Sanierungskonzept für das denkmalgeschützte Otto-Wagner-Areal zum Plus-Energie-Quartier

Im „Stadt der Zukunft“ Sondierungsprojekt „OttoWagner-ArealPlus“ wurde ein innovatives und gleichzeitig denkmalschutzverträgliches Sanierungskonzept zur Transformation des Wiener Otto Wagner-Areals in ein Plus-Energie-Quartier entwickelt. Das 50 Hektar Areal mit 63 Gebäuden und rund 175.000 m² BGF ist das weltweit größte zusammenhängende Jugendstil-Ensemble.

Ziel des Forschungsprojekts „OttoWagner-ArealPlus" ist die technisch-wirtschaftliche Darstellung einer komplexen Quartierssanierung am Beispiel des denkmalgeschützten Areals. Die ausgewählten Maßnahmen ermöglichen maximale Energieeffizienz gepaart mit Gewinnung und Speicherung von Erneuerbarer Energie vor Ort zur bilanziellen Deckung des Bedarfs. Das Konzept inszeniert gekonnt Energieinnovationen und schafft so eine weltweit einzigartige Metamorphose des Areals in ein „historisches Jugendstil-Plus-Energie-Quartier"– in Qualität und Dimension.

Für diese Machbarkeitsstudie wurden nicht einzelne Pavillons oder Zonen des Otto-Wagner Areals betrachtet, vielmehr wurde auf die Gesamtheit dieses denkmalgeschützten Ensembles Bezug genommen. Vor 113 Jahren entstand dieses einzigartige zusammenhängende Jugendstil-Ensemble unter einem genialen Masterplan wie aus einem Pinselstrich in nur 2 Jahren Bauzeit. Jetzt wird durch die neue Nutzung eine Anpassung der Infrastruktur erforderlich, die sinnvollerweise auch in dieser historischen gesamten Dimension gedacht, konzipiert und schlussendlich umgesetzt werden sollte.

Video: OttoWagner-ArealPlus

Die Sondierung erfolgte aufbauend in mehreren Schritten:

  • Studium von Referenzprojekten, von Campusuniversitäten und der CEU in Budapest
  • Entwicklung von Visionen für das Gesamtareal (funktionale Struktur, Erschließung, Gestaltung und Belebung des Freiraums)
  • Entwicklung von Leitdetails für mehrere Bestandsgebäude am Areal und ihrer Demonstration an Hand von Fassadenschnitten
  • Beispielhafte Adaptierungen von Pavillons für Institutsgebäude, für temporäre Wohnnutzung durch StudentInnen und MitarbeiterInnen, für Küche und für einen neuen Mensa- und Restaurantbereich
  • Technische Bestandsaufnahme der Pavillons
  • Analyse und Entwicklung von bauphysikalischen und haustechnischen Sanierungsszenarien
  • Untersuchung der Nutzung von möglichen erneuerbaren Energiesystemen
  • Durchführung von Energiebilanzierungen für das Gesamtareal
  • Durchführung von Lebenszykluskosten- und Umwelteffekt-Analysen

Ergebnisse des Sondierungsprojekts werden beim IEA EBC Technical Day am 24. Juni vorgestellt.