IEA Struktur und Komitees

Im Folgenden wird die Struktur des IEA Energie-Technologie-Netzwerks erläutert. Es werden die unterschiedlichen Komitees, Arbeits- und Expertengruppen ausgeführt sowie die Technology Collaboration Programmes und Projekte für die konkreten F&E Aktivitäten erklärt.

Sämtliche Entscheidungen werden in der Internationalen En­ergieagentur von den Mitgliedsstaaten getroffen. Die höchste Entscheidungsebene ist der Verwaltungsrat (Governing Board), in dem die strategische Ausrichtung der IEA-Aktivi­täten festgelegt wird. Österreich ist hier durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) vertreten.

Committee on Energy Research and Technology (CERT)

Das wichtigste Gremium im Bereich Forschung und Entwicklung von Energietechnologien ist das Committee on Energy Research and Technology (CERT), in dem die Strategien der IEA im Bereich Energie­forschung formuliert und begleitet werden.

Das CERT initiiert IEA-Forschungsaktivitäten und steuert die Arbeiten in den Implementing Agreements. Zusätzlich werden begleitende Maß­nahmen wie z.B. unterstützende Kommunikationsstrategien entwickelt.

Die österreich­ischen Vertreter in diesem Gremium sind DI Michael Paula und Mag. Sabine Mitter.

Experts Group on R&D Priority Setting and Evaluation (EGRD)

Die Expertengruppe fungiert als beratendes Gremium des CERT und soll analytische Ansätze zu F&E Priori­tätensetzung, zu Implementierungs­strategien und zur Evaluierung von Forschungsprogrammen entwickeln.

Dazu werden Workshops zu bestimmten Schwerpunktthemen wie z.B. zu Energietechnologie Roadmaps organisiert, mit ExpertInnen diskutiert und in einem umfassenden Bericht dokumentiert.

Working Parties

Die unterschiedlichen Themenfelder sind in vier "Working Parties" organisiert:

  • Erneuerbare Energie
  • Endverbrauchstechnologien
  • fossile Energie
  • Fusion

Die ExpertInnen der Working Parties analysieren und bewerten die Arbeit der thematisch zugeordneten Technology Collaboration Programmes und formulieren Empfehlungen für das CERT. Österreich ist in allen außer in der Working Party "Fusion" vertreten.

Workingparty "Erneuerbare Energie"

Die Working Party "Erneuerbare Energie" betreut aktuell Technologieprogramme in den Bereichen:

Der österreichische Vertreter in der Working Party "Erneuerbare Energie" ist DI Andreas Indinger (Österreichische Energieagentur).

Workingparty "Endverbrauchs­technologien"

Die Working Party "Endverbrauchs­technologien" hat derzeit 14 Technolo­gieprogramme aus den Bereichen Gebäude, Elektrizität, Industrie und Transport über.

Gebäude

Elektrizität

Industrie

Transport

Die österreichische Vertreterin in der Working Party "Endverbrauchs­technologien" ist Mag. Sabine Mitter.

Coordination Groups Workshops

In sogenannten "Coordination Groups Workshops" werden bestimmte Technologieprogramme aus den vier Bereichen der End Use Working Party mit relevanten Technologieprogrammen anderer Working Parties und das IEA Sekretariat zusammengebracht und programmübergreifende Strategien und Themen ausgearbeitet.

Working Party "Fossile Energie"

Die Working Party "Fossile Energie" betreut derzeit folgende Technologieprogramme:

Die österreichischischen Vertreter in der Working Party "Fossile Energie" sind DI Theodor Zillner und Dr. Günther Simader (Österreichische Energieagentur).

Technology Collaboration Programms

Das Hauptinstrument für Forschung im Rahmen des Energie-Technologie-Netzwerks sind die "Technology Collaboration Programmes". In diesen multilateralen Technologieprogrammen werden Zielsetzungen und Forschungsschwer­punkte von den teilnehmenden Ländern festgelegt.

Die Länder nehmen je nach energietechnologischen Schwerpunkten an bestimmten Technology Collaboration Programmes teil. Der rechtliche Rahmen dieser Vereinbarungen ermöglicht auch die Teilnahme von Nicht-IEA Mitglieds­ländern, was die Kooperationsmöglichkeiten stark ausweitet. So sind Kooperationen auch mit stark wachsenden Volkswirtschaften wie China, Indien, Südafrika oder Mexico möglich.

Das "Tätigkeitsfeld" eines Technology Collaboration Programmes kann dabei von der Forschung bis zur Markteinfüh­rung einer neuen Technologie - z. B. durch "joint performance" reichen. Die Laufzeit der Technology Collaboration Programmes ist auf fünf Jahre begrenzt, kann aber im Anschluss um weitere fünf Jahre verlängert werden.

Jede am Technology Collaboration Programme teilnehmende Regierung nominiert ihre "Con­tracting Party", d. h. die vertragsunterzeichnende Einheit (den Staat, ein Ministerium oder eine vom Staat bestimmte Organisa­tion). Für Vertreter aus dem Bereich der Privatwirtschaft ist eine Teilnahme als "Sponsor" möglich. Die Leitung der Technology Collaboration Programmes liegt beim "Executive Komitee" (ExCo), in welches jede Contracting Party eine Vertretung und eine Stellvertretung entsendet. Ein gewählter "Chair" führt den Vorsitz.

Die Finanzierung dieser Technologieprogramme erfolgt entwe­der über das Einbringen von Leistungen durch die Partnerländer (task shared) oder indem die Länder Finanzmittel in einen "com­mon fund" einzahlen (cost shared) und Leistungen ausgelagert werden können.

Tasks & Annexe

Die eigentlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten fin­den auf Projektebene in den Tasks oder Annexen statt.

Die Partnerländer können je nach Interessenlage und Finanzierungs­möglichkeit entscheiden, an welchen Projekten sie teilnehmen wollen, wodurch eine hohe Flexibilität ermöglicht wird. Ein Partner leitet als "Operating Agent" den Task bzw. Annex.

Ein Technology Collaboration Programme besteht häufig aus bis zu 10 laufenden Tasks. In Österreich beauftragt das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) nationale ExpertInnen, Forschungs­einrichtungen und Unternehmen damit sie an den einzelnen Projekten inhaltlich mitwirken bzw. auch neue Tasks unter österreichischer Federführung initiieren.

In Österreich erfolgt die Finanzierung dieser task shared-Projekte über das Technologieprogramm "IEA Forschungskooperation". Dazu werden jährlich Ausschreibungen durchgeführt.

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