Foto: Frontansicht des Bürohauses Tattendorf

OPEN HEAT GRID - Offene Wärmenetze in urbanen Hybridsystemen

Die Interaktion zwischen den Energienetzen Strom, Gas und Wärme wird sich in den kommenden Jahren verstärken; insbesondere für ein urbanes Hybridnetz ergeben sich daraus neue Herausforderungen. OPEN HEAT GRID untersucht unterschiedliche Konzepte für ein offenes Wärmenetz und leitet eine Empfehlung inklusive den damit verbundenen Ansprüchen an Gesetzgebung und Regulierung für offene Wärmenetze in urbanen Hybridenergiesystemen ab.

Kurzbeschreibung

Status

laufend

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Aktuell sind Wärme-, Strom- und Gasnetze kaum miteinander verknüpft. Neue technologische Entwicklungen ermöglichen eine enge bidirektionale Verbindung dieser Netze. Diese Hybridnetze sind aus vielerlei Hinsicht ein effizienter Weg, den durch den stetigen Umbau des Energiemarktes entstehenden Herausforderungen zu begegnen und können einen wertvollen Beitrag zu Erhöhung der Primärenergieeffizienz sowie der Vermeidung von Netzausbau leisten.

Diese Bestrebungen hin zu einem Hybridnetz stellen insbesondere urbane Energienetze vor neue Herausforderungen, da sich diese von ruralen Netzen u.a. dadurch unterscheiden, dass ihnen Energie von außen zugeführt wird (Energieschwamm) und dem Wärmeverteilnetz eine größere Bedeutung zukommt (Verfügbarkeit, Speicher).

Inhalte, Ziele und Methode

Zukünftige Hybridnetze brauchen ein neues Markt- und Regulierungs­design, da durch das Zusammenspiel bislang getrennter Netze und Märkte eine Abstimmung der Tarife erforderlich wird. Einerseits betrifft dies die vom Marktdesign her ähnlichen, aber nicht aufeinander abgestimmten Tarife im Strom- und Gasnetz. Andererseits treffen die Märkte von Strom/Gas (unbundelt, reguliert) auf ein monopolistisches Wärmenetz, in dem die dezentrale Einspeisung im Allgemeinen und die Nutzung industrieller Abwärme im Speziellen stark beschränkt sind.

OPEN HEAT GRID verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, in dem ökonomische, rechtliche, technische und technologische Aspekte berücksichtigt werden. Die methodische Basis bilden je nach Anforderung des Arbeitspakets Rechtsanalysen, Recherchen, mikroökonomische Modellierung, ExpertInneninterviews und ExpertInnenworkshops und Kosten-Nutzen-Analysen.

Angestrebten Ergebnisse und Erkenntnisse

Gemäß den Zielen - und da hier eine enge bidirektionale Verknüpfung bereits technologisch absehbar ist - wird eine Integration der Strom- und Gasnetztarife vorgenommen (Ergebnis 1). Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes wird auf die Integration von industrieller Abwärme, aber auch von dezentralen Kleinanlagen (z.B. Mikro-KWK im zukünftigen Hybridnetz) gelegt - dies erfordert eine Öffnung des aktuell monopolist­ischen Wärmenetzes, wofür eine Empfehlung für ein Konzept inkl. des rechtlich-regulatorischen Rahmens abgegeben wird (Ergebnis 2).

Für diese Gestaltung eines offenen Wärmenetzes in einem urbanen Hybridsystem werden in OPEN HEAT GRID Konzepte erarbeitet (bspw. reguliertes Netz mit Wettbewerb bei der Einspeisung, monopolseitige Abnahmeverpflichtung, privatrechtlicher Vertrag, etc.). Um eine Empfehlung abzuleiten und für dieses Anforderungen an den rechtlich-regulatorischen Rahmen festzulegen, erfolgt abschließend eine Evaluierung der zusammengestellten Konzepte.

Diese Evaluierung bezieht mit ein,

  • welche wirtschaftlichen Aspekte sich ergeben,
  • welche technischen und technologischen Entwicklungen zu erwarten sind,
  • dass die Fixkosten der Netzinfrastruktur langfristig gedeckt werden müssen,
  • welche rechtlichen/politischen Risiken die Machbarkeit einschränken,
  • welche Zielsetzungen durch die Öffnung verfolgt werden,
  • wie diese effektiv und effizient geschehen kann, und insbesondere
  • welche volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen sich ableiten lassen.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

Kontaktadresse

Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz
Dr. Andrea Kollmann
Altenberger Straße 69
A-4040 Linz
Tel.: +43 (732) 2468-5660
E-Mail: kollmann@energieinstitut-linz.at
Web: www.energieinstitut-linz.at

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