Foto: Frontansicht des Wohnhauses in der Makartstraße, Linz

BIMaterial Process-Design für einen BIM basierten, materiellen Gebäudepass

Generierung des materiellen Gebäudepass (MGP) - Dokumentation der materiellen Zusammensetzung eines Bauwerkes, die quantitative und qualitative Auskunft über die relevanten Rohstoffe in einem Bauwerk gibt. Als Information und Datenbasis für das MGP wird die Building Information Modelling Methode und ein digitales Gebäudemodell verwendet. Als Ergebnis soll ein Pflichtenheft für eine BIM-basierte MGP App geschaffen werden.

Kurzbeschreibung

Status

Laufend

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Siedlungen und Infrastrukturen stellen den größten Materialbestand in einer industriellen Volkswirtschaft dar. Forschungsergebnisse auf dem Gebiet des regionalen Stoffhaushaltes zeigen, dass diese Materialbestände für wesentliche Rohstoffe global gesehen bereits ähnlich groß sind wie die derzeit wirtschaftlich abbaubaren Primärlagerstätten. Volkswirtschaftliches Ziel muss es daher sein, dieses urbane Lager langfristig zu erhalten bzw. immer wieder zu recyceln, um den Verbrauch an Primärressourcen zu minimieren und damit auch die Importabhängigkeit zu reduzieren. Diese Strategie wird häufig mit dem Begriff des Urban Mining bezeichnet.

Der steigende Verbrauch an Baustoffen bedingt zeitverzögert einen Anstieg beim Abfallaufkommen. Nachdem Bauprodukte eine mittlere Lebenszeit von 40–50 Jahren haben, muss in den kommenden Jahrzehnten mit einem signifikanten Anstieg der Baurestmassen gerechnet werden. Das damit verbundene Deponie-Raumproblem kann nur durch hohe Recyclingraten reduziert werden. Dies erfordert wiederum eine genaue Kenntnis der materiellen Zusammensetzung der Baurestmassen, ein Wissen, das derzeit nur ungenügend (nicht ausreichend?) vorhanden ist. Die Recyclingfähigkeit ist auch vom Technologiefortschritt und den Rohstoffpreisen abhängig, so dass sie zeitlich variant ist, als auch von den konstruktiven Eigenschaften, wie Zugänglichkeit und Trennbarkeit der Bauteile/Schichten.

Inhalte und Zielsetzungen

Die frühesten Planungsphasen haben den größten Einfluss auf die Reduktion des Abfallaufkommens, die Wiederverwendbarkeit der Bauelemente bzw. die Steigerung des Recyclingpotentials durch die Wahl der Materialien, Zugänglichkeit und Trennbarkeit der Konstruktionen – daher tragen die Architekten und Planenden große Verantwortung und benötigen dementsprechende, Design-zentrische Methoden und Werkzeuge, welche die Erstellung und Optimierung des Rückbau-Konzepts bereits in der Entwurfsphase ermöglichen würden.

Ziel des Projektes ist es, durch die Anwendung der neuen digitalen Werkzeuge, so wie BIM (Building Information Modelling) die automatisierte Erstellung eines Materiellen Gebäudepasses, als Dokumentation der materiellen Zusammensetzung eines Bauwerkes, die quantitative und qualitative Auskunft über die relevanten Rohstoffe in einem Bauwerk gibt, zu entwickeln.

Methodische Vorgehensweise

Im Laufe des Projektes wird eine Methodik entwickelt, welche die digitale Gebäude-Modellierung (Building Information Modelling - BIM) für die Schaffung der geeigneten Daten-Basis für die Erstellung des MGP als Planungs-Optimierungswerkzeug; sowie eines Rückbaukonzepts bereits in den Entwurfsphasen verwendet. Durch die Schaffung eines Regelwerks mit Anforderungsparametern (Rule Sets) wird die Generierung einer MGP-Dokumentation mittels bestehender BIM Software ermöglicht.

Erwartete Ergebnisse

Als Endergebnis soll ein Pflichtenheft für die Erstellung eines BIM-basierten MGP App vorliegen. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass das Vorhandensein eines MGP kurzfristig eine Grundvoraussetzung für die Optimierung der Planung ist und langfristig effektives Recycling ermöglicht, speziell wenn man die zunehmende materielle Komplexität heutiger Bauwerke bedenkt.

Die Existenz eines MGP um ein Rückbau-Konzept ergänzt sollte daher zukünftig Standard für zertifizierte Gebäude werden und in weiterer Folge dem Aufbau eines Sekundär-Rohstoffkatasters, der in Ergänzung des ö. Rohstoffplans gesehen werden muss, dienen.

Projektbeteiligte

Projektleitung

  • Ass.-Prof. Dr. DI Arch. Iva Kovacic, Institut für interdisziplinäres Bauprozessmanagement, TU Wien

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

  • TU Wien, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft (TU-FAR)

  • ATP Sustain

  • A-NULL Bausoftware

Kontaktadresse

TU Wien, Institut für interdisziplinäres Bauprozessmanagement
Iva Kovacic
Karlsplatz 13/e234-2
A-1040 Wien
Tel.: +43 (0)1 58810 21526
E-Mail: Iva.kovacic@tuwien.ac.at
Web: www.industriebau.tuwien.ac.at

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