Foto: VIP-Sanierung

IEA EBC Annex 73: Hin zu resilienten öffentlichen „Niedrigstenergie“-Gebäudeverbänden und Siedlungen

Öffentliche Gebäudeverbände wie Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen beherbergen oft kritische Infrastruktur, die auf ausreichende Versorgung mit Energie angewiesen ist. Ziel des Annex ist die Entwicklung von Werkzeugen für den Planungsprozess von resilienten, effizienten und emissionsarmen Energiesystemen für solche Gebäudeverbände.

Kurzbeschreibung

Bis vor kurzem wurden Energiesysteme und Gebäude bei öffentlichen Gebäudekomplexen wie Militärkasernen, Krankenhäuser, Schulen und Universitäten nicht integriert, sondern auf Komponenten- bzw. Gebäudeebene betrachtet, wobei alternative Energiequellen, Speicherung oder zukünftige energetische Anforderungen oft nicht berücksichtigt wurden.

Durch Contracting-Modelle lässt sich der Energieverbrauch um ca. 20 bis 40% verringern, dabei zielen Maßnahmen vor allem auf Beleuchtung und deren Steuerung ab. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist es in Österreich in den letzten Jahrzehnten nicht zu Energieengpässen oder vermehrten Ausfällen der Energieversorgung gekommen. Dennoch ist es aufgrund der Veränderungen durch den Klimawandel und durch steigende Anforderungen an die Versorgungssicherheit nötig, vermehrt resiliente lokale Energieversorgungsysteme bereitzustellen, welche systemrelevante Infrastruktur, z.B. Datencenter/Informationssysteme, Krankenhäuser etc. in Bedarfsfall autark versorgen können. Dabei soll das Augenmerk auf der Nutzung von Energien aus lokalen, erneuerbaren Quellen liegen. Indem der Bedarf an Wärme, Kälte und elektrischer Energie von mehreren Gebäuden gemeinsam untersucht, reduziert und optimiert wird, können signifikante Einsparungen bei Energie und eine höhere Versorgungssicherheit erreicht werden. Der aktuelle Standard beim Planen und Bauen führt nicht zur Erreichung der Energie-Ziele aus EPBD, und senkt auch nicht die Kosten für Energiesicherheit.

Die Erfahrung aus Annex 51 und verschiedenen Demoprojekten zeigt, dass es weiterer Bemühungen bedarf, um den Planern zielführende Werkzeuge zu bieten, welche es erlauben Gebäudekomplexe und ihre Versorgungssystem integriert zu betrachten. Im Rahmen des Annex 73 werden verschiedene Tools, welche zur Net Zero (NZ) Planung zur Verfügung stehen, analysiert und beschrieben. Ein Ziel ist es aufzuzeigen, welche Tools zur NZ-Planung von Gebäudekomplexen benötigt werden, und wo noch Entwicklungsbedarf besteht. Es ist geplant, soweit möglich einige der nötigen Entwicklungen auch im Rahmen des beantragten Annex durchzuführen und zu testen. Dabei soll auch die Resilienz von Gebäudekomplexen und ihren Energieversorgungsanlagen behandelt werden. Ebenso sollen innovative Energieversorgungsmodelle und Verteilungsstrategien in den Planungsprozess integriert werden, wobei auch Informationen zu Kosten und Performance einfließen. Schließlich werden im Projekt Konzepte für Struktur und Inhalt, Definitionen der Schnittstellen zwischen diversen Tools, Definition der In- und Outputdaten für vorhandene Planungstools für Gebäudekomplexe weiterentwickelt, kombiniert und ergänzt, wobei auch Charakteristika von Technologien wie Kapazität, Verluste und Kosten mit einfließen sollen.

Teilnehmende Staaten

Australien, Dänemark, Deutschland, Italien, Kanada, Litauen, Norwegen, Österreich, Republik Korea, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten von Amerika

Kontaktadresse

Ingo Leusbrock
Feldgasse 19, 8200 Gleisdorf
E-Mail: i.leusbrock@aee.at

Heimo Staller
Feldgasse 19, 8200 Gleisdorf
E-Mail: h.staller@aee.at

Franz Mauthner
Feldgasse 19, 8200 Gleisdorf
E-Mail: f.mauthner@aee.at

Anna Maria Fulterer
Feldgasse 19, 8200 Gleisdorf
E-Mail: a.m.fulterer@aee.at

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