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IEA DSM Task 24: Verhaltensänderung im Rahmen von DSM - von der Theorie zur Praxis. Arbeitsperiode 2015 - 2017

Über 20% des Energieeinsatzes bei Kleinverbrauchern können durch geänderte Verhaltensweisen eingespart werden. Bisherige Bemühungen, diese Potenziale zu erschließen, greifen vielfach zu kurz. Der Task 24 beschäftigte sich mit den wichtigsten Akteurs-Gruppen sowie mit Tools, die diese bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Daneben wurde eine Bewertungsmethode für DSM-Interventionen zur Anerkennung im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes erarbeitet.

Kurzbeschreibung

In den beiden Phasen des Tasks 24 konnten viele spannende Erkenntnisse gewonnen werden. So hat sich unter anderem der Eindruck bestätigt, dass Energieeffizienz „the greatest market failure of all times" ist. Derzeitige Ansätze sind sehr technokratisch - Verhaltensänderungen bei EnergiekonsumentInnen konnten mit bestehenden Modellen kaum erzielt werden. Bisherige DSM-Policies gehen zumeist auf die individuelle oder materielle Ebene zur Änderung des Energieverhaltens ein. Internationale Studien zeigen aber, dass erst unter Einbeziehung der sozialen Ebene dauerhaft wirksame Änderungen des Energieverhaltens erzielbar sind. Ganzheitliche Betrachtungen, bei denen der Mensch, von dem das Bedürfnis nach Energie ausgeht und der diese schlussendlich auch konsumiert, im Mittelpunkt steht, gibt es jedoch kaum.

Im Task 24 standen daher die Energie-EndnutzerInnen im Fokus. Deren Verhaltensweisen werden durch eine Vielzahl an Faktoren (technologische, soziale, infrastrukturelle, umwelttechnische) beeinflusst:

Neben den EndnutzerInnen haben die sogenannten Akteursgruppen, die sogenannten Behaviour Changers, großes Einflusspotential auf die EndnutzerInnen: dies sind

  1. Politik,
  2. Energiewirtschaft/Technologien,
  3. ExpertInnen (Forschung und Beratung),
  4. öko-soziale Institutionen (z.B. NGOs) und
  5. der Dienstleistungssektor.

Die Behaviour Changers 1 - 3 waren immer schon Teil von DSM-Policies, die Gruppen 4 und 5 wurden bislang wenig berücksichtigt, sind aber gerade im Sinne der sozialen Dimension wichtige Erfolgsfaktoren.

Ziel der Task 24 Verlängerung war es daher, die Behaviour Changers international und nationale (besser) zu vernetzen und ihnen Tools zur Verfügung zu stellen und Kompetenzen zu vermitteln, mit denen sie das Energieverhalten der NutzerInnen im Sinne der Energieeffizienz positiv beeinflussen. Daher wurden Methoden getestet, die Behaviour Changers dabei unterstützen, einen gesellschaftlichen Wandel bezüglich des Energieverhaltens auszulösen.

Nach der Identifizierung der Top DSM-Themen in Österreich (1 Anerkennung von DSM-Interventionen im Rahmen des Bundes-Energieeffizienzgesetztes, 2) DSM-Maßnahmen in Bürogebäuden, 3) DSM zur Forcierung von Elektromobilität) wurde für Österreich eine Bewertungsmethode für DSM-Interventionen im Rahmen des Energieeffizienzgesetztes erarbeitet. Vor allem Betriebe, die Nutzermotivation bis jetzt mit dem Hintergrund des „Image Gewinns" oder des „Etwas für die MitarbeiterInnen tun" durchgeführt haben, beklagen, dass durch das Energieeffizienzgesetz der Druck entsteht, nur nachweisliche Energieeinsparungen in kWh zu erzielen. Die Wirkungen von Nutzermotivationsmaßnahmen, die schwer messbar sind, werden dadurch kaum mehr nachgefragt. Deshalb war das zentrale Thema des Tasks in Österreich die Einbindung von verhaltensorientierten DSM-Interventionen in das Methodendokument.

Die Praxisbeispiele aus dem Task 24 zeigen eine Vielzahl von Interventionsmöglichkeiten, die derzeit keine Anwendbarkeit im Methodendokument finden. Für die weitere Verbreitung von verhaltensseitigen DSM-Interventionen spielt die Anerkennung dieser Interventionen jedoch eine ausschlaggebende Rolle. Deshalb wurde im Zuge des Projektes ein Bewertungsschema für die verhaltensseitigen DSM-Interventionen ausgearbeitet und der Monitoring-Stelle vorgelegt, um die Anrechenbarkeit der Maßnahmen zu ermöglichen.

Publikationen

IEA DSM Task 24: Verhaltensänderung im Rahmen von DSM - von der Theorie zur Praxis

Über 20% des Energieeinsatzes bei Kleinverbrauchern können durch geänderte Verhaltensweisen eingespart werden. Bisherige Bemühungen, diese Potenziale zu erschließen, greifen vielfach zu kurz. Der Task 24 beschäftigte sich mit den wichtigsten Akteurs-Gruppen sowie mit Tools, die diese bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Daneben wurde eine Bewertungsmethode für DSM-Interventionen zur Anerkennung im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes erarbeitet. Schriftenreihe 36/2018
T. Kallsperger, R. Schmied, M. Beran, B. Kohla, G. Lang, B. Papousek, Herausgeber: BMVIT
Deutsch, 70 Seiten

Downloads zur Publikation

Videos

Kurzvortrag "Verhaltensänderung im Rahmen von DSM - von der Theorie zur Praxis, DSM Task 24" (Boris Papousek) im Rahmen des IEA-Vernetzungstreffen 2015

zum NachhaltigWirtschaften YouTube ChannelWeitere Kurzvorträge des IEA-Vernetzungstreffen 2015 finden sie im NachhaltigWirtschaften YouTube Channel.

Teilnehmende Staaten

Irland, Neuseeland, Niederlande, Schweden, Österreich

Kontaktadresse

Teresa Kallsperger, MSc
Grazer Energieagentur GmbH
Kaiserfeldgasse 13
A-8010 Graz
Tel.: +43 (316) 811848-14
E-Mail: kallsperger@grazer-ea.at

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