Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Utendorfgasse Wien

"gugler! build & print triple zero" - Subprojekt 6: Integration der Erfordernisse der "Cradle-to-Cradle" Produktion von Drucksachen in die Gebäudeplanung

Druckerei- und Medienherstellung inkl. aller Produktionsabläufe werden bei der Fa. Gugler GmbH derzeit nach "Cradle-to-Cradle" (C2C) Kriterien optimiert. Ziel dieses Subprojekts ist es, die Erfordernisse einer C2C Produktionsweise, die einen engen Austausch mit biologischen Kreisläufen vorsieht, in der Planungstätigkeit für das neu zu errichtende Gewerbegebäude (Erweiterung) einfließen zu lassen.

Kurzbeschreibung

Dieses Projekt ist ein Subprojekt des Leitprojekts "gugler! build & print triple zero"

Status

laufend

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Die Firma Gugler hat bereits begonnen, ihre Produktionsweise auf eine Strategie der „nützlichen Produkte“ (Cradle to Cradle Redesign-Konzept nach M. Braungart) umzustellen. Das bedeutet: Druckerei- und Medienherstellung inkl. aller Produktionsabläufe derart umzugestalten, dass möglichst alle verwendeten Materialen und Hilfsstoffe in geschlossene Kreisläufe (biologischer und/oder technischer Kreislauf) nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip zirkulieren können und stets einen mehrdimensionalen Mehrwert für Mensch, Wirtschaft und Natur liefern. Die Abbildung kurzgeschlossener, perfekt integrierter C2C Kreisläufe in der Planung des Gewerbegebäudes der Firma Gugler GmbH ist Ziel dieses Subprojekts.

Inhalte und Zielsetzungen

Die Anwendung von Cradle-to-Cradle Kriterien sowohl am Gebäude an sich als auch am Produktionsprozess soll dazu führen, dass Umweltschutz nicht im Sinne von „weniger schädlich als vorher sein“ umgesetzt wird, sondern dass industrielle Fertigung sogar zu einem mess- und spürbaren positiven Effekt auf die umgebende Biosphäre führt.

Vor allem bei Drucksachen kommt es zu einem nennenswerten Ausschuss von etwa 30 Prozent der eingesetzten Masse. Ein dafür geeigneter Teil (der für biologische Kreisläufe nach C2C optimierte Anteil) soll der geplanten Kompostieranlage des Betriebes vor Ort zugeführt werden. Der daraus gewonnene organische Dünger wird im betriebseigenen Nutzgarten (Permakultur) zum Einsatz kommen, das Bodenleben fördern, die Fruchtbarkeit des ökologischen Systems steigern und erntefrische Lebensmittel bester Qualität für die betriebseigene Bioküche liefern, eventuell sogar Hackschnitzel für das eigene BHKW bzw. Biomasse für eine Biogasanlage.

Um gewisse wässrige Druckhilfsmittel in den Cradle-to-Cradle Prozess einbinden zu können, ist es teilweise notwendig, diese vor Ort frisch zu mischen, da nur so auf Konservierungsmittel (Biozide), die weder in einen biologischen noch in einen technischen Kreislauf rückführbar sind, verzichtet werden kann. Zu diesem Zweck soll ein kleines Betriebslabor mit integrierter Kühlmöglichkeit für Chemikalien in der Planung berücksichtigt werden.

In die Raumluft der Produktionshalle werden zahlreiche VOCs (volatile organic compounds) und andere Schwebeteilchen produktionsbedingt abgegeben. Es wird geprüft, ob die Raumluft durch biologische Filter- und Reinigungssysteme gesäubert und aufbereitet werden kann. Konkret wird die Einleitung der Abluft der Produktionshalle in lebendige pflanzliche Wurzelräume geprüft. Diese Raumluft klärenden Pflanzen müssten sich in einem angeschlossenen Wintergarten (unter Glas) befinden. Als Substrat, in welches die Pflanzen eingepflanzt sind, ist der selbst gemachte Kompost aus Drucksachen denkbar.

Diese Prozesse sollen auch durch das neue Gebäude unterstützt und optimiert werden. Das Gebäude muss vor allem hinsichtlich der zu erwartenden Material- und Energieströme optimiert und funktional angepasst werden (Lagerhallen, Produktionsraum, Schnittstellen zwischen menschlichem Gewerbe und umgebender Biosphäre, Medienräume, Konferenzräume, Büros, Hygieneräume, Energiezentrale und Energieverteilung).

Methodische Vorgehensweise

  • Erfassung der zu erwartenden Stoffströme
    Produktionsumfang von Drucksachen der Firma Gugler wird erfasst, besonders des c2c optimierten Anteils.
  • Interdisziplinäre Expertenworkshops
    Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen (Chemiker, Biologen, Verfahrenstechniker, Landwirtschaft, c2c) werden in einem intensiven Austausch die Möglichkeiten und Risiken eines intensiven Stoffstromes zwischen der c2c-Drucksachenproduktion und den umgebenden Grünflächen beraten.
  • Stakeholder Meetings
    Die Konsortialpartner und maßgebende Produktionsmitarbeiter der Fa. Gugler GmbH beraten sich in Besprechungen zu den Erfordernissen einer modernen Druckproduktion.
  • Theoretische Modelszenarien
    Die sinnvollsten und plausibelsten Szenarien werden im Detail dargestellt und durchgerechnet. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen für eine optimale Gebäudeplanung werden festgehalten und in das Pflichtenheft für das Gebäude aufgenommen.
  • Biodiversität und Ökobilanz
    Es werden die in Subprojekt 5 durchgeführten standortbezogenen Untersuchungen, Analysen und Maßnahmenableitungen für die Integration des neuen Bauwerks und seiner Schnittstellen zum vorhandenen Ökosystem-Ausschnitt/Lebensraum herangezogen.

Erwartete Ergebnisse

Der notwendigen Infrastruktur für die Realisierung von kurzgeschlossenen Materialkreisläufen und Energieströmen wird im Gebäudeplan besondere Aufmerksamkeit gewidmet (Wasserströme, Papierströme, Tinten und Hilfs-Chemikalien, Biomasseströme, usw.). Der Anforderungskatalog für die c2c-Produktionskreisläufe an das Gebäude soll durch dieses Subprojekt geliefert werden.

Projektbeteiligte

ProjektleiterIn

  • alchemia-nova OG Institut für innovative Phytochemie und Kreislaufwirtschaft

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen

Kontaktadresse

alchemia-nova OG, Institut für innovative Phytochemie und Kreislaufwirtschaft
Dipl. Ing. (FH) Heinz Gattringer
Baumgartenstrasse 93, A-1140 Wien
Tel.: +43 (1) 810 1000
Mobil: +43 (650) 810 1002
Fax: +43 (1) 810 1010
E-Mail: office@alchemia-nova.net
www.alchemia-nova.net

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