# Murau : Reallabor der Energiewende für inneralpine Regionen

Inneralpine Regionen sind reich an den natürlichen Ressourcen Wasser, Sonne, Wind und Biomasse. Im Projekt wird untersucht, wie die Region Murau eine stabile und ausfallsichere, erneuerbare 100% Region werden kann und gleichzeitig durch bedarfsgerechte Energiebereitstellung die Versorgung der Ballungszentren mit erneuerbarer Energie sicherstellen kann.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Hintergrund ist die Tatsache, dass die Umsetzung der EU-Ziele (Halbierung der Treibhausgas-Emissionen in nur 10 Jahren) und der #mission2030 (Klimaneutralität in Österreich in nur 20 Jahren) einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energieträger verlangt.

Während ein paar Prozent mehr Erneuerbare in einem System kein Problem darstellen, fordert dieser massive Ausbau intelligente Systemlösungen; sonst führen wir das Stromnetz sehr rasch an seine Grenzen.

Das zentrale Asset der Region Murau ist dabei, dass Murau heute schon drei Mal so viel erneuerbaren Strom produziert als verbraucht und schon 75% des Wärmebedarfs mit erneuerbarer Wärme gedeckt werden. Die Region wird also mit jedem weiteren Schritt all das im Realtest untersuchen können, was anderen Regionen noch bevorsteht.

Inhalte und Zielsetzungen

Mit diesem Sondierungsprojekt sollen alle notwendigen Voraussetzungen geklärt werden, wie die Region Murau - prototypisch für inneralpine Regionen - die Umsetzung der Energiewende in Österreich vorantreiben und ermöglichen kann.

Zielpunkt dafür ist nicht nur die aktuelle Vision, 100 % energiesouverän mit der Kraft der Natur zu werden, sondern darüber hinaus als Energie-Exportregion die energiehungrigen Ballungsräume mitzuversorgen, indem erneuerbarer Strom vom fluktuierenden „Problem" zur ausfallssicheren, bedarfsgerechten und steuerbaren Größe wird; für die Region selbst und Regionen mit Energiehunger - d.h. für die wachsenden Zentralräume und Städte.

Das Ziel der Klimaneutralität zu verfolgen, bedeutet, dass sich die Region Murau 24 Stunden lang, 365 Tage im Jahr erneuerbar versorgt - und das nicht nur im Strombereich, sondern auch in der Wärme und der Mobilität. Diese Systeme müssen immer stärker miteinander gekoppelt verstanden werden.

Methodische Vorgehensweise

Daher wird ausgehend von der Vision „100% real-klimaneutral und Exportregion für die Ballungsräume" gemeinsam mit regionalen und überregionalen Stakeholdern geklärt werden, wie diese Ziele tatsächlich auf Basis der realen regionalen Situation und Potentiale in der Fläche umgesetzt werden können, und zwar protypisch für alle inneralpinen Regionen. Dies erfolgt entlang von sechs Entwicklungsachsen, die letztlich die großen aktuellen Herausforderungen der Energiewende darstellen:

  1. 100% Wärmewende und Winterstrom,
  2. bedarfsgerechte Strombereitstellung und PV-Ausbau,
  3. „tankbare" erneuerbare Energieträger,
  4. Mobilitätswende durch intelligente Sektorkopplung,
  5. klimaneutrale Betriebe
  6. und - als zentrales Element für jede Region – Menschen als aktive Partner der Energiewende.

Erwartete Ergebnisse

Mit der Klärung der konkreten, aus der Kraft der Region heraus umsetzbaren Lösungen sollen prototypische Lösungen als zukünftiges Reallabor umgesetzt und dadurch die politischen Ziele der Klimaneutralität ganz konkret und nicht nur für die Region selbst unterstützt werden. Denn: Energiewende passiert jeden Tag für alle Menschen ganz praktisch - oder es bleibt eine Fiktion!

Diagramm
Übersicht der sechs Entwicklungsachsen des Reallabors (Quelle: Holzwelt Murau)

Projektbeteiligte

Projektleitung

Holzwelt Murau - Mag. Erich Fritz

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • AIT Austrian Institute of Technology GmbH
  • HyCentA Research GmbH
  • Biowärme Lachtal GmbH
  • Murauer Stadtwerke GmbH
  • Marktgemeinde Neumarkt Versorgungsbetriebsges.m.b.H.
  • Elektrowerk Schöder GmbH

Kontaktadresse

Holzwelt Murau
Mag. Erich Fritz
Bundesstraße 13a
A-8850 Murau
Tel.: +43 (3532) 20000 11
E-Mail: erich.fritz@holzwelt.at
Web: www.energieregionmurau.at