Treibhausgas-Forschungsprogramm der Internationalen Energie Agentur (IEA GHG TCP)

Das GHG Programm untersucht und evaluiert technologische Entwicklungen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen bei der Nutzung fossiler bzw. biogener Energieträger (Carbon Capture Usage and Sequestration) und der Entfernung von Kohlendioxid-Emissionen aus der Atmosphäre (Carbon Dioxide Removal).

Kurzbeschreibung

Das IEA Greenhouse Gas R&D Programme (IEA GHG) ist ein internationales, wissenschaftlich ausgerichtetes Forschungsnetzwerk, das seit 1991 die Entwicklung, Bewertung und Verbreitung von Technologien zur Abscheidung, Nutzung und geologischen Speicherung von Kohlendioxid (CCS/CCUS) vorantreibt. Das IEA GHG Netzwerk vereint öffentliche Verwaltung, Industrie und führende Forschungspartner in einer rechtlich autonomen, fachlich unabhängigen Struktur, um evidenzbasierte Analysen und praxisnahe Empfehlungen bereitzustellen.

Inhaltlich deckt das IEA GHG die gesamte Wertschöpfungskette von CCUS ab: von der CO₂ Abscheidung in der Industrie und im Energiesektor über Transport (vor allem Pipelines) bis hin zur sicheren, dauerhaften Speicherung in salinen Aquiferen und erschöpften Lagerstätten sowie Querschnittsthemen wie Monitoring, Risiko und Kostenmanagement, Regulierung und gesellschaftliche Akzeptanz. Auch die Nutzung von CO₂ wird adressiert, etwa durch die Bewertung von Technologien zur stofflichen oder energetischen Verwertung, wie chemische Umwandlung in Kraftstoffe, Mineralisierung oder Einsatz in industriellen Prozessen. Diese Breite spiegelt sich in den peer reviewten technischen Berichten und Reviews wider, die regelmäßig veröffentlicht werden und als internationale Referenz gelten. Jüngere Beispiele reichen von Analysen der Betriebszuverlässigkeit für Transport und Speicherbetrieb über Wirtschaftlichkeitsbewertungen bis zu Workshop Ergebnissen über KI in CCUS.

Neben Publikationen koordiniert das IEAGHG internationale Expert:innen‑Netzwerke (u. a. Monitoring, Risk Management, Costs), in denen Best‑Practice aus der Projektpraxis synthetisiert und weiterentwickelt wird. In kombinierten Netzwerktreffen werden aktuelle Herausforderungen wie Leckagedetektionen an Altbohrungen, Druckmanagement, Fehlerstrukturen und neuartige Monitoringlösungen diskutiert – einschließlich Schnittstellen zur Versicherbarkeit von CO₂‑Speicherprojekten.

Als Plattform für Wissenstransfer organisiert das IEA GHG zudem Konferenzen und Workshops, etwa die Reihe Post‑Combustion Capture Conference (PCCC), die technologische Fortschritte in der Nachverbrennungsabscheidung bündelt und Akteur:innen aus Industrie, Forschung und Behörden zusammenführt. Das Programm deckt von Ab- und Adsorbentien sowie Membranen über großtechnische Demonstrationen bis zu techno‑ökonomischen Bewertungen ein breites Spektrum ab.

Besondere Sichtbarkeit erzielt das IEA GHG mit der International CCS Summer School, einer einwöchigen Intensiv‑Weiterbildung für Master‑/PhD‑Studierende und Berufseinsteiger:innen. 2026 findet sie in Kopenhagen statt (hosted by INNO‑CCUS) und bietet Vorlesungen, Panels, Gruppenarbeiten, Exkursionen sowie Karrieresessions über alle Aspekte der CCUS‑Kette – bei Übernahme von Unterkunft und Verpflegung durch Gastgeber und Sponsor:innen. Die Teilnahme stärkt die nächste Generation von Fachleuten und schafft ein weltweites Alumni‑Netzwerk.

Methodisch zeichnet sich das IEA GHG durch objektive, extern begutachtete Studien, die „policy‑relevant, aber nicht policy‑prescriptive" sind und mit klarer Trennung von Forschungserkenntnissen und politischen Positionierungen aus. Damit schafft das Programm belastbare Entscheidungsgrundlagen für Projekte, Regulierungsbehörden und Investoren – von der Datengrundlage für Kostenmodelle bis zu Genehmigungsfragen im Offshore‑Kontext (mit Verweis auf die London‑Konvention bzw. dem London‑Protokoll).

In Summe vereint das IEA GHG wissenschaftliche Tiefe mit industrieller Praxisnähe und internationaler Vernetzung. Durch seine Publikationen, Netzwerke, Veranstaltungen und Ausbildungsangebote beschleunigt es die Umsetzung von CCUS – mit dem Ziel, Emissionen messbar zu senken, Skalierungsbarrieren zu überwinden und robuste, gesellschaftlich akzeptierte Pfade zur Dekarbonisierung zu etablieren.

Die Laufzeit des IEA GHG geht von Dezember 2021 bis November 2026 (Phase 8). Phase 9 wird vorbereitet (Laufzeit: Dezember 2026 bis November 2031).

Publikationen

Jahresberichte

Technische Berichte 

2025

2024

2023

2022

2021

bis 2020

Berichte, Zusammenfassungen und Informationspapiere

News & Insights

Anmeldung für periodische Informationen auf der IEA GHG-Website

Teilnehmende Staaten

Australien, Dänemark, Europäische Kommission, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Kanada, Korea, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Südafrika, USA

Neben den angeführten Mitgliedsländern nehmen die folgenden Mitgliedsorganisationen an diesem TCP teil: Baker Hughes, Chevron, CIAB, Drax, Ecopetrol, ENI, EPRI, Equinor, ExxonMobil, GE Vernova, Heritage Petroleum, Institut Teknologi Bandung, Instituto Investigaciones Electricas, J Power, JGC, Jülich Forschungszentrumm, Oxy, RWE, Shell, Sotacarbo, Southern Company, Total Energies

Kontaktadresse

Österreichischer Vertreter im Exekutivkomitee

DI Arno Gattinger
Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI)
Abteilung Energie- und Umwelttechnologien
Radetzkystraße 2
A-1030 Wien
E-Mail: Arno.Gattinger@bmimi.gv.at

Stellvertretung im Exekutivkomitee

DI Dr. Günter Simader
Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA)
Mariahilfer Straße 136
A-1150 Wien
E-Mail: guenter.simader@energyagency.at