Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Utendorfgasse Wien

Stadt der Zukunft Themenworkshop: Innovative Energie- und Gebäudelösungen aus Österreich - Chancen im arabischen Raum

24. Mai 2016
Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Saal 7
Wiedner Hauptstraße 63
1045 Wien, AT

Abschlusspräsentation des Stadt der Zukunft-ExpertInnen-Netzwerks, das in Abu Dhabi und in Muscat in Konferenzen und Workshops österreichische Leistungen präsentiert und einen intensiven Erfahrungsaustausch mit lokalen Behörden, Unternehmen, Universitäten und ExpertInnen durchgeführt hat.

Veranstalter

Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit)

Kooperationspartner:

  • Austria Wirtschafts Service
  • WKO Außenwirtschaft Austria
  • Klima- und Energiefonds
  • Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT)

Rückblick & Vortragsunterlagen

Nach der Begrüßung durch Michael Paula und Pierre Prunis stellte Fritz Kapusta in seinem Vortrag die Erfahrungen im Projekt "Innovative Energie- und Gebäudelösungen aus Österreich: Chancen im arabischen Raum" vor. Im Anschluss gab es zwei von Herbert Greisberger moderierte Podium zum Austausch von Erfahrungen:

Round Table 1: Erfahrungsberichte, Chancen für innovative österreichische Lösungen:

  • Astrid Schneider vom AIT berichtete, dass ein Solar Decathlon Middle East in Vorbereitung ist. Das AIT kooperiert in der Region viel mit Chalabi Architekten. Interkulturelles Lernen ist wichtig. Wichtige Themen sind Wasser, Dünger und Biogas, z.B. in der Abfallwirtschaft. Sie berichtete von einer Kooperation mit einer Universität im Oman, bei der ein Solarhaus mit einer Professorin und StudentInnen entworfen worden ist. Die ausgeglichene solare Einstrahlung über das Jahr ermöglicht im arabischen Raum nahezu solarbasierte Energiekonzepte, der Unterschied Winter zu Sommer beträgt 1:2, in Österreich 1:10.
  • Harald Blazek, SOLID, erwähnte, dass es manchmal zu Problemen bei der Umsetzung von Plänen kommt, weil das Gegenüber einfache Dinge anders auffasst, z.B. einen Strich am Plan zwischen Solarpaneel und Tank nicht als Rohrlösung interpretiert. Zum Thema Cooling sind Groß- und Kleingeräte, District Cooling Netze und die übergeordnete Planung wichtig. Insbesondere das Thema solare Kühlung hat Potenzial.
  • Helmut Schöberl, Schöberl & Pöll GmbH, sieht Potenzial in Kooperationen zu Holz-Lehmbauten, Kältenetzen, energieeffizientem Bauen, passivem solaren Design. Die Sanierung der TU Wien zum Plus-Energie-Gebäude ist ein wichtiges Referenzprojekt. Den arabischen Raum und China seiht er als schwierigen Markt, auf dem viel Vertrauen wichtig ist.
  • Für Hans Schnitzer vom StadtLABOR Graz ist die Frage interessant, wie man traditionelle Strukturen mit neuen Techniken verbindet. Die Systemfrage, z.B. die Anwendung erprobter Technologien in einem anderen Klima, ist eine große Herausforderung. Ein wichtiges Thema sind Innovationen in Biogasanlagen. Es wird bei Kooperationen im arabischen Raum oft gewünscht, dass man auch die Finanzierung der Projekte mitbringt.
  • Stephan Bauer, RAG, hob die Bedeutung von Speicherlösungen für erneuerbare Energien hervor und berichtete vom Projekt Underground Sun Storage. Man muss ausloten, ob diese Technologie für den arabischen Raum interessant sein könnte. Als wichtige Themen sieht er Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Speichermöglichkeiten.

Eine Schwierigkeit im arabischen Raum liegt darin, dass Energie so billig ist und Investitionen in Effizienzmaßnahmen oder für Erneuerbare sich für Privatpersonen nicht rechnen. Ein Hebel kann die Motivation vieler Personen sein, in dieser Hinsicht war der Show Case eine gute Möglichkeit. Harald Blazek

Round Table 2: Unterstützung österreichischer Innovationen, praktische Erfahrungen

