50 grüne Häuser - Entwicklung und Demonstration eines Low-Tech-Grünfassadensystems

Entwicklung einer kostengünstigen gewerke- und prozessübergreifenden All-In Gebäudebegrünung inkl. Wartungskonzept ("Greening-Toolkit") zur breiten (vor allem straßenseitigen) Implementierung auf Fassaden im städtischen Bestand, kombiniert mit einer Prozessinnovation zur Vereinfachung aller notwendigen Abstimmungsprozesse.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Trotz des theoretisch hohen Umsetzungspotenzials von Grünfassaden im Gebäudebestand existiert bis heute noch keine kostengünstige, einfach umsetzbare gesamthafte Lösung für die straßenseitige, öffentlich wirksame Nachrüstung von Bestandsimmobilien.

Die Umsetzung von Grünfassaden wird zudem durch komplizierte und langwierige Abwicklungs- und Genehmigungsprozesse innerhalb des Gebäudegemeinschaft und der Verwaltung erschwert. Das Genehmigungsverfahren für Grünfassaden der Stadt Wien dauert derzeit im Durchschnitt über ein Jahr, und führte dazu, dass 2017 nur eine einzige Grünfassade gefördert wurde (Quelle: MA42).

Inhalte und Zielsetzungen

Im Rahmen von "50 grüne Häuser" wird erstmals - in Abstimmung mit der Stadt Wien - eine integrierte Kombi-Lösung als One-Stop-Shop entwickelt. Diese besteht aus einem Greening-Toolkit, einer einfachen, kostengünstigen, breit implementierbaren Pflanzentrog-Lösung mit Rankhilfen und Wartungskonzept, die für die Spezifika des Bestandes ausgelegt ist, und einem innovativen webbasierten Partizipationsinstrument, um Stadtverwaltung, EigentümerInnen und BewohnerInnen einzubinden und zu begleiten. 

Methodische Vorgehensweise

Erprobt wird diese Innovation in einem Co-Creation-Prozess mit 50 Demo-Gebäuden in Innerfavoriten, dem Zielgebiet des Innovationslabors GrünStattGrau. Rechtliche Fragestellungen werden durch einen Rechtsexperten geklärt und Musterverträge erstellt.

EigentümerInnen und BewohnerInnen können sich für das Vergabesystem im webbasierten Partizipationsinstrument für ein Greening-Toolkit bewerben. Sie bekommen im ersten Schritt einen Link für das interaktive Formulartool zur Einreichung zugesendet. Gemeinsam mit Kontaktdaten und weiteren Informationen zur Liegenschaft geben InteressentInnen die Standortdaten für den Wunsch des Greening-Toolkits an. Auf einer interaktiven Map wird das Interesse im Anschluss automatisiert dargestellt.

Nach Aufstellung und Vergabe der Greening-Toolkits können mittels Monitoring die messbaren sozialen und (vegetations-)technischen Auswirkungen der Gebäudebegrünung im Zielgebiet Innerfavoriten erhoben werden und liefern wissenschaftlich belegbare Daten für EntscheiderInnen, Bauherren, PlanerInnen und Bauträger.

Das sozialwissenschaftliche Monitoring wird über das integrierte Umfragetool zu verschiedenen Zeitpunkten im Projektablauf mit konkreten quantitativen Befragungen durchgeführt. Das bau- und vegetationstechnische Monitoring wird mit Hilfe von Toolkits, welche nach Kriterien der Bautype, Exposition und Bepflanzung ausgewählt werden, durchgeführt. Dabei werden die Vegetationsentwicklung, Pflege, Nährstoffzufuhr und Wasserbedarf beobachtet.

Erwartete Ergebnisse

Abschließend wird auf Basis der Erkenntnisse aus dem Projekt für "50 grüne Häuser" ein grundlegendes, multiplizierbares Businessmodell entwickelt, das auf andere Stadtgebiete und Städte übertragbar ist.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Victoria Hala, MSc., tatwort Nachhaltige Projekt GmbH

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

  • GrünStattGrau Forschungs- und Innovations GmbH
  • Die Wiener Volkshochschulen GmbH – DIE UMWELTBERATUNG
  • Wiener Umweltschutzabteilung (MA22) der Stadt Wien
  • Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Department für Bautechnik und Naturgefahren, Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau (IBLB)

Kontaktadresse

tatwort Nachhaltige Projekt GmbH
Haberlgasse 56/17
A-1160 Wien
Tel.: +43 (1) 409 55 81
Fax: +43 (1) 409 55 81 - 20
E-Mail: tatwort@tatwort.at
Web: www.tatwort.at

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