Foto: Frontansicht des Gemeindezentrums Ludesch

R-Bau - Entwicklung einer praxisorientierten replizierbaren Rückbaustrategie zur Forcierung des verwertungsorientierten Rückbaus im Wohnbau

Ziel des Projekts 'R-Bau" ist es, unter Einbindung der relevanten Stakeholder, eine replizierbare Rückbaustrategie zur Forcierung des verwertungsorientierten Rückbaus im Wohnbau zu entwickeln. Schwerpunkte des Projekts sind die Erstellung von repräsentativen Gebäudemodellen und die Erarbeitung eines Rückbaukatalogs mit differenzierten Handlungsanweisungen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auf Entwurf, Planung und Errichtung von neuen Wohnbauten angewendet werden.

Kurzbeschreibung

Status

laufend

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Gegenwärtig spielt bei Abbruch- und Sanierungstätigkeiten im Hochbau der verwertungsorientierte Rückbau noch eine untergeordnete Rolle. Im Allgemeinen wird der Abbruch von Bauwerken pauschal ausgeschrieben und abgerechnet und die anfallenden Abfälle (v.a. Bauschutt) meist kostenintensiv deponiert (ca. 40 bis 60 % der anfallenden Abfälle beim Abbruch von Hochbauten werden deponiert). Abbruchmaterialien haben jedoch ein großes ungenutztes Ressourcenpotenzial und sollten gemäß der EU-Abfallrahmenrichtlinie in erster Linie wiederverwendet oder -verwertet werden (mind. Verwertungsquote 70 % bis 2020).

Als Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Nutzung von Baurest­massen ist ein Paradigmenwechsel bei der Durchführung von Abbrüchen notwendig. Die Demolierung muss vom verwertungsorientierten Rückbau als Stand der Technik abgelöst werden, bei dem das Abbruchobjekt vor dem Abbruch erkundet und beurteilt wird, weiters beim Rückbau Schad- und Störstoffe identifiziert und ausgeschleust werden und so von der bestehenden Bausubstanz ein möglichst großer Anteil mit möglichst hoher Qualität im Neubau wieder als Baustoff eingesetzt wird.

Inhalte und Zielsetzungen

Knapp 200 Genossenschaften und Kapitalgesellschaften verwalten ca. 850.000 Wohneinheiten (ca. ein Viertel des gesamten österreichischen Wohnungsbestandes). Ziel des Projekts "R-Bau" ist es, gemeinsam mit dieser wichtigen Akteursgruppe eine replizierbare Rückbaustrategie zur Forcierung des verwertungsorientierten Rückbaus zu entwickeln.

Durch das Projekt "R-Bau" soll ein wesentlicher Beitrag geleistet werden, um gemeinsam mit relevanten Akteuren den verwertungsorientierten Rückbau im Wohnbau in Österreich als Stand der Technik zu etablieren und so ein Vorbild für die weiteren Bereiche des Hochbaus zu schaffen.

So soll erreicht werden, dass mit Hilfe des verwertungsorientierten Rückbaus die Qualität der entstehenden Baurestmassen aus dem Hochbau so weit gesteigert werden kann, dass die entstehenden Baurestmassen als zertifizierte Baustoffe bei Neubau und Sanierung eingesetzt werden können und die Menge an zu deponierenden Abfällen auf ein Minimum reduziert wird.

Die Projektergebnisse sollen es den Baugesellschaften ermöglichen, den Rückbau optimiert und kosteneffizient durchzuführen und Erkenntnisse für den Neubau zu gewinnen, deren Berücksichtigung zukünftig den Rückbau von Wohnbauten erleichtert. Dadurch werden Ressourcen nachhaltig geschont und die geforderten Recyclingquoten auch durch den Hochbau erfüllt.

Methodische Vorgehensweise

Den ersten Schritt bildet die Analyse der Ist-Situation, die das Aufkommen und den Verbleib von Baurestmassen untersucht sowie die technischen und rechtlichen Barrieren des derzeitigen Umgangs mit rückgebauten Baustoffen und Bauteilen bewertet. Darauf aufbauend gilt es zu analysieren, welche Bauteile zerstörungsfrei rückgebaut und wiederverwendet oder wiederverwertet werden können.

Ziel ist es, Bauteile/Baumaterialien, die sich für eine Wiederverwendung bzw. -verwertung eignen, zu identifizieren, zu kategorisieren und zu bewerten. Hierzu werden standardisierte Gebäudemodelle entwickelt, anhand derer die Rückbaufähigkeit der Baustoffe und -teile vom Abbruch bis zum Wiedereinsatz energetisch, ökologisch und ökonomisch bewertet sowie Schad- und Störstoffe identifiziert werden können.

Um die Praxistauglichkeit der entwickelten Gebäudemodelle zu gewähr­leisten, werden im Zuge der Erstellung Baustellenbesichtigungen und Expertengespräche durchgeführt. Anhand der spezifischen Baustoffe und -teile der Gebäudemodelle wird die Anwendung des verwertungs­orientierten Rückbaus simuliert sowie die entsprechenden Stoffkreisläufe vom Abbruch/Rückbau zum Wiedereinsatz energetisch, ökologisch und ökonomisch bewertet.

Erwartete Ergebnisse

Auf Basis der durchgeführten Analysen wird gemeinsam mit den relevanten Stakeholdern (Wohnbauträger, Abbruchunternehmen,) eine replizierbare Rückbaustrategie entwickelt.

Die Schwerpunkte dieser Rückbaustrategie liegen auf dem Erstellen von repräsentativen Gebäudemodellen, die eine Beurteilung der Ressourcen­potentiale nach Baualter und Bauweise ermöglichen, die Erarbeitung eines Rückbaukatalogs mit differenzierten Handlungsanweisungen für die nachhaltige, ressourcenschonende und kostenoptimale Verwertung anfallender Baurestmassen durch den verwertungsorientierten Rückbau im Hinblick auf Re-Use und hochwertiges Recycling von Baustoffen und Bauteilen und die Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf den Entwurf, die Planung und die Errichtung von neuen Wohnbauten.

Auch werden Möglichkeiten zur Überwindung der derzeitigen technischen und rechtlichen Barrieren beim Umgang mit rückgebauten Baustoffen und Bauteilen identifiziert sowie spezifische Anreize für die praktische Umsetzung des "verwertungsorientierten Rückbaus" erarbeitet, um schließlich zu ermöglichen, dass Baurestmassen als zertifizierte Baustoffe bei Neubau und Sanierung eingesetzt werden können.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Österreichische Energieagentur

ProjektpartnerIn

Ressourcen Management Agentur

Kontaktadresse

Ing. Mag. Georg Trnka
Mariahilfer Straße 136
A-1150 Wien
Tel.: +43 (1) 586 15 24-173
Fax: +43 (1) 586 15 24-340
E-Mail: georg.trnka@energyagency.at
Web: www.energyagency.at

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