Kreislaufwirtschaft

Österreich auf dem Weg zu einer nachhaltigen und zirkulären Gesellschaft

Das 21. Jahrhundert stellt die Menschheit vor enorme Herausforderungen. Klimakrise, Umweltverschmutzung, die Zerstörung von Ökosystemen und der damit einhergehende Biodiversitätsverlust sowie die zunehmende Verknappung endlicher Ressourcen zeigen die Grenzen linearen Wirtschaftens auf und erfordern eine fundamentale Transformation. Hier setzt das Konzept der Kreislaufwirtschaft an, dessen Umsetzung alternativlos ist, um künftig innerhalb der ökologischen Grenzen des Planeten zu bleiben.

In einer kreislauforientierten Wirtschaft werden Rohstoffe sowie die daraus produzierten Güter möglichst ressourcenschonend hergestellt, die Lebensdauer der Erzeugnisse prolongiert sowie deren Nutzung intensiviert, um so Ressourcenverbrauch, Abfallaufkommen und Schadstoffausstoß auf ein Minimum zu reduzieren.

Erst wenn Produkte nicht mehr anderweitig Verwendung finden, werden diese dem Abfallstrom zugeführt. Durch Recycling werden daraus Sekundärrohstoffe gewonnen. Jene Abfälle, die sich – z.B. aufgrund ihres Schadstoffgehalts – nicht zur direkten stofflichen Verwertung eignen, werden energetisch genutzt oder deponiert.

Für eine Transformation unseres linearen Wirtschaftssystems hin zur Kreislaufwirtschaft sind völlig neue technologische Ansätze, innovative Geschäftsmodelle, systemisches interdisziplinäres Denken, enge Vernetzung der Akteure und verbessertes Informationsmanagement notwendig.

Initiativen des BMK im Kontext der Kreislaufwirtschaft

Das BMK initiiert seit vielen Jahren zahlreiche Forschungsaktivitäten, die grundlegend für die effiziente und nachhaltige Nutzung kreislauforientierter und biobasierter Rohstoffe sowie Energieträger sind. Damit wird dazu beigetragen, die Entwicklung österreichischer Stärkefelder voranzutreiben und richtungsweisende Forschungsergebnisse in ausgewählten Themenfeldern zu erzielen.

Der FTI-Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft des BMK

Kreislaufwirtschaft erfordert Systemänderungen rundum und innerhalb des Wirtschaftssystems. In der Vergangenheit fanden Innovationen oft in ‚Silos' statt und wurden für einen bestimmten Aspekt des Produkts oder Materials optimiert. Während diese Innovationen in einem Bereich Verbesserungen brachten, schwächten sie oft die Wertschöpfung oder -erhaltung in anderen, meist nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette. Aus diesem Grund braucht es systemische Innovationen, welche sowohl für den Akteur als auch für das System als Ganzes einen Wert schaffen.

Im Sinne einer missionsorientierten Innovationspolitik wurde „Kreislaufwirtschaft" als einer von drei FTI-Schwerpunkten verankert. Neben den Schwerpunkten ‚Energiewende' und ‚Mobilitätswende' verfolgt das BMK mit der Mission „Österreich auf dem Weg zu einer nachhaltigen und zirkulären Gesellschaft" im Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft einen fachübergreifenden Ansatz, der sämtliche FTI-Themen einbezieht und dadurch einen wirkungsorientierten Instrumentenmix für die Umsetzung bereitstellen soll (siehe Abb). Entlang gemeinsamer FTI-Ziele werden Maßnahmen umgesetzt, die in unterschiedlichen, nationalen Förderinitiativen verankert sind und weitgehend über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt werden.

Die FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft

Bei der FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft als Kerninitiative und zentrale Maßnahme des FTI-Schwerpunktes werden relevante Herausforderungen entlang des gesamten Wertschöpfungskreislaufs (siehe Abb) identifiziert und adressiert. Ziel ist es, durch Innovation, Technologie und Betrachtung des gesamten Systems die Basis für eine zirkuläre Wirtschaftsweise bereitzustellen. Das erfordert die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Technologien, Systeme und Prozesse.

Im Fokus stehen dabei die Beschaffung und Nutzung recycelbarer, unbedenklicher und möglichst biobasierter Materialien, sämtliche Aspekte des Designs (Materialauswahl, Zerlegbarkeit, Reparierbarkeit, Re-Use) sowie die ressourceneffiziente und emissionsarme Herstellung wiederverwendbarer Produkte. Weitere zentrale Handlungsfelder sind die Rohstoffrückgewinnung (Aufbereitung) sowie sämtliche Aspekte des Recyclings. Überlegungen zu adaptiertem Verbraucher:innenverhalten (Leasing, Sharing, Re-Use, Refurbishment, Repair) sind dabei ebenso von entscheidender Bedeutung wie eine durchgängige Erfassung, Nutzung und Bereitstellung von Daten über den gesamten Lebenszyklus und in Projektideen einzubeziehen.

Der Wertschöpfungskreislauf

Die mehrjährige FTI-Initiative ‚Kreislaufwirtschaft' unterstützt mit jährlichen Ausschreibungen innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und stärkt damit die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie. Sie trägt wesentlich zur Umsetzung nationaler und europäischer Strategien im Bereich Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie sowie der Sustainable Development Goals der United Nations (UN) bei. Damit wird ein substanzieller Beitrag zum Ausbau der Technologieführerschaft sowie zur Lösung von drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimakrise und Ressourcenknappheit geleistet.

Die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie

Das Bundesministerium hat unter Einbindung zahlreicher Stakeholder einen Entwurf für eine nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (PDF, 2 MB) erarbeitet. Stellungnahmen zum Entwurf konnten bis 31. Jänner 2022 an das BMK gesendet werden.

Die Strategie zielt darauf ab, den Ressourcenverbrauch zu verringern, Umweltverschmutzung und Abfälle zu vermeiden, die Wertschöpfung und Ressourceneffizienz zu erhöhen sowie negative soziale Auswirkungen auf die Menschen abzufedern. Unterstützt werden Entwicklungen und Maßnahmen, die zu einem größeren Angebot und zu einer höheren Nachfrage nach zirkulären Produkten und Dienstleistungen sowie wieder-verwendbaren und recycelten Materialien beitragen. Dazu sind in der Strategie drei Schlüsselbereiche definiert:

  1. Nachhaltiges Design und nachhaltige Produktion
  2. Nachhaltige Nutzung und nachhaltiger Konsum sowie
  3. Bereitstellung von Sekundärrohstoffen und Recycling.

Zudem bilden zehn Kreislaufwirtschaftsgrundsätze das Fundament der angestrebten Transformation von der linearen zur zirkulären Wertschöpfung.

In Anlehnung an den EU-Aktionsplan Kreislaufwirtschaft 2020 werden in folgenden Transformationsschwerpunkten konkrete Ziele und Maßnahmen für die österreichische Kreislaufwirtschaft definiert:

  • Bauwirtschaft und bauliche Infrastruktur
  • Mobilität
  • Abfallmanagement
  • Biomasse
  • Textilien und Bekleidung
  • Kunststoffe und Verpackungen
  • Elektro- und Elektronikgeräte

Weitere Informationen auf der BMK-Website

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