Bild: Bautafel der Wohnhaussanierung "Tschechenring"

BIGMODERN - Subprojekt 4: Planungsbegleitende Lebenszykluskostenanalyse

Schaffung technischer und organisatorischer Voraussetzungen für Bauherrn, um planungsbegleitende Lebenszykluskostenanalysen in den Standard Planungsprozess zu integrieren sowie konkrete Anwendung in den beiden Demonstrationsprojekten des Leitprojekts BIGMODERN (SP2 und SP3). Durch Veröffentlichung der wesentlichen Projektergebnisse werden konzeptive Grundlagen und LZKA-Berechnungsergebnisse für alle Stakeholder der Immobilienwirtschaft verfügbar gemacht.

Kurzbeschreibung

Dieses Projekt ist ein Subprojekt des Leitprojekts "BIGMODERN - Nachhaltige Modernisierungsstandards für Bundesgebäude der Bauperiode der 1950er bis 1980er Jahre"

Status

Abgeschlossen

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Energieeinsparung und zum Klimaschutz zu höheren Energieeffizienzstandards bei Gebäuden verpflichtet. Die BIG ist einer der größten öffentlichen Gebäudebesitzer in Österreich. Somit ist nachvollziehbar, dass die BIG in den nächsten Jahren hohe Anforderungen hinsichtlich der Energieeinsparung bei Sanierungen zu erfüllen hat. Dabei ist zu bedenken, dass die BIG ca. 2.800 Gebäude mit einer Gebäudefläche von ca. 7. Mio. m2 umfasst. Davon ca. 300 Schulstandorte (mit ca. 600 Gebäuden), 21 Universitäten (mit ca. 380 Gebäuden) und ca. 1.800 Amtsgebäude bzw. Büro und Spezialimmobilien.

Deshalb hat die BIG bei Haus der Zukunft Plus ein Leitprojekt eingereicht, das als Kernelement die Umsetzung von zwei Demonstrationsprojekten zum Inhalt hat. Diese Demonstrationsprojekte werden für die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) nach überdurchschnittlich hohen Qualitätsstandards im Hinblick auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei gleichzeitiger Einhaltung wirtschaftlicher Gesichtspunkte modernisiert. Damit soll innerhalb der BIG in erster Linie das Bewusstsein gefördert werden, dass innovative Sanierungen nicht unwirtschaftlich sein, dafür jedoch neue Wege im Planungsprozess beschritten werden müssen. Ziel ist, dadurch neue energetische Standards bei Sanierungen zu setzen und damit das hohe Umsetzungspotenzial der BIG auszuschöpfen.

Inhalte und Zielsetzungen

Vor diesem Hintergrund hat das gegenständliche Subprojekt die planungsbegleitende Lebenszykluskostenanalyse als Ziel. Das Subprojekt besteht dabei aus folgenden Inhalten:

  • Planungsbegleitende Lebenszykluskostenanalyse (LZKA) bei den Demo-Projekten Amthaus Bruck/Mur und Universität Innsbruck
  • Entwicklung eines LZK-Modells für die Sanierung und Erweiterung des bestehenden LZK-Tools für Neubau
  • Analyse der BIG internen Kostendaten hinsichtlich Aufbereitung in einer LZK-Kostendatenbank und Entwicklung eines Modells zur langfristigen Nutzung betriebsinterner Daten für LZK-Analysen.

Methodische Vorgehensweise

Die methodische Vorgangsweise im gegenständlichen Subprojekt SP4 war sehr heterogen. Für die Entwicklung des LZK-Tools für die Sanierung war eine theoretische Konzipierung des LZK-Modells erforderlich. Die Analyse der wesentlichen Kostentreiber bei Sanierungen sowie die Festlegung von Schicksalsgemeinschaften für Gebäudeelemente zählten zum Konzept. Im Rahmen der Programmierung des Software-Tools waren Testläufe erforderlich, um die Ergebnisdaten zu validieren.

