Foto: Frontansicht des Bürohauses Tattendorf

BIGMODERN - Subprojekt 8: Demonstrations­gebäude Amtshaus Bruck - Umsetzung

Im Rahmen des Leitprojektes BIGMODERN wurde das Amtshaus Bruck an der Mur nach überdurchschnittlich hohen Qualitätsstandards im Hinblick auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei gleichzeitiger Einhaltung wirtschaftlicher Gesichtspunkte modernisiert.

Kurzbeschreibung

Dieses Projekt ist ein Subprojekt des Leitprojekts "BIGMODERN - Nachhaltige Modernisierungsstandards für Bundesgebäude der Bau­periode der 1950er bis 1980er Jahre

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Die Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (BIG) ist einer der größten öffentlichen Gebäudebesitzer in Österreich. Die Republik Österreich hat sich im Zuge von nationalen und inter­nationalen Vereinbarungen und Richtlinien zum Klimaschutz und zur Umsetzung von Energieeffizienz- sowie CO2 Einsparungen verpflichtet.

Aus den Richtlinien und Vereinbarungen ist abzulesen, dass die BIG in den nächsten Jahren hohe Anforderungen hinsichtlich der Energieein­sparung bei Sanierungen zu erfüllen hat.

Seit Jänner 2013 hat die BIG ihre Büroimmobilien und Entwicklungs­liegenschaften in der Tochtergesellschaft ARE Austrian Real Estate GmbH gebündelt. Das Portfolio umfasst rund 600 Objekte mit rund 1,8 Millionen Quadratmetern. Ziel ist mit diesem Bestand auch private Mieter anzusprechen.

Im Rahmen des eingereichten Leitprojektes BIGMODERN wurde das vorliegende Demonstrationsprojekt umgesetzt. Die ARE ist Gebäude­eigentümer und Bauherr des Sanierungsvorhabens Amtshaus Bruck an der Mur. Darüber hinaus war die BIG Abteilung Planen und Bauen auch verantwortlich für die Bauabwicklung.

Das Demonstrationsprojekt Amtshaus Bruck an der Mur ist nach über­durchschnittlich hohen Qualitätsstandards im Hinblick auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei gleichzeitiger Einhaltung wirtschaftlicher Gesichts­punkte modernisiert worden. Damit soll innerhalb der BIG in erster Linie das Bewusstsein gefördert werden, dass innovative Sanierungen wirt­schaftlich realisierbar sind, dafür jedoch neue Wege im Planungsprozess beschritten werden müssen. Ziel ist, durch Modernisierungen wie das Amtshaus Bruck an der Mur neue energetische Standards bei Sanier­ungen zu setzen und damit das hohe Umsetzungspotenzial der BIG auszuschöpfen.

Inhalte und Zielsetzungen

Vor diesem Hintergrund dokumentiert das gegenständliche Subprojekt die umgesetzten Maßnahmen beim Demonstrationsprojekt Amtshaus Bruck:

  • Demonstration, inwieweit die Sanierung eines Amtsgebäudes des Bundes in hoher thermisch-energetischer Qualität und unter Berücksichtigung darüber hinaus gehender Nachhaltigkeitskriterien machbar ist;
  • Ausgehend vom Basis-Commitment der BIG, die Demonstrations­gebäude nach überdurchschnittlich hohen Qualitätsstandards zu errichten, sollte eine Konkretisierung der Qualitätsanforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit für das konkrete Modernisier­ungsvorhaben durchgeführt werden (abgebildet im Leistungsbild von BIGMODERN Subprojekt 1);
  • Gestaltung und Begleitung der Planungsprozesse in einer Form, dass die geforderten Qualitätsstandards nicht während des Planungs­prozesses "verloren" gehen (im Detail bearbeitet im BIGMODERN Subprojekt 2);
  • Ausgehend von den "lessons learned" beim Demonstrationsprojekt Amtshaus Bruck, wird eine Ableitung für verallgemeinerbare Schluss­folgerungen und Empfehlungen für weitere Planungsvorhaben als Kernergebnis des BIGMODERN Subprojekt 4 durchgeführt.

