LZE 100 Leuchtturmobjekte - Langzeitevaluierung des Energieverbrauchs von 100 energieeffizienten Gebäuden in Österreich als repräsentativer Querschnitt österreichischer Leuchtturmobjekte

Erfassung, Auswertung und Analyse von Energieverbrauchsdaten von 100 energieeffizienten Gebäuden in Österreich über eine Betriebszeit von 3 bis 25 Jahren als repräsentativer Querschnitt der österreichischen Leuchtturmobjekte. Differenzierung nach Gebäudetypen, Energieträger und Ermittlung der realen Treibhausgas-Emissionen. Vergleich der gemessenen Verbräuche zu Benchmark-Werten.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation/Motivation

Seit einem Viertel Jahrhundert gibt es energieeffiziente Gebäude in Österreich. Die energetische Performance hocheffizienter Gebäude wurde in den vergangenen Jahren kontrovers diskutiert. Während die Energieverbräuche einiger Forschungs- und Modellvorhaben dafürsprechen, dass der reale Verbrauch gut vorausberechnet werden kann und sehr niedrige Energieverbräuche in der Praxis möglich sind, wird oftmals postuliert, die realen Verbräuche lägen deutlich über den voraus berechneten Energiebedarfswerten hocheffizienter Gebäude (rebound-Effekt, prebound-Effekt).

Das Projekt zielt darauf ab, eine sachliche Diskussion auf der Basis von Fakten zu ermöglichen und dazu Verbrauchswerte hocheffizienter Gebäude zu erfassen, statistisch auszuwerten und mit üblichen Verbräuchen zu vergleichen.

Inhalte und Zielsetzungen

Im Rahmen des Projekts werden die Energieverbrauchsdaten von mindestens 100 energieeffizienten Best-Practice Gebäuden in Österreich über eine Betriebszeit von 3 bis 25 Jahren erfasst und ausgewertet. Die Erfassung und Analyse erfolgt je nach Datenverfügbarkeit in unterschiedlichen Tiefen – für wissenschaftlich begleitete Projekte sehr detailliert, für sonstige Projekte auf der Ebene des gemessenen, abgerechneten Endenergieverbrauchs für Heizung und Warmwasser.

Auf Basis der Energieverbrauchsdaten werden die realen THG-Emissionen der Gebäude bestimmt. Dabei werden auch die mittelfristigen Trends in der Entwicklung der spezifischen Emissionen des Energieträgers Strom berücksichtigt. Die Darstellung und Diskussion der Ergebnisse sollen unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung eingesetzter Technologien bzw. technologischer Innovationen in Österreich erarbeitet werden und daraus ableitend den weiteren Entwicklungs- und Forschungsbedarf aufzeigen.

Methodische Vorgehensweise

Für die Untersuchung werden Gebäude mit sehr niedrigem rechnerischem Energiebedarf herangezogen, welche bereits in einschlägigen Datenbanken erfasst und veröffentlicht wurden, wie:

  • klimaaktive Gebäudedatenbank,
  • Forschungsobjekte der Programmlinie Haus/Stadt der Zukunft,
  • Mustersanierungen,
  • Projekte aus der Internationalen Passivhaus-Datenbank und Forschungsprojekte des Energieinstitut Vorarlberg.

Die Angaben dieser Datenpools dienen als Basiswerte für den Abgleich mit den in der LZE100LT Studie erfassten Energieverbrauchsdaten und ermöglichen die Analyse der realen Energieverbräuche.

Zur Einordnung der Energieverbräuche der 100 im Projekt analysierten Gebäude werden Vergleichswerte für die verschiedenen Gebäudekategorien (Ein-, Mehrfamilienhaus, Schule, Kindergarten, Studentenwohnheime, Büro, Sonstige) herangezogen. Zudem werden die gemessenen Verbräuche mit den zu erwartenden Verbräuchen bei Erfüllung des gesetzlichen Mindestanforderungsniveaus, in kostenoptimalem Energieniveaus und in klimaschutzkompatibler Qualität verglichen.

Erwartete Ergebnisse

Die geplante Auswertung ermöglicht eine auch im internationalen Maßstab sehr umfangreiche Analyse der Langzeit-Energieverbräuche von hoch energieeffizienten Gebäuden. Das angestrebte Ergebnis der LZE100LT Studie soll durch ihre Vielzahl an evaluierten Leuchtturmobjekten aufzeigen, welche Baustandards sich in den letzten 25 Jahren bewährt haben, wo es Optimierungspotential gibt und welche Bedeutung diese für die Erzielung der Klimaneutralität 2040 im Gebäudesektor haben.

Die Ergebnisse sollen einen wesentlichen Impuls bei der flächendeckenden Umsetzung höchster Energieeffizienz-Standards für ganz Österreich bewirken. Mit dieser fundierten und belastbaren Analyse sollten politische Weichenstellungen zur Einführung klimaneutraler Gebäude beschleunigt und Vorbehalte bei der Immobilien- und Bauwirtschaft abgebaut werden. Es soll somit aufgezeigt werden, dass die Erreichung der Klimaneutralität 2040 im Neubau und der Altbausanierung mit einer flächendeckenden Umsetzung der bewährten Best-Practice-Beispiele erzielbar ist.

Projektbeteiligte

Projektleitung

LANG consulting – Ing. Günter Lang

Projekt- bzw. Kooperationspartner:innen

Energieinstitut Vorarlberg

Kontaktadresse

LANG consulting
Ing. Günter Lang
Linzerstraße 280
A-1140 Wien
Tel.: +43 (650) 900 20 40
E-Mail: g.lang@langconsulting.at
Web: www.langconsulting.at und www.energieinstitut.at