RCC – Reduced Carbon Concrete: Implementierung von CO2-reduzierten Betonen auf der Baustelle

Die Ziele des vorliegenden Projekts „RCC – Reduced Carbon Concrete“ sind das aktuelle Wissen um die temperaturabhängigen Aushärtungsverläufe der Performancebetone durch Betonarbeiten an großen Bauteilen auf der Baustelle, unter sommerlichen und winterlichen Bedingungen, sowie in der Fertigteilproduktion zu erproben. Die Ergebnisse fließen in die Baupraxis und die Normungsarbeit ein.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Europaweit sind die Bemühungen einer Dekarbonisierung der Bauwirtschaft mit einer Ökologisierung eines des wichtigsten Baustoffes verbunden: Beton. Der Ansatz zur CO2-Reduktion von Beton bewegt sich im Spannungsfeld der gültigen Betonnorm ÖNORM B 4710-1, welche die Umsetzung der EN 206 darstellt. Diese fordert u. a. einen Mindestbindemittelgehalt in Betonrezepturen als Nachweis der Leistungsfähigkeit. Alternativ dazu ist es normativ zulässig, bei einem Abgehen vom Mindestbindemittelgehalt einen Nachweis der gleichwertigen Betonleistungsfähigkeit zu erbringen. Hierfür ist entsprechendes technologisches Know-how erforderlich. Es fehlen aktuell die Praxiserfahrungen bei großen Bauvorhaben. Diese Lücke soll das vorliegende Projekt schließen.

Inhalte und Zielsetzungen

Forschungsgegenstand ist der Einsatz von RCC-Betonrezepturen mit klinker- (=CO2-) reduziertem Zement und damit einer bauteilspezifischen Reduktion von ca. 30 % CO2-Aquivalente. Der Fokus auf die Innovation des Gleichwertigkeitsnachweises von Performance-Betonen öffnet ein Zukunftsfeld.

Das Forschungsprojekt soll

  • die im Laufe des Vorprojekts durchgeführten Versuche detailliert werden, um die technischen Betoneigenschaften zu dokumentieren. Das Konzept umfasst Prüfung und Beurteilung der Dauerhaftigkeit sowie der Standsicherheit bezüglich der Festbetonkennwerte als auch zu Kriechen und Schwinden. Das Prüfkonzept sieht Vergleichsversuche mit Proben aus Normbeton gemäß des deskriptiven Ansatzes bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen vor.
  • die technischen Eigenschaften im Baustellenanwendungen von konkreten Bauteilen (Wände, Decken, Säulen etc.) erforschen, in wie weit es Abweichungen zwischen den Laborprüfungsergebnissen und jenen im Baustelleneinsatz gibt,
  • Anwendungen für Beton-Fertigteile erforscht werden. Fertigteile werden unter kontrollierten Werksbedingungen (im Innenbereich) hergestellt und werden ergänzend zu den Ortbetonanwendungen erforscht.

Methodische Vorgehensweise

Es werden für den Sommer- und Winterfall der Betonarbeiten auf der Baustelle jeweils drei bis vier Decken- und Wandelemente hergestellt, die sich durch Bauteilstärken, Bewehrung, Öffnungen etc. unterschieden, um hier breit Erfahrung zu sammeln. Weiters wird der Einfluss der Nachbehandlung (Vliese auflegen, Verdunstungsschutz etc.) erforscht.

Erwartete Ergebnisse

Das RCC-Forschungsprojekt liefert erstmals reale Daten zu den technischen Eigenschaften von RCC-Beton im Sommer- und Winterfall. Daraus abgeleitet können für beide Fälle Mehrkosten durch Nachbehandlung, Bauzeitverlängerung, größere Vorhaltemengen von Schalungen oder Arbeitszeit. So kann der aktuell noch anfallende Mehraufwand abgeschätzt und der Bauzeitenplan darauf abgestimmt werden. Ebenso können sich aus den Erkenntnissen ev. ableitender neuer Forschungsbedarf identifiziert werden.

Projektbeteiligte

ProjektleiterIn

  • Strabag Real Estate GmbH

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

  • bauXund forschung und beratung gmbh
  • Dr. Ronald Mischek ZT GmbH
  • forschen planen bauen DI Thomas Romm ZT
  • Materialprüfanstalt Hartl GmbH
  • STRABAG SE
  • SV Dr. Johannes Horvath
  • Wopfinger Transportbeton GmbH

Kontaktadresse

DI Lukasz Kujawa
Donau-City-Straße 1, A 1220 Wien
Tel.: +43 1 22422-7205
E-Mail: lukasz.kujawa@strabag.com
www.strabag-real-estate.at