Foto: Frontansicht des KlimaKomfortHauses in Wien

PV4residents - Innovatives Finanzierungs- und Geschäftsmodell für PV Gemeinschaftsanlagen auf Mehrparteienhäusern zur Vor-Ort Nutzung

Ziel ist ein Geschäftsmodell zu entwickeln, um die verstärkte Errichtung von Photovoltaik (PV)-Anlagen auf Mehrparteienhäusern mit Eigennutzung des Stroms durch die Bewohner zu ermöglichen. Durch Einbindung der Kommune wird Überschussstrom an sie zur Vor-Ort Nutzung geliefert. Als Basis des Geschäftsmodells werden mit Stakeholdern technische, rechtliche, administrative, nutzerbasierte, wirtschaftliche Barrieren analysiert und Lösungsansätze eruiert.

Kurzbeschreibung

Status

laufend

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Bewohner von Mehrparteienhäusern (MPH) sind derzeit weitgehend davon ausgeschlossen auf ihren Dächern PV-Gemeinschaftsanlagen zu errichten und für ihren eigenen Strombedarf zu nutzen. Zu viele Fragen sind hier noch ungelöst, was darin resultiert, dass einerseits die dafür mögliche Dachlandschaft noch weitgehend ungenutzt ist, und wenn derzeit bereits Dachflächen für PV genützt werden, dann nur für die Einspeisung in das öffentliche Netz und meist ohne Einbindung der Bewohner eines MPH.

Was fehlt ist die Beantwortung von rechtlichen, administrativen und wirtschaftlichen Fragen, aus denen ein konkretes Geschäftsmodell abgeleitet und Bewohnern von MPH angeboten werden kann. Eine erfolgreiche Lösung dieser Fragen stellt insbesondere jenen Mehrwert dar, dass das bisher großteils ungenutzte Potential von Dachflächen verstärkt nutzbar und ein weiterer Kreis der Bevölkerung dabei eingebunden wird.

Durch Beteiligung der Kommune kann der Überschussstrom für deren Vor-Ort Bedarf herangezogen werden. Der Fokus auf dem Eigenverbrauch entlastet zudem die Elektrizitätsinfrastruktur.

Inhalte und Zielsetzungen

Ziel der Sondierung ist das bestehende Wissen – auch aus dem Ausland – zusammenzuführen, vorhandene Wissenslücken aufzufüllen, für Barrieren Lösungen zu skizzieren und mit betroffenen Stakeholdern zu diskutieren, und darauf aufbauend ein entsprechendes Finanzierungs-, Dienstleistungs- und Geschäftsmodell zu entwickeln. Kernstück dieser Sondierung ist die Beantwortung rechtlicher und administrativer Fragestellungen. Unter anderem wird die Rechtsform einer Energiegenossenschaft geprüft, die es erlauben dürfte, innerhalb des MPH Strom an ihre Mitglieder zu liefern. In dieser Genossenschaft können sowohl die Bewohner des MPH, die Wohnbaugesellschaft, aber auch die Kommune, das örtliche Elektrizitäts-Versorgungsunternehmen (EVU) und der Netzbetreiber beteiligt werden.

Methodische Vorgehensweise

In einem ersten Schritt werden alle aktuellen Entwicklungen auf diesem Gebiet erhoben. Schritt 2 beinhaltet eine detaillierte Untersuchung der einzelnen fachspezifischen Aspekte, die technische, rechtliche, administrative, nutzerspezifische und wirtschaftliche Fragestellungen umfasst. In einem dritten Schritt wird auf Basis einer abschließenden Bewertung der Ergebnisse und der ermittelten Parameter ein konkretes Finanzierungs-, Dienstleistungs- und Geschäftsmodell entwickelt. Zukünftige Nutzer von PV-Gemeinschaftsanlagen werden eingebunden, um deren Präferenzen einbeziehen zu können.

Technische und wirtschaftliche Evaluierungen überprüfen anhand zweier Modellhäuser großer Wohnbaugesellschaften in Graz und Salzburg die praktische Durchführbarkeit. Neben zukünftigen Nutzern sowie Wohnbaugesellschaften sind auch die Kommunen (Graz und Salzburg) sowie ein EVU und Netzbetreiber in Graz als fachliche Feedbackgeber eingebunden. Ebenso steuern die Energiefachabteilungen der Länder Salzburg und Steiermark und der Österreichische Städtebund ihr Feedback bei.

Ergebnisse

Zu erwartende Ergebnisse und Erkenntnisse umfassen:

  • Ein umfassendes, praktikables und robustes Finanzierungs-, Dienstleistungs-, und Geschäftsmodel, entwickelt durch Mitwirkung aller relevanten Akteure zur Implementierung von PV-Anlagen auf Mehrparteienhäusern mit Eigennutzung des Stroms durch die Bewohner;

  • Darstellung einer konkreten Vorgehensweise wie Bewohner von Mehrparteienhäusern direkt (ohne Umwege) den selbst produzierten PV Strom nutzen können;

  • Einen Plan, wie entsprechend entwickelte und analysierte Finanzierungs-, Dienstleistungs-, und Geschäftsmodelle nach positiver Evaluierung und Erfolgsaussicht in weiterer Folge in größerer Anzahl implementiert werden können.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Mag. Susanne Woess-Gallasch, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

  • Dr. Walter Aichinger, Ebner Aichinger Guggenberger Rechtsanwälte GmbH
  • DI Gerhard Korpitsch, KW Solartechnik-Planungs-Entwicklungs-Produktions- und Vertriebs Ges.m.b.H.
  • Mag. (FH) Heidi Rest-Hinterseer, AEE-Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie – Salzburg

Kontaktadresse

JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
Mag. Susanne Woess-Gallasch
Elisabethstr. 18/II
A-8010 Graz
Tel.: +43 (316) 876-1330
Efax: +43 (316) 876-91330
E-Mail: susanne.woess@joanneum.at
Web: www.joanneum.at

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