in Gebäuden erarbeitet und daraus ein Vorschlag für die Verankerung in die Gebäudezertifizierung z.B. über Indikatoren gemacht werden.

Subtask B: Analysen, Lösungen und Tests

Ein Schwerpunkt, auch für Österreich, ist hier eine Potenzialerhebung der Speicherkapazitäten (aktive und passive) und der Regelungssysteme nach Gebäudetypen und Energieträger. Die Energie-Flexibilität soll darauf aufbauend für verschiedene Gebäudetypen mit Schwerpunkt Bestandsgebäude getestet, beschrieben und dokumentiert, Konzepte und Lösungen vorgeschlagen werden.

Subtask C: Demonstration und NutzerInnen-Perspektive

Diese Energie- und Regelungskonzepte sollen in echten Gebäuden oder Gebäudeverbänden untersucht und getestet, und die NutzerInnen-Motivation und Akzeptanz für diese Konzepte untersucht werden.

Am Ende des internationalen Projektes sollen die „Prinzipien der Energie-Flexibilität“ von Gebäuden in Buchform vorliegen. Zwei Tagungen, Artikel und weitere PR-Aktivitäten werden die Arbeit im Annex begleiten.

Publikationen

Wie bereiten energieflexible Gebäude die Stadt und Bewohner auf Energiewende vor? (Armin Knotzer)

Teilnehmende Staaten

Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Irland, Italien, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien

Kontaktadresse

AEE INTEC
Armin Knotzer
Feldgasse 19
A-8200 Gleisdorf

E-Mail: a.knotzer@aee.at

TU Wien
A.Susanne Metzger
Treitlstraße 1-3/183
A-1040 Wien
E-Mail: ametzger@mail.zserv.tuwien.ac.at

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