Foto: Wohnhaus der SolarCity

GEMA - Messtechnische Untersuchung von energieeffizienten Demonstrationsgebäuden

Messtechnische Untersuchung und Analyse von mindestens 10 Dienstleistungs- und Wohngebäuden in Österreich mit innovativen Technologien bzw. Gesamtkonzepten für die thermische Konditionierung und Gebäude-Energieversorgung. Die Ergebnisse dienen der Nutzung des Optimierungspotentials in energetischer, ökologischer und sozialer Hinsicht für künftige Bauvorhaben.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

In Österreich wurden in den letzten Jahren zahlreiche hochmoderne, energieeffiziente Gebäude errichtet und Bestandsgebäude saniert. Niedrigenergie- und Passivhäuser müssen sich hohen Anforderungen stellen: eine deutliche Reduktion des Energie- und Stoffeinsatzes, der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energieträger, insbesondere von Solarenergie und Erdwärme, der Einsatz ökologischer Baumaterialien, eine Erhöhung des Raumkomforts und mit der herkömmlichen Bauweise vergleichbare Kosten. Um sicherzustellen, dass die geplante energetische Performance und behauptete Nachhaltigkeit auch tatsächlich erreicht werden, wurden im Programm Haus bzw. Stadt der Zukunft bereits zahlreiche Gebäude in einer Gegenüberstellung von im Realbetrieb gemessenen Energieverbräuchen bzw. -erträgen mit den im Voraus berechneten Werten evaluiert.

Inhalte und Zielsetzungen

Das Ziel dieses Berichts war, weitere innovative energieeffiziente Gebäude in Österreich und Ergebnisse einer Gebäude-Bewertung der Öffentlichkeit vorzustellen und das Potential innovativer Gebäudekonzepte und -technologien sichtbar zu machen. Die Gebäudeauswahl fokussierte auf Dienstleistungsgebäude, deren Monitoring- und Bewertungs-Ergebnisse künftigen Bauvorhaben dazu dienen sollen, das vorhandene Optimierungspotenzial in energetischer, ökologischer und sozialer Hinsicht besser zu nutzen. Die untersuchten Gebäude waren: die Bürogebäude IZM Illwerke (Vorarlberg), Ecoport Saubermacher (Steiermark) und Fröschl Haus (Tirol), das Laborgebäude W.E.I.Z.IV (Steiermark), ein Supermarkt des Unternehmens MPREIS (Tirol), das Hotel Mondschein (Vorarlberg), das Pflegeheim Steinfeld (Kärnten), das Kultur- und Veranstaltungszentrum Hallwang (Salzburg) und das Studentenheim PopUp Dorms (Wien).

Methodische Vorgehensweise

In allen Gebäuden wurden über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten die Energiemengen für die Bereitstellung und Verteilung von Heizungswärme, Warmwasser und Kälte, der objektgebundene Stromverbrauch und gegebenenfalls Stromerzeugung mit PV-Anlagen erfasst. Die meist viertelstündliche Erfassung der Messdaten und deren Validierung erfolgten mit einer professionellen web-basierten Hard- und Softwarelösung. Das vorrangige Ziel war die Auswertung der Messdaten und Aufbereitung auf Basis von Energiekennzahlen in Anlehnung an vorliegende Leitfäden. Ebenfalls meist viertelstündlich wurden die Innenraumparameter Temperatur und relative Feuchte, teilweise auch der CO2-Gehalt der Raumluft in zumindest jeweils drei Räumen gemessen. Als Grundlage für die Interpretation der Messdaten wurde das Nutzungsverhalten beschrieben, über die Aspekte Gebäudenutzung und die Gebäude- und Haustechnik-Betriebsführung. Alle Gebäude wurden in einer Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Total Quality Building (TQB-) System nach technischen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien eingestuft.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Bei den meisten der neun vorgestellten Dienstleistungsgebäude zeigte sich in der Auswertung der messtechnischen Daten, dass die gemessenen End-Energieverbrauchswerte gut mit den im Voraus berechneten Planwerten übereinstimmen. Abweichungen gibt es naturgemäß dann, wenn die Nutzung oder auch das haustechnische Konzept in der Realität von der Planung deutlich abweichen. In den meisten Gebäuden konnten in der Betriebsführung der haustechnischen Anlagen Potentiale für Optimierungsmaßnahmen identifiziert werden. Insbesondere in den Gebäuden mit komplexeren haustechnischen Verbundanlagen bekamen die Gebäudebetreiber erstmals einen umfassenden Einblick in die Betriebsführung der Anlagen, was in zwei Gebäuden während der Projektlaufzeit zu Umbau- und Anpassungsmaßnahmen führte. Die Einstufung der Gebäude nach dem TQB-System mit Ergebnissen im Bereich größer 80% der maximal erreichbaren Punkte belegt ebenfalls die hohe Qualität und die nachhaltige Ausrichtung aller Gebäude. Die Empfehlungen an zukünftige Gebäudeplaner und -errichter beziehen sich vor allem auf die Erkenntnisse zur Betriebsführung der haustechnischen Anlagen und zur messtechnischen Untersuchung an sich.

Publikationen

Messtechnische Untersuchung von energieeffizienten Demonstrationsgebäuden

Messtechnische Untersuchung und Analyse von mindestens 10 Dienstleistungs- und Wohngebäuden in Österreich mit innovativen Technologien bzw. Gesamtkonzepten für die thermische Konditionierung und Gebäude-Energieversorgung. Die Ergebnisse dienen der Nutzung des Optimierungspotentials in energetischer, ökologischer und sozialer Hinsicht für künftige Bauvorhaben. Schriftenreihe 17/2018
M. Beermann, E. Sauper, I. Sauer, Herausgeber: BMVIT
Deutsch, 91 Seiten

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Projektbeteiligte

Projektleitung

JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

  • EUDT Energie- u. Umweltdaten Treuhand GmbH
  • DI E. Sauper Mess-, Regel- und Steuerungstechnik

Kontaktadresse

JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
DI Martin Beermann
Elisabethstrasse 18/II
A-8010 Graz
Tel.: +43 (316) 876 1434
Fax: +43 (316) 876 9 1434
E-Mail: martin.beermann@joanneum.at
Web: www.joanneum.at

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