IEA HEV Task 46: Lebenszyklusanalysen (LCA) von elektrischen Lastwagen, Bussen, Zweirädern und anderen Fahrzeugen (Arbeitsperiode 2022 - 2025)

Der Gegenstand dieser F&E Dienstleistung ist die Teilnahme am Task 46 des IEA Fahrzeuge mit Hybrid- und Elektroantrieb Technologieprogrammes (HEV) mit der Erarbeitung der international vereinbarten Themen und die Leitung des Task als Operating Agent. Neben der Erarbeitung von Fallbeispielen der Lebenszyklus­analysen (LCA) werden auch Methoden zu Klimaneutralität und Kreislauffähigkeit entwickelt. Hierzu werden Expert:innen-Workshops abgehalten.

Kurzbeschreibung

Ausgangssituation, Problematik und Motivation

Das IEA HEV Technologieprogramm (TCP) hat zum Ziel, ausgeglichene und objektive Informationen über zukunftsweisende Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge zu erstellen und für Regierungen und lokale Entscheidungsträger:innen aufzubereiten.

Das HEV TCP Arbeitsprogramm umfasst einen umfangreichen Informationsaustausch über Programme und Technologien in den einzelnen Mitgliedsländern, Studien über energetische und ökologische Auswirkungen beim Einsatz von Elektrofahrzeugen sowie Untersuchungen zu Infrastruktur und Speichertechnologien. Zudem werden Trends und technologische Anforderungen für zukünftige Hybridfahrzeuge untersucht.

Es ist internationaler Konsens, dass Umweltbewertungen von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu anderen Antrieben und Energieträgern nur auf Basis von Lebenszyklusanalysen (LCA) gemacht werden können, welche die Herstellung, den Betrieb inkl. Energiebereitstellung sowie die Verwertung am End of Life des Fahrzeuges umfassen. Daher werden in HEV schon seit 2011 Tasks zu LCA durchgeführt.

Ziele und Innovationsgehalt

Der neue Task baut den Vorläufer-HEV-Tasks 30 "Assessment of Environmental Effects of Electric Vehicles" (2016 - 2021) auf und erweitert dessen PKW (M1)-Fokus auf weitere UNECE-Klassen wie Zweiräder, Bus, LKW, Lieferwagen sowie Arbeitsmaschinen (L, M, N) und der dafür benötigten Ladeinfrastruktur.

Schwerpunkt der international vereinbarten Arbeiten bildet die Erarbeitung eines gemeinschaftlichen Zugangs zur Ökobilanzbewertung der angeführten Fahrzeugklassen innerhalb der teilnehmenden Länder, die sowohl der IEA als Organisation als auch den teilnehmenden Partnerländern einen besseren Vergleich der ökologischen Auswirkungen verschiedener auf elektrischen Strom basierender alternativer Antriebsarten bieten soll.

Die untersuchten Antriebsarten umfassen batterieelektrische Fahrzeuge, Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeuge sowie E-Fuels Fahrzeuge mit VKM, die mit konventionellen Treibstoffen verglichen werden. Die Ergebnisse der Ökobilanzbewertung werden anhand von zumindest einer Fallstudie für jede Fahrzeugklasse dargestellt.

Im Task werden folgende Schwerpunkte verfolgt:

  1. Erarbeitung und Vertiefung eines gemeinschaftlichen Zugangs zur Methode der Ökobilanzbewertung der angeführten Fahrzeugklassen innerhalb der teilnehmenden Länder und der IEA, wobei insbesondere die Bewertung der "Klimaneutralität" und der "Kreislauffähigkeit" im Fokus stehen.
  2. Erstellen von LCA Fallstudien zu Bussen (städtisch und ländlich), Nutzfahrzeugen (Letzte Meile und Fernverkehr), Zweirädern und Arbeitsmaschinen unter Einbeziehung der entsprechenden Ladeinfrastruktur, die basierend auf in Kooperation mit den anderen HEV Tasks erarbeiteten Beschreibungen der Technologien und Systeme erfolgen.
  3. Organisation und Durchführung von drei internationalen Expert:innen-Workshops.

Angestrebte Ergebnisse

  • Österreich übernimmt die Rolle des Operating Agent und damit die Task-Leitung und -Koordination sowie erfüllt die Berichtspflichten gegenüber des HEV Exekutivausschusses
  • Einbringen von (Teil-)Ergebnissen österreichischer Forschungs- und Innovationsprojekten in die Task Aktivitäten
  • Organisation eines Workshops in Österreich unter breiter Aktivierung österreichischer Stakeholder und ZEM-Projekte
  • Vergleich und Bewertung der erzielten LCA Ergebnisse der Fallstudien und Aufbereitung der Ergebnisse inklusive Handlungsempfehlungen für das BMK und nationale Stakeholder
  • Dissemination von Task Resultaten an relevante Zielgruppen, insbesondere Bereitsteller und Auftraggeber von Logistikdienstleistungen in der Industrie, sowie regelmäßiger inhaltlicher Austausch mit dem BMK und Teilnahme am Projektbeirat (1x jährlich),
  • Veröffentlichung der Ergebnisse auf IEA- und auf nationalen Plattformen wie etwa open4innovation.

Teilnehmende Staaten

  • Deutschland
  • Österreich (Leitung)
  • Schweiz
  • Spanien
  • USA 

Kontaktadresse

JOANNEUM RESEARCH
Gerfried Jungmeier
Waagner-Biro-Str 100
A-8020 Graz
E-Mail: gerfried.jungmeier@joanneum.at