IEA EBC Annex 68: Raumluftqualitätsoptimierte Planung und Betriebsführung von energieeffizienten Wohngebäuden

Im Rahmen dieses Projekts wurden die wissenschaftlichen Grundlagen und Daten für eine gekoppelte Berechnung und Bewertung der Raumluftqualität und der Energieeffizienz von Wohngebäuden erarbeitet. Es wurden Bewertungsmetriken und detaillierte Luftschadstoffmodelle entwickelt und in die Gebäudesimulation integriert, um Hinweise für Planung und Betrieb von energieeffizienten Wohngebäuden abzuleiten.

Kurzbeschreibung

Eine energieeffiziente Bauweise stellt einen wesentlichen Hebel für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors und somit einen wichtigen Beitrag für die Erfüllung der Klimaschutzziele dar. So eine Bauweise erfordert eine luftdichte Gebäudehülle, sodass das Thema Raumluftqualität bei der Planung und Betriebsführung von energieeffizienten Gebäuden unbedingt berücksichtigt werden muss. Jedoch wird, meist aufgrund ökonomischer Überlegungen, dieser Aspekt gerade im Wohnbau oft vernachlässigt. Es besteht ein Bedarf an Produkt- und Konzeptinnovationen und an ganzheitlichen und handhabbaren Bewertungsmethoden, um hohe Raumluftqualität, Komfort und Energieeffizienz bei niedrigen Kosten für den Wohnbau (Neubau und Sanierung) bereitstellen zu können.

Die Ergebnisse dieses Projekts sollen dazu beitragen, dass die Planung und Betriebsführung von energieeffizienten Wohngebäuden auch in Hinblick auf ein gesundes Innenraumklima optimiert werden können. Ziel dieses Projekts war es, die wissenschaftlichen Grundlagen und Daten für eine umfassende Bewertung der Raumluftqualität und der Energieeffizienz zu erarbeiten, um mögliche Lösungsansätze für die Erfüllung der genannten Ansprüche (hohe Raumluftqualität, Komfort und Energieeffizienz bei niedrigen Kosten) zu evaluieren.

Dazu wurden Bewertungsmetriken entwickelt, Modelle und Daten für die Beschreibung von Schadstoffquellen generiert, Modellierungswerkzeuge zur gekoppelten Berechnung von Energieeffizienz und Raumluftqualität erprobt bzw. weiterentwickelt, sowie Feldmessungen durchgeführt bzw. existierende Feldstudien dokumentiert. Diese Grundlagen wurden genutzt, um Strategien und Methoden für eine optimierte Planung, Ausführung und Betriebsführung von energieeffizienten Lüftungssystemen von Wohngebäuden zu untersuchen und zu bewerten.

Neben der Vernetzung und dem Wissenstransfer mit den internationalen Projektpartnern verfolgte der österreichische Beitrag das Ziel, eine detaillierte Raumluftqualitätsbewertung in möglichst einfacher Form mit bestehenden Simulationswerkzeugen zu erproben und damit innovative Lüftungskonzepte zu untersuchen. Konkret wurden darin die Schadstoffe Formaldehyd (temperatur- und feuchteabhängig) und Feinstaubpartikel (größenabhängig) in der Gebäudesimulation modelliert, um die erweiterte Kaskadenlüftung und das Prinzip der aktiven Überströmung zu bewerten. Es zeigte sich, dass diese Lüftungskonzepte in Bezug auf Formaldehyd und Feinstaub insgesamt ähnlich gut wie eine Standard-Wohnraumlüftung abschneiden. Einzige nennenswerte Unterschiede: bei der erweiterten Kaskadenlüftung ergaben die Simulationen etwas höhere Formaldehyd-Konzentrationen im Wohnzimmer. Diese waren aber noch deutlich unterhalb des österreichischen Richtwertes. Die aktive Überströmung zeigte im Vergleich zur Standardlüftung etwas höhere Feinstaubwerte im Schlafzimmer, aber deutlich niedrigere Werte im Vergleich zu einer Abluftanlage (Diese ist stark von der Außenluftbelastung abhängig). Diese und weitere Optimierungsansätze für die Wohnraumlüftung, welche im Rahmen des internationalen Projekts untersucht wurden, sind im „Subtask 4 Bericht" zusammengefasst.

Projekt-Bilder

Nutzungshinweis: Die unter Projekt-Bilder aufgelisteten Bilder stammen aus den Projekten, die im Rahmen der Programme Stadt der Zukunft, Haus der Zukunft und IEA Forschungskooperation entstanden sind. Sie dürfen unter der Creative Commons Lizenz zur nicht-kommerziellen Nutzung unter Namensnennung (CC BY-NC) verwendet werden.

Publikationen

IEA Energie in Gebäuden und Kommunen (EBC) Annex 68: Raumluftqualitätsoptimierte Planung und Betriebsführung von energieeffizienten Wohngebäuden

Im Rahmen dieses Projekts wurden die wissenschaftlichen Grundlagen und Daten für eine gekoppelte Berechnung und Bewertung der Raumluftqualität und der Energieeffizienz von Wohngebäuden erarbeitet. Es wurden Bewertungsmetriken und detaillierte Luftschadstoffmodelle entwickelt und in die Gebäudesimulation integriert, um Hinweise für Planung und Betrieb von energieeffizienten Wohngebäuden abzuleiten. Schriftenreihe 20/2022
G. Rojas, T. Calabrese, A. Shandilya, R. Pfluger
Herausgeber: BMK
Deutsch, 79 Seiten

Downloads zur Publikation

Hohe Raumluftqualität für energieeffiziente Gebäude ohne „Performance Gap" (Gabriel Rojas)

Proceedings from 36th AIVC Conference - Effective ventilation in high performance buildings. Madrid 2015. pp 350-387.

Berichte

Journalpublikationen

Konferenzbeiträge

Webinare

Folgeprojekt

IEA EBC Annex 86 - Energy Efficient Indoor Air Quality Management in Residential Buildings

Dieses Projekt kann als Nachfolger zum Annex 68 gesehen werden und widmet sich dementsprechend dem Thema Raumluftqualität in energieeffizienten Wohngebäuden.

Teilnehmende Staaten

Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Korea, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Tschechische Republik, Vereinigte Staaten von Amerika, Vereinigtes Königreich

Kontaktadresse

AB Energieeffizientes Bauen, Universität Innsbruck
Gabriel Rojas
Technikerstr. 13
6020 Innsbruck
E-Mail: gabriel.rojas-kopeinig@uibk.ac.at
Website: http://www.uibk.ac.at/bauphysik/