Die planungsbegleitende Lebenszykluskostenanalyse war Bestandteil der integralen Planung der Demo-Gebäude. Die Methode der Lebenszykluskostenrechnung basiert dabei auf nationalen und internationalen Normen und Leitfäden.

Die Nutzung der BIG internen Daten für die Entwicklung von LZK-Daten für Sanierungen erforderte eine Analyse der unternehmensinternen Kostendaten sowie eine umfangreiche Datenanalyse von realisierten Sanierungsprojekten.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Die planungsbegleitende Lebenszykluskostenanalyse war eine Innovation in der Planungsphase bei der Modernisierung von Gebäuden. Bisher wurde im Wesentlichen die Wirtschaftlichkeit von unterschiedlichen Wärmebereitstellungssystemen oder von gesamten Haustechniksystemen betrachtet. Diesmal wurde die Systemgrenze erweitert und das gesamte Bauvorhaben in der Lebenszykluskostenanalyse berücksichtigt. So konnten auch Auswirkungen der thermisch-energetischen Qualität der Gebäudehülle oder der Fassade in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berücksichtigt werden. Damit konnte dargestellt werden, dass bei gleichem Nutzungskomfort in Gebäuden höhere Energieeffizienzstandards über einen längeren Zeitraum (Lebenszyklus) ökonomisch sinnvoll sind. Gleichzeitig konnte auch dargestellt werden, dass Low-Tech-Gebäude ökonomisch vorteilhaft sind. Weitere Aspekte der Nachhaltigkeit, wie eben der Nutzungskomfort, sind in der Interpretation zu berücksichtigen.

Die Nutzung von BIG internen Kostendaten zur Berechnung von Lebenszykluskosten für künftige Modernisierungsprojekte ist eine große Herausforderung. In der derzeitigen Situation sind vorliegende Kostendaten nicht für den Einsatz von LZK-Berechnungen geeignet. Bei einer Änderung des Sanierungsprozesses hin zu einer lebenszyklusorientierter Planung von Gebäuden ist eine Umstrukturierung im Unternehmen erforderlich. Die Veränderung zu einem lernenden Unternehmen muss gelingen, um erfolgreiche nachhaltige Modernsierungen mit hoher Qualität sicherstellen zu können.

Ausblick

Diese Energieeffizienzstandards sollen den Ministerien künftig für alle Modernisierungsvorhaben der BIG im Gebäudebestand der Bauperiode der 1950er bis 1980er Jahre zur Ausführung empfohlen werden. Dieser Qualitätsstandard muss jedoch von den Ministerien akzeptiert werden, etwaige Mehrkosten, welche durch die Umsetzung/Einhaltung der Energieeffizienzstandards anfallen, sind zu budgetieren. Die Vorteile hinsichtlich der Lebenszykluskosten sind darzustellen. Daraus abgeleitet soll die Betrachtung der Lebenszykluskosten künftig standardisiert in der Planung eingesetzt werden.

Aus Sicht der BIG ist es notwendig, dass die Ministerien als Auftraggeber der BIG nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Ohne aktiven Beitrag der Mieter an der Umsetzung und am Betrieb von energieeffizienten Gebäuden sind hohe Energieeffizienzstandards nicht sinnvoll.

Publikationen

BIGMODERN Subprojekt 4: Planungsbegleitende Lebenszykluskostenanalyse

Leitprojekt: Nachhaltige Sanierungsstandards für Bundesgebäude der Bauperiode der 50er bis 80er Jahre
Schriftenreihe 16/2013 D. Jäger, G. Hofer, K. Leutgöb, M. Grim, B. Jörg, B. Herzog, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 75 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleitung

  • BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.
    Architekt Mag. Dirk Jäger

Projektpartner

Kontaktadresse

BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.
Architekt Mag. Dirk Jäger
Hintere Zollamtsstraße 1
A-1031 Wien
Tel.: +43 05 0244 4829
E-Mail: Dirk.JAeGER@big.at
Web: www.big.at

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