IEA Bioenergy Task 37: Energie aus Biogas (Arbeitsperiode 2022 - 2024)

Die Biogastechnologie ist mittlerweile in vielen Teilnehmerländern des Tasks weit verbreitet. Neben dem allgemeinen Wissensaustausch und des Hervorhebens von Best Practice Beispielen, liegt der Fokus der Arbeiten in diesem Triennium auf der Rolle von Biogas bei der Dekarbonisierung der Industrie und der Landwirtschaft, Biogas im Energiesystem sowie Prozessoptimierung im Bereich der Emissionen und der Prozessstabilität.

Kurzbeschreibung

Das Hauptziel des Arbeitsprogramms des Task 37 besteht darin, die Herausforderungen im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeit der Biogaserzeugung und -nutzung anzugehen.

Während die Entwicklung des Biogassektors in vielen OECD-Ländern durch viele neue Anlagen gekennzeichnet ist, hat die mangelnde Unterstützung des Sektors in anderen Ländern zu einer sehr begrenzten Bautätigkeit geführt. Die Wahrnehmung der Perspektiven und der Zukunft von Biogas hat sich in den letzten Jahren verändert. Während Biogas in der Vergangenheit als Strom- und Wärmequelle gesehen wurde, wird in der aktuellen Diskussion die Bereitstellung von erneuerbarem Gas betont.

Die Arbeit im Rahmen des Tasks zielt auf die Bereitstellung wissenschaftlicher Daten für die Debatte über Nutzen und externe Effekte der Biogastechnologie ab. Das übergreifende Konzept behandelt die qualitative und quantitative Beschreibung relevanter (positiver und negativer) Vorteile oder externer Effekte des anaeroben Vergärungsprozesses bzw. -systems. Darüber hinaus wird angestrebt, den monetären Nutzen dieser zu quantifizieren, sofern dies plausibel darstellbar ist.

Weiters wird eine spezifische Analyse von Strategien zur Optimierung der Gülleverwertung durchgeführt. Gülle ist aus mehreren Gründen ein wichtiges Substrat für Biogas-Anwendungen und die Steigerung ihrer Verwertung sollte vorangetrieben werden. Die Biomethanproduktion ist bereits eine etablierte Technologie für den Übergang des Gassektors zur Kohlenstoffneutralität. Die Möglichkeiten spezifischer Industrien, Biogasprozesse zur Emissionsminderung einzusetzen, werden bewertet. Besondere Hindernisse für die Umsetzung werden thematisiert. Die zukünftigen Technologien der Biomethananwendungen in Kombination mit Power-to-X-Technologien werden diskutiert.

Darüber hinaus wird ein Testsystem für die Prozessbewertung untersucht. Die Task-Mitglieder werden spezifische nationale Testverfahren und Methoden vergleichen und in einen Kontext stellen, um ein breiteres Verständnis des Testsystems für die Industrie zu erreichen. Konzepte zur Reduzierung von Methanemissionen werden weiterverfolgt. Es sollen Technologien beschrieben werden, die in Abgasen mit geringen Methankonzentrationen dieses reduzieren können. Insbesondere mit dem zunehmenden Fokus auf die Reduzierung von prozessbedingten Treibhausgasemissionen gewinnen diese Technologien an Bedeutung.

Die Gesamtaktivitäten des Tasks werden von der Vorlage eines Länderberichts und der Veröffentlichung von Fallbeispielen begleitet, um den Stand der Technik in den Mitgliedsländern zu veranschaulichen und relevante technische Entwicklungen aufzuzeigen.

Teilnehmende Staaten

Australien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland (Leitung), Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Irland, Italien, Kanada, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz

Kontaktadresse

Universität für Bodenkultur Wien
Department für Agrarbiotechnologie, IFA-Tulln
Institut für Umweltbiotechnologie
DI Dr. Bernhard Drosg
Konrad Lorenz Straße 20
A-3430 Tulln
Tel.: +43 (1) 47654-97462
E-Mail: bernhard.drosg@boku.ac.at