Sani60ies - Demonstration minimal invasiver thermischer und energetischer Sanierung klassischer Wohnhausanlagen der 1950er und 1960er Jahre

Systementwicklung einer fassadenintegrierten Bauteilaktivierung für „warme“ Sanierungen mit hohem Übertragungspotenzial auf Gebäude klassischer Wohnhausanlagen der 1950er und 1960er Jahre. Das System wird anhand dreier Bauvorhaben erprobt, weiterentwickelt und durch eine breite Anwendung (über 200 Wohnungen) demonstriert.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Die Dekarbonisierung der Heizung und Warmwasserbereitung urbaner Bestandswohnbauten soll - aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen - tunlichst mit minimalen Eingriffen in den Wohnungsbestand erfolgen und außerdem - aus Gründen der Effizienz im Betrieb von Wärmepumpen - eine Senkung der Heizungs-Vorlauftemperaturen ermöglichen.

Inhalte und Zielsetzungen

Diesen beiden Herausforderungen stellt sich das Projekt „Sani60ies". Es entwickelt das System einer fassadenintegrierten Bauteilaktivierung, welche ohne Eingriff in die Wohnungen im Zuge einer thermischen Sanierung von Bestandsgebäuden zwischen die vormalige Außenseite der Bestandswand und dem neu aufgebrachtem Vollwärmeschutz eingebaut wird.

Mit diesem hoch innovativen System wird bei niedrigen Vorlauftemperaturen eine Grundlast der winterlichen Wärmeversorgung bewerkstelligt, bei gleichzeitiger Nutzung von Potenzialen zur Energieflexibilität. Durch die gekoppelte Maßnahme von thermischer Sanierung und neuer fassadenintegrierter Bauteilaktivierung werden die bestehenden Heizkörper entlastet und eine signifikante Senkung der Vorlauftemperatur ermöglicht.

Über den Effekt der klimafreundlichen Heizwärmeversorgung hinaus bietet das System im Sommer die Qualität eines klimaneutralen Kühleffekts.

Methodische Vorgehensweise

Operativ wird das vom Konsortium entwickelte System an zwei kleineren Objekten erprobt, bevor es Anwendung in einer Siedlung der 1960er mit über 200 Wohnungen findet. Dabei werden Wärmeflüsse berechnet und die Auswirkungen der fassadenintegrierten Bauteilaktivierung auf den Innenraum im Jahresverlauf thermisch dynamisch simuliert.

Alle drei zur Umsetzung vorgesehenen Objekte stehen im Eigentum der Sozialbau AG, Österreichs größtem gemeinnützigen Bauträger. Mit der zeitlich gestaffelten Umsetzung wird eine Optimierung des Systems vor der breiten Anwendung ermöglicht. Zudem werden neben einem Energie- und Komfortmonitoring auch Befragungen der Bewohner:innen zur Messung der subjektiven Behaglichkeit durchgeführt. Die Wirksamkeit des Systems kann so überprüft und sichergestellt werden.

Erwartete Ergebnisse

Es ist erklärte Absicht des Projekts, mit der Pilotanwendung der fassadenintegrierten Bauteilaktivierung eine multiplizierbare Grundlage für eine breite Anwendung dieses minimal invasiven Systems über den Kreis des Konsortiums hinaus zu schaffen.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Institute of Building Research & Innovation ZT GmbH

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

  • SOZIALBAU gemeinnützige Wohnungsaktiengesellschaft
  • Universität für Bodenkultur, Institut für Verfahrens- und Energietechnik (IVET)
  • Vasko+Partner Ingenieure GmbH

Kontaktadresse

Institute of Building Research & Innovation ZT GmbH
Wipplingerstraße 23/3
Tel.: +43 (1) 5811 319 810
E-Mail: philipp.stern@building-reserach.at
Web: https://www.building-research.at/