Foto: Frontansicht des KlimaKomfortHauses in Wien

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 17/2001
Cleaner Production in Österreich - eine Bilanz

Zusammenfassung der Berichte Evaluation der CP-Programme in Österreich Effektivität betrieblicher Umweltsystem Cleaner Production and Climate Change

Inhaltsbeschreibung

Mit der vorliegenden Zusammenfassung soll ein Überblick über die Ergebnisse der österreichischen Programme im Bereich des vorsorgenden Umweltschutzes gegeben, aber auch der Bedarf an weiterführender Forschung und Technologieentwicklung artikuliert werden. Auch wenn einzelne Programme durchaus erfolgreich waren, zeigt diese Zwischenbilanz, dass das präventive Potential der Cleaner Production - Methodik noch bei weitem nicht ausgeschöpft wurde und dass insbesondere in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise weitergehende Aktivitäten voranzutreiben sind.

In Österreich besteht mit der Umsetzung von Maßnahmen zum produktionsintegrierten Umweltschutz (Cleaner Production) eine langjährige Erfahrung. Ausgehend von Initiativen des BMUJF (heute BMLFUW) sowie BMWV (heute BMVIT und BMBWK) oder auch einzelnen österreichischen Gemeinden haben zahlreiche Firmen von sich aus oder im Rahmen von organisierten Programmen (PREPARE, ÖKOPROFIT, Branchenkonzepten, EMAS-Förderungen) Maßnahmen gesetzt, die zu einer - oftmals deutlichen - Reduktion von Abfällen und Emissionen geführt haben.

Nach einigen Jahren Förderpolitik für diese Programme war es für die Auftraggeber von großem Interesse, diese verschiedensten Programme auf ihre Zielsetzungen und Wirkungen hin zu evaluieren.

In diesem Fall war es sinnvoll, die Aufträge zur Evaluation entsprechend der Menge und der ganz unterschiedlicher Fragestellungen, wie

  • Wirtschaftsentwicklung und Innovationskraft der CP Betriebe
    Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen auf die Umweltsituation
    Bestandsaufnahme des aktuellen Standes von solchen Systemen des integrierten betrieblichen Umweltschutzes
  • Effektivität der einzelnen Umweltsysteme
    Bedeutung von Zielen des Umweltmanagement in den einzelnen Programmen
  • Bedeutung der Maßnahmen für die Ziele des Klimaschutzes
    an verschiedene Auftragnehmer zu vergeben, diese aber sanft zu einer Kooperation zu zwingen.

In dieser Bilanz Cleaner Production in Österreich stellen die Auftragnehmer ihre Zielsetzungen, ihre Kooperation und die Durchführung, sowie die Zusammenfassung der Einzelergebnisse vor. Das letzte Kapitel fasst noch einmal die Erkenntnisse und teilweise auch die Empfehlungen der Auftragnehmer auf Basis dieser Evaluationen zu gemeinsamen Headlines zusammen.

Die ständige Kommunikation der einzelnen Partner untereinander hat auch zur Diskussion der Ergebnisse und relativ gut abgesicherten Schlagzeilen in dieser Evaluation geführt. Diese können und sollen auch als Ausgangslage für die Initiation und Fortsetzung von Programmen für den betrieblichen Umweltschutz dienen.

Ohne die Aussagen abschwächen zu wollen, sollte man nicht vergessen zu sagen, dass die vorliegende Stichprobe Ergebnisse aus Betrieben zeigt, die man als Vorzeigebetriebe im Sinne einer Umsetzung von Cleaner Production in Österreich bezeichnen kann. Entsprechend sind die Aussagen, die hier getroffen werden, nur für einen kleinen Anteil der österreichischen Betriebslandschaft gültig und nicht unbedingt für den österreichischen Klein- und Kleinstbetrieb typisch. Die Aussage zum Energiebereich stammen aus dem Frühjahr 2000 - noch vor der Ölpreiserhöhung im Sommer.

Die Headlines der CP - Evaluation in Österreich

Zusammenfassung der Headlines dieser gemeinschaftlich durchgeführten Evaluation:

  • Die CP Programme (CPP) zeigen in allen Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung Wirkungen; nicht so sehr im ökologischen Bereich, sondern in den sozialen und wirtschaftlichen Bereichen. (STENUM)
  • Der Gesamterfolg der CPP ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht gut. Betriebe mit Wachstumstendenzen - steigendem Umsatz - haben sichtlich auch Cleaner Production Engagement. (STENUM)
  • Guter Erfolg für die Teilnahme an CPP ist durch die Erhöhung der Innovationskraft garantiert. (STENUM)
  • Bei einer umsatzbereinigten Betrachtung der quantitative Ergebnisse kann man für nahezu alle Größen (Entsorgungskosten, Wasserverbrauch, Abwasseraufkommen, Stromverbrauch (wie Gas- und Ölverbrauch) und Verpackungsmaterialen sowie für die Abfallfraktionen gefährliche Abfälle und Altpapier Abnahmen feststellen (STENUM)
  • Adäquate Zunahme der Emissionen durch Produktionssteigerung kann durch betriebliche Umweltsysteme verhindert werden (IIÖ)
  • Deutlicher Reduktionen der Emissionen haben zum Teil schon früher stattgefunden (IIÖ)
  • Reduktionen sind dort sichtbar, wo gesetzliche Schwerpunktsetzung in Problembereichen (siehe VOC) gesetzt wurden, nicht so stark durch betriebliche Umweltsystemen (IIÖ)
  • Zunehmend werden die "Soft facts" berücksichtigt: Maßnahmen zur Substitution von Arbeits- und Hilfsstoffen durch umweltfreundliche Materialien, Verbesserung im Transport, Kommunikation mit Mitarbeitern und Vertragspartnern, etc. (IIÖ)
  • Betriebe stecken ihre Innovationskräfte nicht so sehr in das Energie-Thema (JOINTS)

Downloads

Cleaner Production in Österreich - eine Bilanz

Zusammenfassung der Berichte 7/2001, 8/2001 und 9/2001
Schriftenreihe 17/2001 Deutsch, vergriffen

Bibliographische Daten

Cleaner Production in Österreich - eine Bilanz
Andrea Grabher, Johann Lomsek, Kurt Schauer, Hans Schnitzer, Aloisia Schön, Brigitte Sebesta, Stefan Steinlechner, Heinz-Peter Wallner, Andreas Windsperger
(Institut für Industrielle Ökologie, Joanneum Research Institut für nachhaltige Techniken und Systeme, STENUM GmbH)

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 17/2001. Die einzelnen Berichte dieser Zusammenfassung sind in der Schriftenreihe unter den Nummern 7/2001, 8/2001 und 9/2001 erschienen.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie

Wien, Dezember 2000
47 Seiten

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