Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Mühlweg in Wien

Kennwerte Siedlungsbewertung – für Errichtung, Betrieb und Mobilität in klimaverträglichen Siedlungen

Entwicklung und Abstimmung von Kennwerten für die energetische und ökologische Bewertung von Siedlungen auf Basis der Schweizer 2000-Watt-Arealzertifizierung. Die Ergebnisse bilden einen weiteren Baustein zum Aufbau eines Qualitätssicherungssystems für Siedlungen ähnlich der klimaaktiv Deklaration für Gebäude bzw. der e5 Zertifizierung für Gemeinden.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Das Klimaschutzabkommen von Paris gibt dem 2-Grad-Ziel internationale Legitimität. Der Klimawandel soll auf maximal 2 Grad Temperaturerhöhung beschränkt und die dafür notwendige Reduktion der Treibhausgasemissionen durch die Unterzeichnerstaaten umgesetzt werden.

Internationale Studien gehen davon aus, dass 1 Tonne CO2 pro Person und Jahr bzw. 2000-Watt Dauerleistung pro Person nachhaltig verbraucht werden können. Die Schweiz hat das Prinzip der 2000-Watt-Gesellschaft in einigen Kommunen und Kantonen bereits als politisches Ziel beschlossen und mit unterschiedlichen Maßnahmen verfolgt.

Unter anderem wurde das 2000-Watt-Ziel auf Siedlungen umgelegt und ein eigenes Zertifizierungssystem dafür entwickelt. Die Schweiz zeigt mit den 2000-Watt-Areal-Siedlungen, wie maßgebliche Dimensionen einer nachhaltigen Stadtplanung in ein konkretes Bewertungsinstrument integriert werden können.

Inhalte und Zielsetzungen

In Österreich gibt es Bestrebungen, ein vergleichbares System zur Bewertung von Siedlungen zu entwickeln. Für die Übertragung auf Österreich fehlen nach aktuellem Stand die Grundlagen. Ein vollständiges Set an Kennwerten und deren Ausprägungen (Richtwerte), die einen zukunftsfähigen Gesamtverbrauch für Wohnen pro Person darstellen, sind nicht verfügbar.

Auf Gebäudeebene haben sich zwar am Stand der Technik orientierte Richtwerte für Einzelaspekte von Gebäuden etabliert (z.B. für den Heizwärmebedarf), große Fragen in Bezug auf umweltpolitische Zielsetzungen und die Umsetzung auf Siedlungsebene bleiben aber offen.

Nicht umgesetzt in Österreich wurde bisher der Wandel in der Betrachtung von der Fläche zur Person als Bezugsgröße sowie der integrierte Blick auf einen nachhaltigen Gesamtverbrauch, mit der Errichtung und Betrieb von Gebäuden, sowie Mobilität gemeinsam betrachtet werden.

Mit dem vorliegenden Projekt sollen die Grundlagen für die integrierte Bewertung von Siedlungen nach Schweizer Vorbild erarbeitet und die notwendigen Ziel- und Richtwerte definiert werden.

Methodische Vorgehensweise

Im Hinblick auf die Entwicklung von Richtwerten für Primärenergiebedarf und Treibhausgasemissionen sind dabei zwei große Bereiche zu bearbeiten:

  • Definition eines Gesamtenergie bzw. -emissionsziels Pro-Kopf. Was bedeutet das 2-Grad-Ziel für Österreich?
  • Definition eines vollständigen Sets an quantitativ messbaren Kennwerten und Ableitung der entsprechenden Richtwerte (auf Basis Pkt. 1) für die drei Themenfelder Errichtung, Betrieb und Mobilität. Wie hoch dürfen Treibhausgasemissionen bzw. der Primärenergieverbrauch nicht erneuerbarer Energieträger pro Person sein, um den österreichischen Beitrag zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels auf Siedlungsebene zu gewährleisten?

Erwartete Ergebnisse

Das vorliegende Projekt ist bestrebt, Antworten auf diese Fragen zu finden und damit maßgeblich zu den Grundlagen für die Entwicklung eines Bewertungssystems für Siedlungen in Österreich beizutragen.

Projektbeteiligte

Projektleitung

SIR – Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

  • IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH
  • Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH
  • Energieinstitut Vorarlberg

Kontaktadresse

Oskar Mair am Tinkhof
Schillerstraße 25
Tel.: +43 (662) 62 34 55-32, +43 (662) 62 34 55-15
E-Mail: oskar.mairamtinkhof@salzburg.gv.at
Web: www.sir.at

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