  • Kurt Wolf von der Stabsstelle für Technologietransfer und Sicherheitsforschung im bmvit sieht nicht nur die Industrie, sondern auch Engineering, Planung und Consulting als wichtig für den Export an. Technologiekooperationsabkommen bieten eine formelle Plattform für den Austausch, mit Arbeitsgruppen, Projektlisten und Projektkoordinatoren. Das Ministerium fungiert als Türöffner, indem es den Zugang zu Entscheidungsträgern auf staatlicher und auf Verwaltungsebene sowie den Zugang zu Projektlisten erleichtert. Es wird die Möglichkeit geboten, sich mit anderen TeilnehmerInnen in Österreich bei Round-Table-Gesprächen zu besprechen.
  • Ernst Kopp stellte die Internationalisierungsoffensive GO INTERNATIONAL vor, die mit Mehrjahresprogrammen arbeitet und seit 1946 als Internationalisierungsdienstleister tätig ist. Mehr als 500 Veranstaltungen im Jahr werden organisiert, zahlreiche Publikationen herausgegeben. Strategisches Ziel ist , wertschöpfungsintensive Produkte und Dienstleistungen in den Export zu bringen. Der Bereich Smart Cities ist ein Stärkefeld in Österreich. Er sieht es positiv, wenn kleine Anbieter zu einem nationalen Auftritt zusammengefasst werden.
    GO INTERNATIONAL kann Machbarkeitsstudien zu 50% kofinanzieren, mit einem Maximalbeitrag von 12.000 Euro.
  • Elvira Lutter vom Klimafonds stellte das Forschungsprogramm zur Energieforschung als Basis für eine exportorientierte Wirtschaft vor. Das Budget beträgt 30 Mio. pro Jahr, das Exportpotenzial ist ein wichtiges Kriterium bei der Fördervergabe. Derzeit werden in Österreich über die Förderschiene „Vorzeigeregion Energie“ Technologien demonstriert.
  • Wilhelm Hantsch-Linhart stellte die aws-Technologieinternationalisierungsinitiative tec4market vor, die die drei Bereiche Schutzrechte, Studien und Demonstration umfasst. Dem Prinzip der Risikominimierung folgend ist der Förderanteil bei der Wirtschaftsförderung geringer als bei der Forschungsförderung.
  • Helmut Schöberl berichtete von seinen Erfahrungen mit der Errichtung des ersten Passivhauses in China, dessen Monitoring vom bmvit unterstützt wird. Der Besuch von Bundespräsident Heinz Fischer in China war wichtig für den Vertragsabschluss. Deutschland und Dänemark bieten konkrete Beratungen vor Ort an. Die Themen Niedrigenergiegebäude, Passivhaus und Plusenergiegebäude sind wichtig, insbesondere auch die Errichtung von Demonstrationsgebäuden; viele BesucherInnen, kommen, um die Technologien anzuschauen, ein Beispiel ist die Sanierung der TU am Getreidemarkt mit mehr als 1.000 FachbesucherInnen pro Jahr.
  • Stephan Bauer beschied auch dem Leuchtturmprojekt Underground Sun Storage große internationale Sichtbarkeit. Im Projekt wird überschüssige Energie in Wasserstoff umgewandelt. Wichtig ist, nicht nur Studien zu machen, sondern Technologien auszuprobieren und herzuzeigen. Die Speichertechnologie soll in den Vorzeigeregionen weiter entwickelt werden. Förderung sichert Innovationsvorsprung.

Galerie

Inhaltsbeschreibung

In Ländern wie dem Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden in den letzten Jahren Ziele und Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Energieträger im Energie- und Gebäudebereich formuliert und Pilotprojekte realisiert. Dies ergibt interessante Anknüpfungspunkte und Kooperationsmöglichkeiten in den in Österreich gut aufgestellten Innovationsbereichen Gebäude und Smart Cities Lösungen.

Gefragt sind umfassende Lösungen, die mit verschiedenen innovativen und in ein Gesamtsystem integrierten Technologien arbeiten. Deshalb wurde in einem Netzwerk von österreichischen Firmen und ExpertInnen der Bedarf für den arabischen Raum erarbeitet und Gesamtkonzepte dargestellt. Im Rahmen eines Austria Showcase wurden in Abu Dhabi und in Muscat in Konferenzen und Workshops diese österreichischen Leistungen präsentiert und ein intensiver Erfahrungsaustausch mit lokalen Behörden, Unternehmen, Universitäten und ExpertInnen durchgeführt.

In dieser Stadt der Zukunft-Veranstaltung wurden die Ergebnisse und Erfahrungen aus diesem Prozess dargestellt und diskutiert und Unterstützungsmöglichkeiten für zukünftige Kooperationen und Projekte aufgezeigt.

Programm

  • 12:30 Registrierung

  • 13:00 Begrüßung und Einleitung

    • DI Michael Paula, BMVIT
    • Mag. Pierre Prunis, Regionalmanager Afrika Nahost, WKO
    • DI Friedrich Kapusta, CEE Business Development & Consulting GmbH
  • 13:15 Round Table 1: Erfahrungsberichte, Chancen für innovative österreichische Lösungen

    Diskussionsleitung: Dr. Herbert Greisberger, eNu

    • DI Stephan Bauer, Rohöl-Aufsuchungs-Aktiengesellschaft
    • Harald Blazek, S.O.L.I.D. Gesellschaft für Solarinstallation und Design mbH
    • Bmst. DI Helmut Schöberl, Schöberl & Pöll GmbH
    • DI Astrid Schneider, Austrian Institute of Technology GmbH
    • Dr. Hans Schnitzer, Stadtlabor Graz
  • 15:00 Diskussion

  • 15:15 Kaffee

  • 15:30 Round Table 2: Unterstützung österreichischer Innovationen, praktische Erfahrungen

    Diskussionsleitung: Dr. Herbert Greisberger, eNu

    • Dr. Ernst Kopp, AWO-Programm „go international“
    • Dr. Kurt Wolf, BMVIT Stabsstelle für Technologietransfer und Sicherheitsforschung
    • Dr. Wilhelm Hantsch-Linhart, aws-Programm „tec4market“
    • Mag. Elvira Lutter, Klima- und Energiefonds „Energieforschungsprogramm“
    • DI Stephan Bauer, Rohöl-Aufsuchungs-Aktiengesellschaft
    • Bmst. DI Helmut Schöberl, Schöberl & Pöll GmbH
  • 16:15 Diskussion

  • 16:45 Buffet

Moderation: Claudia Dankl, ÖGUT – Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik, Arbeitsgruppe „Stadt der Zukunft“

Downloads

Kontaktadresse

ÖGUT – Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
DIin Claudia Dankl
Tel.: +43 (1) 315 63 93-24
E-Mail: office@HAUSderZukunft.at

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