IEA Users TCP: Soziale Lizenz zum Automatisieren

In diesem Annex werden internationale Demand Side Management-Projekte analysiert, in denen KundInnen automatisiert angesteuert werden oder sich selber über Preissignale kurzfristig an Preisänderungen anpassen können. Dabei werden die wichtigsten sozialen, organisatorischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Parameter für eine erfolgreiche Kundenbindung in den teilnehmenden Ländern identifiziert und untersucht, wie das Vertrauen der EndkundInnen aufgebaut und erhalten werden kann.

Kurzbeschreibung

Im Vorgänger-Projekt IEA DSM Task 17 lag der Fokus auf der technischen und ökonomischen Integration von Demand Side Management von Prosumern. Darauf aufbauend wird in diesem Task der Fokus auf die Einbindung der EndkundInnen gelegt. Die Akzeptanz der betroffenen BürgerInnen und BedarfsträgerInnen ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung von DSM Technologien. Dies ist umso kritischer, als reine finanzielle Incentives nicht für eine breite Beteiligung ausreichen. Bisher gibt es dazu noch keine vergleichende internationale Übersicht zum entsprechenden Kenntnisstand. Des Weiteren liegt noch keine Analyse zum Vergleich von Ländern und entsprechenden Unterschieden bei der technischen Implementierung und der Einbindung von BürgerInnen in automatisiertes DSM vor.

Im Rahmen dieses Projekts wird ein wissenschaftlich fundiertes Konzept zur Erhebung von Informationen und Faktoren erarbeitet, die für die Erhöhung der Akzeptanz und damit für die Erteilung einer „Social License" für eine automatisierte Verbrauchsflexibilisierung relevant sind.

In Sub-Task 1 „Gemeinsames Template für die soziale und technische Analyse" wird unter der Leitung des AIT eine Methodik konzipiert, welche im Laufe des Projekts in allen Ländern verwendet wird. Dieses Template, welches zu einer konsistenten Erhebung relevanter Daten beiträgt, wird im Rahmen der österreichischen Beteiligung erstellt.

In Sub-Task 2 „Desktop- und Case Study-Datenerfassung und -analyse" werden herausragende Projekte und bereits veröffentlichte Berichte aus unterschiedlichen Ländern ausgewählt. Anhand der in Subtask 1 entwickelten Methodik werden relevante Informationen eingeholt und verarbeitet. Beitrag des österreichischen Teilprojekts: Die Daten werden für österreichische und ausgewählte internationale Projekte gesammelt und die Vorlage als Basis für die Analyse ausgefüllt.

In Sub-Task 3 wird eine Analyse zum „Verständnis von Zustimmung und Vertrauen in die Automatisierung: soziale, wirtschaftliche, institutionelle und technische Dimensionen" durchgeführt. Es werden dabei die Faktoren für eine erfolgreiche Implementierung von Automatisierungs-Services anhand der analysierten Fallstudien ermittelt. Im Rahmen der österreichischen Beteiligung werden Akzeptanzfaktoren analysiert, wobei insbesondere auf das Wechselspiel der User Experience, den Interaktionsmöglichkeiten für die BenutzerInnen sowie Technologieakzeptanzkonzepten (TAM) und Geschäftsmodellen Wert gelegt wird.

In Sub-Task 4 werden individuelle Länderprofile erarbeitet. Hierbei werden die wichtigsten Faktoren aufgezeigt, die in Zukunft für KundInnen und Projektverantwortliche entscheidend sind. Beitrag des österreichischen Teilprojekts: Es wird das Länderprofil für Österreich erarbeitet.

Regina Hemm und Lisa Diamond, AIT Austrian Institute of Technology GmbH, beim IEA Vernetzungstreffen am 29. September 2021

Kurz-Präsentation von Regina Hemm beim IEA Vernetzungstreffen 2020

Publikationen

Teilnehmende Staaten

Australien (Leitung), Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz

Kontaktadresse

Tara Esterl, Peter Fröhlich
AIT Austrian Institute of Technology
Giefinggasse 6, 1210 Wien
E-Mail: tara.esterl@ait.ac.atpeter.froehlich@ait.ac.at