Wirkungen der grünen Stadt

Studie zur Abbildung des aktuellen Wissenstands im Bereich städtischer Begrünungsmaßnahmen

Kurzbeschreibung

Die Studie ‚Wirkungen der grünen Stadt' bietet einen Überblick über den Stand des Wissens und internationale wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkung von städtischen Grünstrukturen mit Fokus auf Temperaturregulation und Verbesserung des urbanen Mikroklimas. Gesundheitsbezogene Wirkungen im Bereich Feinstaubbindung, Lärmreduktion, Luftqualität (drinnen und draussen) oder Windmuster sind nicht Gegenstand dieser Analyse. Die Studie soll als Orientierungshilfe und Basisinformation für Umsetzungsprojekte sowie für mögliche Evaluierungs- und Monitoring-Konzepte dienen.

Folgende Forschungsfragen wurden im Rahmen der Studie bearbeitet und beantwortet.

  • F1: Welche konkreten und messbaren Wirkungen im städtischen Bereich sind auf Begrünungen und Begrünungsmaßnahmen zurückzuführen?
  • F2: Welche Parameter werden in zurzeit verfügbaren Studien und Arbeiten abgebildet und eignen sich, um Wirkungen einer Begrünung zu beschreiben?
  • F3: Welche Kriterien können herangezogen werden, um die Wirkungen von Vorhaben und Maßnahmen zu beschreiben oder eines bereits realisierten Projektes zu messen?

Die Studie baut auf einer umfassenden Literaturanalyse von wissenschaftlichen Studien und Pilotprojekten über die Wirkungen städtischer Begrünung und publizierten Messdaten auf. Zu diesem Zweck wurde eine breite Palette an Quellen herangezogen: wissenschaftliche Publikationen (mit und ohne Peer Review), Konferenzbeiträge, Fachbücher, Dissertationen, Normen, Leitlinien, Berichte und Handbücher. Gesucht wurde unter Anwendung der Datenbanken ScienceDirect, Google Scholar, Springer Link.

Folgende Erkenntnisse konnten aus der Analyse gewonnen werden:

  • Die wissenschaftliche Beschreibung und Einschätzung der Wirkungen von grünen Infrastrukturen im urbanen Umfeld sind ein junges Forschungsfeld.
  • In der jüngeren Zeit sind die Publikationen zur Quantifizierung der Wirkungen und Leistung von grünen Infrastrukturen massiv angestiegen. Besondere Schwerpunkte bilden die Kategorien Stadtbäume und Parkanlagen, Gründächer und Vertikalbegrünungen.
  • Wichtige messbare Wirkungen liegen in den Kühleffekten und damit verbundener Energieeinsparung. Beschattung durch hohe Kronendichte, ausdrückbar durch den LAI (Leaf Area Index), sowie hohe Transpiration sind die wesentlichen dahinterliegenden Funktionen von grünen Strukturen.
  • Das Spektrum an erhobenen Parametern oder Parametergruppen sowie der eingesetzten Messtechniken ist sehr breit.
  • Ungenaue Definitionen oder Angaben über die zugrundeliegenden Daten und Erhebungs-Setups sowie starke Kontextabhängigkeit führen zu Schwierigkeiten in der Vergleichbarkeit der publizierten Daten und Wertebereiche.
  • Erste Ansätze prognostischer Planungswerkzeuge zur Einschätzung ganzheitlicher Wirkungen von grünen Infrastrukturen liegen bereits vor. Sie ermöglichen Vergleichssimulationen unterschiedlicher Begrünungsmaßnahmen.

Um eine bessere Vergleichbarkeit von Messergebnissen zu erzielen, müssten zu erhebende Parameter oder Messmethoden in Studien vorgegeben werden. In Forschungsprojekten würde dies allerdings den Innovationsgehalt bzw. das Innovationspotenzial enorm einschränken. Unabhängige Monitoring-Studien an bereits etablierten Grünstrukturen (etwa Stadtbäume, Parkanlagen, Gründächer, Vertikalbegrünungen etc.) würden eine gesicherte Vergleichbarkeit und Evaluierung von Umsetzungsprojekten erlauben. Mit Hilfe von Langzeitstudien an ausgewählten Objekten kann das dynamische und veränderliche Wirkungsgefüge aus Pflanzen und Stadtklima gesichert abgebildet und evaluiert werden. Einblicke in periodisch auftretende Effekte, Treiber sowie auch Hemmer und Störfaktoren können identifiziert werden.

Publikationen

Wirkungen der grünen Stadt

Studie zur Abbildung des aktuellen Wissenstands im Bereich städtischer Begrünungsmaßnahmen Schriftenreihe 12/2019
R. Stangl, A. Medl, B. Scharf, U. Pitha
Herausgeber: BMVIT
Deutsch, 63 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Univ. Prof. DI Dr. Rosemarie Stangl, DI Dr. Alexandra Medl,
DI Bernhard Scharf, Priv.Doz. Ulrike Pitha
Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau
Universität für Bodenkultur, Wien