IEA Bioenergy Task 40: Bereitstellung von biobasierten Wertschöpfungsketten (Arbeitsperiode 2022 - 2024)
Kurzbeschreibung
Ziele
Im IEA Bioenergie Task40 Projekt fokussieren wir auf die Rolle von Infrastrukturen und Märkten für die nachhaltige, leistbare und zuverlässige Bereitstellung von Biomasse. Mit der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt vom internationalen Bioenergiehandel hin zu integrierten Versorgungsnetzwerken im Kontext der Kreislaufbioökonomie. Zentrale Fragen sind: Wie können Bereitstellungsstrukturen für Lebensmittel, Materialien, Bioenergie und andere erneuerbare Energien koordiniert geplant werden? Und welchen Mehrwert bietet eine solche Systemintegration für Effizienz, Resilienz und Nachhaltigkeit?
Inhalte und Aufgaben
Zur strategischen Neuausrichtung des Tasks initiierte die österreichische Delegation die BioSyn-Initiative. Ziel war es, Synergien zwischen Bioenergie, Ökosystemdienstleistungen und biobasierten Wertschöpfungsketten zu identifizieren, Integrationsfolgen zu analysieren und Synergieeffekte zu quantifizieren. Die Initiative umfasste systemische und prozesstechnische Ansätze, unterstützt durch interdisziplinäre Workshops, Fallstudien und Publikationen. Besondere Schwerpunkte waren die Entwicklung von Bewertungsrahmen für Integrationsdynamiken und die Analyse innovativer Technologien wie Bioraffinerien sowie flexibler Netzwerke für Biomasseressourcen. Internationale Kooperationen mit anderen IEA Tasks und Horizon Europe Projekten bildeten die Grundlage für diesen ganzheitlichen Ansatz.
Ergebnisse
Die BioSyn-Initiative verdeutlicht, dass Systemintegration nicht nur Effizienzsteigerungen und neue Ressourcenflüsse ermöglicht, sondern auch die Zuverlässigkeit und Resilienz von Versorgungsstrukturen stärkt. Neben technischen Vorteilen schafft die Integration auch gesellschaftliche Mehrwerte, etwa durch Beteiligungsstrukturen und den Aufbau regionaler Netzwerke. Gleichzeitig wurden Risiken wie kaskadische Fehler hervorgehoben, die bei integrierten Systemen auftreten können. Unsere Ergebnisse zeigen, dass technische, soziale und organisatorische Innovationen entscheidend für die Entwicklung flexibler und nachhaltiger Wertschöpfungsnetzwerke sind.
Ausblick
Um die komplexen Wechselwirkungen integrierter Bioökonomiesysteme zu meistern, müssen Expert:innen für Integrationsfolgenabschätzung gefördert werden. Nationale und internationale Strategien sollten darauf abzielen, Resilienz und Synergien biobasierter Systeme zu maximieren. Der Aufbau von Kompetenzen und robusten Bewertungsrahmen ist entscheidend, um die Potenziale der Bioökonomie vollständig auszuschöpfen und gesellschaftlichen sowie technologischen Mehrwert zu schaffen.
Publikationen
IEA Bioenergy Task 40: Bereitstellung von biobasierten Wertschöpfungsketten (Arbeitsperiode 2022 - 2024)
Die Task 40 Arbeiten zeigen die Relevanz von Bioenergieinfrastrukturen und Konversionstechnologien nicht nur für die Effizienzsteigerung, sondern auch zur Stärkung der Energiesystemresilienz. Innovative Bewertungsrahmen zur Integrationsfolgenabschätzung und Technologien wie Bioraffinerien fördern flexible Wertschöpfungsnetzwerke. Zukünftig müssen Bereitstellungstrukturen für Lebensmittel, Materialien, Bioenergie und andere erneuerbare Energien gemeinsam geplant werden.
Schriftenreihe
57/2026
Fabian Schipfer, Michael Harasek, Judith Buchmaier, Bettina Muster Slawitsch, Michael Wild
Herausgeber: BMIMI
Deutsch, 40 Seiten
Downloads zur Publikation
Wissenschaftliche Artikel
- The circular bioeconomy: a driver for system integration (2024)
- Continuous oscillatory flow as process intensification strategy in protein extraction from brewer's spent grain (2024)
- Sequential Pretreatment of Wheat Straw: Liquid Hot Water Followed by Organosolv for the Production of Hemicellulosic Sugars, Lignin, and a Cellulose-Enriched Pulp (2022)
- Strategies for the Mobilization and Deployment of Local Low-Value, Heterogeneous Biomass Resources for a Circular Bioeconomy (2022)
Berichte
IEA Industrielle Energietechnologien und Systeme (IETS) Task 11: Industrielle Bioraffinerien. Arbeitsperiode 2020 – 2022 Endbericht.
Workshop-Rückblick
Workshop zu regionalen Entwicklungsmöglichkeiten in flexiblen Biomassewertschöpfungsnetzwerken (2022)
Newsletter
Teilnehmende Staaten
Österreich, Dänemark, Niederlande, die Vereinigten Staaten, Deutschland und Schweden
Kontaktadresse
Projektleitung
Dr. Fabian Schipfer, Prof. Michael Harasek
Technische Universität Wien, Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften
E-Mail: fabian.schipfer@tuwien.ac.at
Projektmitarbeiter:innen
Mag. Judith Buchmaier, Dr. Bettina Muster Slawitsch
AEE INTEC- Institut für Nachhaltige Technologien
E-Mail: j.buchmaier@aee.at, b.muster@aee.at
Mag. Michael Wild
Wild und Partner KG
E-Mail: michael@wild.or.at