Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Mühlweg in Wien

Artikel in der Zeitschrift "nachhaltige technologien" Ausgabe 2018-3: Energieflexibilität von Gebäuden - Potenzial, Anwendung, Zukunft

Im Artikel werden Grundlagen und Wert von Energieflexiblität, Methoden zur Charakterisierung und Labeling sowie Potenziale und Beispiele dargestellt.

Bibliographische Daten

Armin Knotzer, Tobias Weiss
Herausgeber: AEE - Dachverband
Deutsch, (nachhaltige technologien 2018-3, Seite 6) 3 Seiten

Inhaltsbeschreibung

Der hohe Anteil erneuerbarer Energieträger bei der Einspeisung in Strom- und Wärmenetze macht einen Übergang von der rein am Bedarf ausgerichteten Energieproduktion ("generation on demand") zu einem der Produktion angepassten Verbrauch ("consumption on demand") notwendig.

Zur Quantifizierung der Energieflexibilität werden verschiedene Modelle vorgeschlagen. IEA EBC Annex 67 schlägt zur Harmonisierung der Methodik und zur Erhöhung der Vergleichbarkeit verschiedener Studien folgende Charakterisierung vor: Die Energieflexibilität wird entsprechend der Reaktion des "Energiesystems Gebäude" auf ein politisch, ökologisch und markttechnisch gesteuertes Signal verstanden. Mit dieser Methodik können Indikatoren für Energieflexibilität abgeleitet werden.

Die Fähigkeit von Gebäuden, das Potenzial an Energieflexibilität auszuschöpfen, hängt in hohem Maße von der gebäudetechnischen Ausstattung und der bauphysikalischen Struktur des Gebäudes ab. Bei unterschiedlichen Gebäudetypologien zeigt sich, dass Bestandsgebäude zwar einen großen Einfluss auf kurzfristig verschiebbare hohe Spitzenlasten haben, aber die Entlastung von Strom- und Wärmenetzen über mehrere Stunden nur mit Hilfe von energetischen Sanierungsmaßnahmen bzw. -strategien bis zum Plusenergiestandard funktionieren kann.

Analysen der Flexibilisierungspotenziale mittels dynamischer Gebäudesimulation in Abhängigkeit lokaler Bedingungen, des NutzerInnenkomforts, der konstruktiven, bauphysikalischen Eigenschaften, der Gebäudetechnik, der Regelungsstrategien und Speichertechnologien zeigten, dass Gebäude mit Speichern oder Gebäude mit Bauteilaktivierung höhere Flexibilität aufweisen.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse ist es wichtig, die Aufmerksamkeit neben der statischen Energieeffizienzbewertung einzelner Gebäude hin auf eine dynamische CO2- Emissionsoptimierung im übergeordneten Energienetz zu lenken. Energieflexibilität wird als wichtiger Teil der "Smartness" von Gebäuden gesehen.

In der aktuellen Erstellung eines Vorschlages der EU für einen "Smart Readiness"-Indikator wurde vom IEA EBC Annex 67 ein Positionspapier verfass, um zur Beschreibung dieser Smartness beizutragen. AEE INTEC wird gemeinsam mit einem Konsortium (17&4 Organisationsberatung, Technologieplattform Smart Grids Austria, FH Technikum Wien) einen nationalen Vorschlag für den "Smart Readiness"-Indikator erstellen.

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