Foto: SOL4 Büro- und Seminarzentrum Eichkogel

ParaSol - Multifunktionale solaraktive Platz- und Straßenüberdachung Leoben

Am Use Case Leoben wird erstmals an konkreten Orten ausgelotet, welche stadträumlichen Auswirkungen, Synergie- und Energiepotentiale neu zu entwickelnde, solaraktive Platz- und Straßenüberdachungen in Form von weitgespannten Konstruktionen in Leichtbauweise im öffentlichen urbanen Raum mit sich bringen und wie sie sich auf das Stadtbild und die Stadtfunktion auswirken.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Ein beträchtlicher Anteil unserer Städte wird von Flächen des fahrenden und ruhenden Verkehrs vereinnahmt. Insbesondere Stellplatzflächen im Freien sind hochgradig unökologisch und flächenintensiv. Sie versiegeln die Böden, begünstigen das Entstehen von sommerlichen Hitzeinseln und sind fast ausschließlich monofunktional nutzbar. Zudem erzeugen sowohl ruhender als auch fahrender Verkehr Lärm und hohe Infrastrukturkosten für Instandhaltung und Pflege.

Inhalte und Zielsetzungen

Das Projekt ParaSol widmet sich dem Ziel, diese defizitären Flächen in funktional und räumlich wertvolle Stadträume zu verwandeln. Am Beispiel konkreter öffentlicher urbaner Räume in der Stadt Leoben wird untersucht, welche Effekte neu zu entwickelnde, solaraktive Platz- und Straßenüberdachungen in Form von weitgespannten Konstruktionen in Leichtbauweise auf das Stadtbild und die Stadtfunktion haben und welche weiteren Synergien, insbesondere Energiepotentiale sie mit sich bringen. Dabei werden Stellplatzflächen im Einflussbereich der Stadtgemeinde und innerstädtische Langsamfahrstrecken von Straße und Schiene einbezogen, um deren Potentiale für eine dezentrale Energieversorgung festzustellen.

Die Sondierung dient der inhaltlichen und strategischen Vorbereitung eines forschungs- und entwicklungsgeleiteten Demonstrationsprojektes. Dieses nachfolgende F&E-Projekt wird unter Einbeziehung des Werkstoffwissens in der Region mit Fokus auf Membran-, Polymer- und Dünnglastechnologien die Anwendung bestehender und neuer Material- und Photovoltaiktechnologien bzw. Technologiekombinationen in der Stadtinfrastruktur in Prototypen demonstrieren und soll in einer marktfähigen Produktentwicklung münden.

Methodische Vorgehensweise (Auszug)

Basierend auf einer interdisziplinären Grundlagenermittlung zu den konstruktiven, energietechnischen, stadträumlichen und funktionalen Erfordernissen, Voraussetzungen und rechtlichen Möglichkeiten werden die Rahmenbedingungen und Potentiale von Stadtraum und Stadtfunktion sowie von Material, Konstruktion und Energie analysiert.

Dabei wird die Anwendbarkeit vorhandener, konstruktiver und materialtechnischer Lösungen ebenso untersucht wie der Bedarf für neue Entwicklungen. Stadtraum, Stadtfunktion und Gestaltung werden schon in der Sondierung als gleichwertige umweltrelevante Faktoren miteinbezogen. Ziel ist die methodische Entwicklung von urbanen räumlichen und funktionellen Kriterien und technischen Erfordernissen als Basis zur Entscheidungsfindung und für deren Multiplizierbarkeit.

Es folgt eine mehrphasige integrative Synthese durch Feedback-Schleifen, in denen Einzelerkenntnisse unter Erweiterung der Matrix aus der Grundlagenanalyse zu transdisziplinären Potential- und Entwicklungsbeschreibungen zusammengeführt und in ExpertInnenworkshops einer externen Evaluierung unterzogen werden. Eine Handlungs- und Entwicklungsempfehlung inklusive Kriterienkatalog für das nachfolgende F&E Demoprojekt schließt das Projekt ab.

Erwartete Ergebnisse

  • Grundlegende interdisziplinäre Matrix städtebaulicher und technischer Anforderungen und Potentiale urbaner multifunktionaler Überdachungen mit Photovoltaik
  • Transdisziplinär abgestimmte und bewertete Lösungsvarianten für multifunktionale solaraktive Überdachungen im urbanen Freiraum
  • Maßnahmen- und Kriterienkatalog für nachfolgendes F&E Demoprojekt samt Roadmap
  • Konsortiumsbildung für F&E Folgeprojekt
  • Frühzeitiges Anstoßen von Planungs- und Genehmigungsprozessen für das F&E Folgeprojekt

Projektbeteiligte

Projektleitung

TU Graz - Institut für Städtebau

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

  • FH Salzburg - Smart Building & Smart Buildings in Smart Cities
  • WIL - Wirtschaftsinitiativen Leoben

Kontaktadresse

Frau Prof. Aglaée Degros
Rechbauerstrasse 12
A-8010 Graz
Tel.: +43 (316) 873-6286
Fax: +43 (316) 873-6280
E-Mail: a.degros@tugraz.at
Web: www.stdb.tugraz.at
Web: facebook.com/stdb.tugraz.at

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