Foto: SOL4 Büro- und Seminarzentrum Eichkogel

IEA 4E: Annex Elektrische Motorsysteme. Arbeitsperiode 2017 - 2019

Im Rahmen des Annex Electric Motor Systems soll Bewusstseinsbildung über das große Energieeinsparpotenzial von Motorsystemen und das Aufzeigen von Wegen zur Realisierung dieser Potenziale erfolgen. Nach der Erarbeitung der „Policy Guidelines for Electric Motor Systems“ und von Empfehlungen zu normkonformen Energieaudits in Motorsystemen wird Österreich die Auswirkung von Industrieautomatisierung auf den Stromverbrauch und den Motorenmarkt analysieren.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation, Motivation

Motorsysteme sind in Österreich für 75 % des Stromverbrauchs in der Industrie verantwortlich. Sie umfassen u.a. Pumpen-, Ventilator-, Kälte- und Druckluftsysteme. Gleichzeitig können durch entsprechende Optimierungsmaßnahmen durchschnittlich 20 % des Stromverbrauchs eingespart werden. In den letzten Jahren wurden sehr viele politische und normative Aktivitäten zu Mindeststandards (z.B. EU Ökodesign RL, weltweit einheitliche Energieklassifizierung nach IEC 60034-30-1) gesetzt, die zunächst nur Drehstrom-Asynchronmotoren ohne Regelung berücksichtigten. Mittlerweile wurden auch neue Motorentechnologien in Normen zur Energieeffizienz aufgenommen. (z.B. Permanentmagnet-Motoren in IEC TS 60034-30-2).

Die umfassende Digitalisierung der Produktion wird es künftig ermöglichen, dass alle produktionsrelevanten Faktoren (Mensch und Anlagen) aktiv in den Produktionsprozess einbezogen sind und über intelligente Netze miteinander kommunizieren. Einerseits wirken sich intelligente Vernetzung von Verbraucher und Erzeuger senkend auf den Energieverbrauch von Motorsystemen aus. Andererseits bewirkt die zunehmende Automatisierung durch den verstärkten Einsatz von Steuerungsequipment und Elektromotoren eine Erhöhung des Energieverbrauchs.

Geplante Ziele, Methode

Nur wenige Studien beschäftigen sich mit dem Stromverbrauch von Systemen, die im Rahmen von neuen industriellen Entwicklungen (Industrie 4.0) installiert werden. Österreich wird innerhalb eines Subtasks des Annex Electric Motor Systems des IEA TCP 4E prüfen, ob neue Entwicklungen bei der Industrieautomatisierung Auswirkungen auf den Stromverbrauch in Industriebetrieben haben und welche technologische Entwicklungen bei Elektromotoren zu erwarten sind. Dazu werden Studien, wissenschaftliche Beiträge und Vorträge analysiert und Stakeholder-Interviews mit Anbietern, Anwendern und EnergieberaterInnen durchgeführt.

Angestrebte Ergebnisse, Erkenntnisse

Dieses Projekt umfasst die Teilnahme Österreichs am Annex Electric Motor Systems. Folgende Erkenntnisse sind in dem von Österreich zu leitenden Subtask „Monitoring and Assessing New Industrial Developments" geplant:

  • Beurteilung, ob und wie Industrie 4.0 Auswirkungen auf die Stromverbrauchsentwicklung allgemein und insbesondere von Elektromotoren hat und/oder haben wird
  • Einschätzung, welche Technologieentwicklungen im Bereich Automatisierung und Digitalisierung besonderen Einfluss auf den Stromverbrauch von Elektromotoren haben werden
  • Einschätzung, welche Anforderungen für Elektromotoren mit Industrie 4.0 verbunden sind
  • Darauf aufbauend: Formulierung der während der nächsten Programmperiode zu bearbeitenden Fragestellungen.

Die Industrieeinbindung erfolgt über die Expertenbefragung, Newsletter und Direktkontakt. Weiters wird ein Kontakt zur Plattform Industrie 4.0 des bmvit aufgebaut und entsprechende Informationen ausgetauscht. Die darüber hinaus im Annex gewonnenen Kenntnisse der Entwicklung von internationalen Energieeffizienz-Normen, Mindeststandards, Testnormen und -abläufen werden an österreichische Firmen und über das klimaaktiv Energieberater-Netzwerk verbreitet.

Publikationen

Teilnehmende Staaten

Australien, Dänemark, Niederlande, Österreich, Schweiz, USA

Kontaktadresse

Österreichische Energieagentur
Mag. DI Konstantin Kulterer
Mariahilfer Straße 136
A-1150 Wien
Tel.: +43 (1) 586 15 24-114
E-Mail: konstantin.kulterer@energyagency.at

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