Foto: Frontansicht des KlimaKomfortHauses in Wien

DIM4Energy - Digitale Informationsmodelle für die Planung und Optimierung von Gebäuden und urbaner Energieinfrastruktur

Digitale Informationsmodelle (DIM) spielen in urbanen Planungs- und Entscheidungsprozessen eine immer bedeutendere Rolle, angefangen bei einzelnen Gebäuden (Building Information Models, BIM) bis hin zu ganzen Städten (Urban Information Models, UIM). Für die Planung und Betriebsoptimierung von Plus-Energie-Quartieren könnten aus diesen bereits vorhandenen Modellen wertvolle Informationen gewonnen werden, sofern die entsprechenden Datenquellen und damit verbundenen Softwaretools richtig miteinander verknüpft würden.

Kurzbeschreibung

Ziel dieses Projekts ist eine Sondierung der konkreten Herausforderungen, Möglichkeiten und Voraussetzungen für die Integration dieser verschiedenen Informationsmodelle und Softwaretools. Unter Einbeziehung relevanter Stakeholder (Stadtplaner, Netzwerkbetreiber, Architekten, Bauträger, etc.) werden konkrete Anwendungsfälle betrachtet sowie Anforderungen an die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Datenquellen und den Planungswerkzeugen abgeleitet und eine qualitative Abschätzung von Aufwand und Nutzen durchgeführt.

Die Ergebnisse des Projekts werden in einem Leitfaden für effizientere Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse zusammengefasst, um die integrierte Planung und Implementierung von Plus-Energie-Quartieren (sowohl in neuen Stadtteilen als auch Integration im Bestand) und der dafür notwendigen Energieinfrastruktur (z.B. Niedertemperaturnetze oder Quartierspeicher) zu ermöglichen.

Ausgangssituation/Motivation

Die Planung und Implementierung von energieeffizienten Stadtteilen ist ein komplexer und kostenintensiver Prozess. Der Abstimmungsaufwand zwischen den beteiligten Stakeholdern (Stadtplaner, Infrastrukturbetreiber, Architekten usw.) ist dabei sehr hoch, unter anderem weil eine große Menge an Daten zielgerichtet für jeden Stakeholder erhoben und bearbeitet werden muss.

Die zentrale Frage des Projekts DIM4Energy ist, ob dieser Aufwand durch die Einbindung Digitaler Informationsmodelle (DIM) verringert werden kann. DIM-Daten spielen in urbanen Planungs- und Entscheidungsprozessen eine immer bedeutendere Rolle, angefangen bei einzelnen Gebäuden (Building Information Models, BIM) bis hin zu ganzen Städten (Urban Information Models, UIM).

Für die Planung und Betriebsoptimierung von Plus-Energie-Quartieren könnten aus diesen Modellen wertvolle Informationen gewonnen werden, allerdings ist der Grad an Interoperabilität und Automatisierung zwischen den einzelnen Planungsvorgängen noch gering.

Inhalte und Zielsetzungen

Ziel des Projekts DIM4Energy ist eine Sondierung der konkreten Herausforderungen, Möglichkeiten und Voraussetzungen, die eine Integration von DIM-Daten in diesem Kontext mit sich bringen würde. Basierend auf konkreten Anwendungsfällen und unter Einbeziehung der relevanten Stakeholder (Stadtplaner, Netzwerkbetreiber, Architekten, Bauträger, KMUs aus dem Softwarebereich, etc.) soll identifiziert werden, welche Daten üblicherweise benötigt werden bzw. vorhandenen sind und welche Tools für die individuellen Planungsprozesse verwendet werden.

Weiters werden mit den Stakeholdern die Anforderungen für die Verwendung von BIM-Daten identifiziert. Darauf aufbauend werden Möglichkeiten zur Anbindung and UIM-Daten und Softwaretools für die Planung und Betriebsoptimierung von Energieinfrastruktur (Erzeugung, Netze, Verbrauch) identifiziert, insbesondere in Hinsicht auf innovative Systemlösungen (z.B. Niedertemperaturnetze oder Quartierspeicher). Zusätzlich wird eine qualitative Abschätzung von Aufwand und Nutzen durchgeführt.

Methodische Vorgehensweise

Hinsichtlich der Verwendung von DIM-Daten werden Möglichkeiten zur Harmonisierung und Integration von heterogenen Informationen (Format, Semantik, räumliche/zeitliche Auflösung, Besitzer) analysiert. Aus organisatorischer Sicht werden dafür Prozesse für das Management von DIM-Daten benötigt, die den kontinuierlichen Austausch und das Monitoring von Indikatoren innerhalb des Gesamtprozesses ermöglichen.

Aus Anwendungssicht muss identifiziert werden, welche Daten für die Erstellung innovativer Energieversorgungskonzepte benötigt werden und wie diese für die Planung und die Betriebsoptimierung von Plus-Energie-Quartieren verwendet werden können.

Erwartete Ergebnisse

Das Ergebnis des Projekts wird ein auf die Bedürfnisse der Stakeholder in Österreich zugeschnittener Leitfaden für datenbasierte Entwicklungsprozesse sein, die den Bau neuer Stadtteile bzw. Quartiersanierungen in Verbindung mit innovativen Energieversorgungskonzepten ermöglichen. Des Weiteren werden zukünftig notwendige Entwicklungsschritte identifiziert und entsprechende Folgeprojekte skizziert.

Projektbeteiligte

Projektleitung

AIT Austrian Institute of Technology

Kontaktadresse

Dr. Edmund Widl
AIT Austrian Institute of Technology, Center for Energy
Giefinggasse 2
A-1210 Wien
Tel.: +43 (505) 50 6034
Fax: +43 (505) 50 6613
E-Mail: edmund.widl@ait.ac.at
Web: http://www.ait.ac.at/profile/detail/Widl-Edmund

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