Methodische Vorgehensweise

Die Rolle der Projektpartner war eine Bauherrenberatung (sowohl in der Planung als auch in der Umsetzung) mit spezieller Ausrichtung auf die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Das Projektteam überprüfte in dieser Funktion kontinuierlich die Einhaltung der geforderten Ziel­kriterien. Gleichzeitig wurden Vorschläge und Anregungen zu thermisch-energetischen Optimierungen eingebracht, die von Seiten des General­planers hinsichtlich der Machbarkeit, der Energieeinsparung und der Baukosten untersucht wurden In Folge wurde die optimalste Lösung realisiert. Das gebaute Ergebnis dieses Prozesses ist in diesem Subprojekt dokumentiert.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Das vorliegende Projekt stellt einen ersten Schritt in der Umsetzung energetisch vorbildhafter Vorhaben dar. In kommenden Sanierungen der ARE und BIG werden auf Basis der gewonnenen Erfahrungen die Ziele von BIGMODERN noch weiter getragen und optimiert werden. Trotz mancher Schwierigkeiten und Herausforderungen stellt das umgesetzte Projekt ein sehr gelungenes Beispiel dar.

Die Kombination mehrerer innovativer Komponenten in einem Sanier­ungsvorhaben ist nach wie vor ein herausfordernder Prozess und die Integration von einer energetisch-integrativen Planungsüberwachung in komplexe Planungs-Abläufe schwierig.

Als wesentlich stellte sich bei der Umsetzung nicht nur die überge­ordnete Kontrolle des integralen Planungsprozesses dar, sondern auch die Inbetriebnahme und der Betrieb der Anlagen während der ersten Phase nach Umsetzung. Es zeigte sich, dass trotz sehr guter und integraler Planung Schwächen und Fehler im Betrieb der Anlagen auftreten können, welche bei fehlender Betriebsführungsverantwortlich­keit unentdeckt bleiben und daher die Einsparungsziele verfehlt werden können.

Laut den bestehenden Mietverträgen der BIG ist die Art der Betriebsführ­ung nicht näher geregelt. Im Allgemeinen obliegt die Betriebsführung den Mietern, die Instandhaltung der BIG bzw. in diesem Fall der ARE. Durch die neue Gebäudetechnik und Gebäudesteuerung sind die Mieter vor eine neue Herausforderung gestellt. Für energieeffiziente Sanierungsprojekte sollte bereits zu Planungsbeginn die künftige Betriebsführung geregelt werden. Bei Übergabe des Gebäudes an die Mieter sollte ein Betriebs­führer beauftragt sein der auf Fehler in der Gebäudesteuerung und Optimierungen aus dem Energieverbrauchsmonitoring (EVM) reagieren kann.

Ausblick

Für die BIG liefert das Demonstrationsprojekt im Gesamtkontext des Leitprojekts BIGMODERN Grundlagen für die Entwicklung und Umsetzung einer mittel- und langfristigen Gebäudebewirtschaftungsstrategie.

Wie sich gezeigt hat, ist die Installation eines Monitoringsystems ein entscheidender Punkt zur realen Reduktion des Energieverbrauchs eines Gebäudes. Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, durch das Monitoring, die in der Planung versprochenen Qualitäten, auch nachweisen zu können. Die Kontrolle, ob die eingesetzten Technologien und Geräte einwandfrei arbeiten, ist eine wichtige Information für den Gebäudebetreiber und Nutzer. Eigentümer und Mieter/Nutzer profitieren durch ein Monitoring als wichtiges Instrument der Qualitätssicherung. Bei künftigen Projekten sollte die Regelung der Betriebsführung und das Energie-Monitoring ein genereller Vertragsbestandteil werden.

Publikationen

BIGMODERN Subprojekt 8: Demonstrationsgebäude Amtshaus Bruck Umsetzung

Leitprojekt: Nachhaltige Sanierungsstandards für Bundesgebäude der Bauperiode der 50er bis 80er Jahre
Schriftenreihe 44/2013 D. Jäger, K. Leutgöb, G.Bucar, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 51 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleitung

Bundesimmobiliengesellschaft m. b. H.
Mag. Dirk Jäger

Projektpartner

Kontaktadresse

BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.
Architekt Mag. Dirk Jäger
Hintere Zollamtsstraße 1
A-1031 Wien
Tel.: +43 (05) 0244 4829
E-Mail: Dirk.JAeGER@big.at
Web: www.big.at

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