Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Gründerzeit mit Zukunft - Demonstrationsprojekt 3: KA 7 Kaiserstraße - Innovative Sanierung eines denkmalgeschützten Gründerzeitgebäudes mit Innendämmung

Durch die Anwendung eines innovativen Maßnahmenpakets wurde demonstriert, wie ein denkmalgeschütztes Gebäude auf einen hocheffizienten und zeitgemäßen Standard hinsichtlich Komfort und Energieverbrauch gebracht werden kann.

Kurzbeschreibung

Dieses Projekt ist ein Subprojekt des Leitprojekts "Gründerzeit mit Zukunft: Innovative Modernisierung von Gründerzeitgebäuden"

Status

Abgeschlossen

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Bei dem sanierten Demonstrationsobjekt in der Kaiserstraße 7, im 7. Wiener Gemeindebezirk handelt es sich um das Klostergebäude der Kongregation der Mission vom heiligen Vinzenz von Paul (kurz: Lazaristen). Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Westbahnhof.

Das Gebäude wurde 1904 errichtet und ist ein Teil des Platzensembles bestehend aus der Kirche Mariä Empfängnis und einem dem Kloster­gebäude gegenüberliegenden Wohnhaus. Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz.

Im Rahmen des Leitprojektes "Gründerzeit mit Zukunft" modernisiert die Bauherrschaft das Demonstrationsprojekt Kaiserstraße 7 auf innovative, zukunftsweisende und nachhaltige Weise, anstatt nur in die ohnehin nötige Substanzerhaltung zu investieren.

Inhalte und Zielsetzungen

Die Nutzfläche des Objekts betrug vor Sanierungsbeginn ca. 1.935 m², nach der Sanierung und der Nutzung des Dachgeschoß steht eine Nutzfläche von rund 2.750 m² zur Verfügung.

Bei diesem Projekt wurde mit den gesetzten Sanierungsmaßnahmen der Spagat zwischen denkmalschützerischen Anforderungen und optimaler thermischer und architektonisch ansprechender Sanierung gemeistert. Der Kongregation wurde eine verbesserte wirtschaftlich und sozial optimierte Nutzung und Verwertung des Gebäudekomplexes ermöglicht.

Mit den innovativen Sanierungsmaßnahmen wurde der Standard und Wohnkomfort des Gebäudes nachhaltig und langfristig aufgewertet und die entstandenen attraktiven Räumlichkeiten für eine erweiterte Nutzer­gruppe in Symbiose mit den bestehenden Nutzungen geöffnet.

Die auf die speziellen Gegebenheiten angepassten, innovativen Lösungen sollen für zukünftige Sanierungsprojekte von Gründerzeithäusern und denkmalgeschützten Objekten als Grundlage dienen, und einen interessanten Beitrag zur Evaluierung und Standardisierung thermischer Sanierungsmaßnahmen leisten.

Methodische Vorgehensweise

Da auf Grund der Denkmalschutzauflagen eine thermische Sanierung im herkömmlichen Sinn nicht in Frage kam, wurde das Ziel einer hocheffi­zienten thermischen Sanierung durch folgende Maßnahmenpakete verfolgt und bereits realisiert:

  • Die Außenflügel der Wiener Kastenfenster wurden in den denkmalge­schützten Fassaden erhalten und saniert und mit passivhaustaug­lichen innengelegenen Holzfenstern ergänzt.
  • Die Reduktion des Energiebedarfs wurde in den denkmalgeschützten Fassaden durch Innendämmung erreicht.
  • Einsatz eines zentralen Lüftungsgerätes mit Wärmerückgewinnung in allen Wohnräumen und Aufenthaltsräumen.
  • Der Dachstuhl wurde statisch verstärkt und thermisch saniert unter Beibehaltung der Dachdeckung und der äußeren Kontur an den denkmalgeschützten Fassaden.
  • Die Hoffassade, der Zubau sowie die Feuermauern wurden hoch­effizient thermisch saniert.

Bisher erzielte Ergebnisse

  • Das Bauvorhaben wurde abgeschlossen und den Nutzern übergeben.
  • Alle Maßnahmen wurden soweit wie möglich laut Projektplan umge­setzt, es gibt nur geringfügige Abweichungen.
  • Sämtliche Innenausbau- und Komplettierungsarbeiten sind abgeschlossen.
  • Die tatsächliche energetische Performance wurde ermittelt.
  • Die Überwachung und Auswertung der mit Messfühlern ausge­statteten Wohnungen läuft.

Ergebnisse

  • Die innovativen Maßnahmen sind alle fachgerecht durchgeführt.
  • Der Heizenergieverbrauch liegt beim berechneten Heizwärmebedarf, was sich auch in niedrigeren Betriebskosten wiederspiegelt.
  • Eine hohe Nutzerzufriedenheit wird festgestellt, durch die Verbesserung des Komforts und des Raumklimas.
  • Das Bauvorhaben Kaiserstraße 7 fungiert als Vorbildprojekt für die Sanierung denkmalgeschützter Gründerzeithäuser.

Publikationen

KA 7 - Kaiserstraße: Innovative Sanierung eines denkmalgeschützten Gründerzeitgebäudes mit Innendämmung

Schriftenreihe 23/2014 G. Trimmel, N. Bruckner, K. Smole, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 52 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleitung

Kongregation der Mission vom heiligen Vinzenz von Paul (Lazaristen) Pater Mag. Eugen Schindler CM

Projekt- bzw. KooperationspartnerIn

Architekt Kronreif_Trimmel&Partner ZT Ges.m.b.H.

Kontaktadresse

Architekt Kronreif_Trimmel&Partner ZT Ges.m.b.H.
Arch. DI Günther Trimmel
Johann Hörbiger Gasse 30
A-1230 Wien
Tel.: +43 (1) 889 3079
Fax.: +43 (1) 889 3079 212
E-Mail: info@architekten.or.at
Web: www.gruenderzeitplus.at

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