Monitoring Mehrfamilienhäuser "Tonpfeifengasse"

Messtechnische Begleitung und Bewertung der Funktionsweise von Bauteilaktivierung als Speicher für Umweltenergien am Beispiel der Wohnhausanlage Tonpfeiffengasse.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Stromerzeugung aus alternativen Energiequellen kann einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen darstellen. Aus diesem Grund wird die Leistung der Sonnen- oder Windkraftanlagen in Österreich stetig ausgebaut.

Während die Stromproduktion über fossile Brennstoffe relativ gut an den Bedarf anpassbar ist, kann Sonnen- oder Windstrom nur zu jenen Zeiten erzeugt werden, zu denen die entsprechende Energiequelle nutzbar ist.

Aufgrund des schwankenden Energiedargebots ergeben sich Erzeugungsspitzen und -engpässe. Da massiv gebaute Mehrfamilienhäuser eine hohe thermische Speicherkapazität haben und bei entsprechender Qualität der thermischen Gebäudehülle zugleich geringe Wärmeverluste aufweisen, eignen sie sich hervorragend als Energiespeicher.

Inhalte und Zielsetzungen

Bei der Wohnhausanlage „Viertelhäuser" in der Tonpfeifengasse in Theresienfeld werden thermisch aktivierte Bauteile als Energiespeicher genutzt. Ziel des Projekts ist der Nachweis, dass die vorhandene, thermische Speicherkapazität als Energiespeicher im Wohnbau erfolgreich genutzt werden kann. Durch ein umfassendes Anlagen- und Raumklimamonitoring soll die Funktionsfähigkeit der Energiespeicherung demonstriert und möglicher Weiterentwicklungsbedarf aufgezeigt werden.

Die Wohnhausanlage besteht aus vier Mehrfamilienhäusern. Um der starken Zersiedlung durch Einfamilienhäuser entgegenzuwirken, sollen die Viertelhäuser ein verdichtetes Wohnangebot schaffen. Die Gebäude verfügen über eine Gebäudehülle in Passivhausqualität. Die Wohnhausanlage besitzt insgesamt vier gleichartige Baukörper mit jeweils 500 m² BGF.

Die Wärmeversorgung der Gebäude erfolgt über zentrale Luft-Wasser Wärmepumpen, welche am Dach des jeweiligen Gebäudes situiert sind. Die Luft-Wasser Wärmepumpe deckt dabei sowohl den Heizwärmebedarf als auch den ersten Hub der Warmwasserbereitung ab.

Die Luft-Wasser Wärmepumpe wird zudem im Sommer zur aktiven Kühlung eingesetzt. Der zweite Hub der Warmwasserbereitung erfolgt mittels dezentralen Wasser-Wasser Wärmepumpen in den einzelnen Wohneinheiten.

Die Wärmeabgabe in den Wohnungen erfolgt ausschließlich über Bauteilaktivierung. Für eine gezielte Beladung der aktivierten Bauteile mit Umweltenergie ist am Dach eine Photovoltaikanlage installiert. Bei Überschussstrom aus der PV Anlage wird durch eine automatische Anpassung der Solltemperatur in den Räumen eine gezielte Beladung der aktivierten Bauteile erzielt.

Methodische Vorgehensweise

In einem zweijährigen Gebäude- und Anlagenmonitoring wird die Funktionsweise der Bauteilaktivierung als Speicher analysiert. Dabei werden für alle vier Mehrfamilienhäuser die relevanten Energieströme erfasst. Eine Detailanalyse des Raumklimas erfolgt in einem der vier baugleichen Gebäude. Hier wird zudem auch die dezentralen Warmwasserbereitung detailliert analysiert.

Erwartete Ergebnisse

Aus der messtechnischen Begleitung im Betrieb und der Bewertung der Funktionsweise der Bauteilaktivierung als Wärmespeicher, werden Erkenntnisse für nachfolgende Projekte abgeleitet. Mögliche Problemstellungen und Herausforderungen bei der Nutzung von Gebäuden als Energiespeicher werden beschrieben und gegebener Weiterentwicklungsbedarf aufgezeigt.

Projektbeteiligte

Projektleitung

DI DI Dr. Simon Handler, hacon GmbH

Kontaktadresse

hacon GmbH
Thomas-Alva-Edison-Straße 1
A-7000 Eisenstadt
E-Mail: simon.handler@ha-con.at
Web: www.ha-con.at