Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Stoffliche Nutzung fossiler Rohstoffe in Österreich und deren biobasierte Substitution

Im Hinblick auf ein zukunftsfähiges Wirtschaften sind biobasierte Industrierohstoffe zwingend erforderlich, um die Abhängigkeit von und Umweltschäden durch fossile Rohstoffe zu überwinden. Basierend auf einer Materialflussanalyse von stofflich genutzten fossilen Rohstoffen werden biobasierte Substitutionspfade identifiziert, deren Marktreife recherchiert und somit auch der weitere Forschungsbedarf abgeschätzt.

Kurzbeschreibung

2015 wurden nach Österreich rund 5.800 kt fossile Rohstoffe und Produkte für die stoffliche Nutzung (ohne Energie) importiert. Hinzu kamen rund 150 kt fossile Rohstoffe (Erdöl und Erdgas) aus dem Inland. Daraus wurden rund 2.750 kt an fossilen Produkten für die Verwendung im Inland und rund 2.950 kt für den Export gefertigt.

Betrachtet man den Materialeinsatz (Produktion plus Importe minus Exporte) für die stoffliche Nutzung im Detail, zeigen sich als die massen-bezogen größten Produktanwendungen:

  • 1.107 kt Kunststoffe in Primärform (davon 408 kt für Kunststoffverpackungen und 334 kt für Industrieprodukte aus Kunststoff),
  • 561 kt Bitumen,
  • 548 kt acyclische Kohlenwasserstoffe (zum Teil für die Herstellung von Kunststoffen) und
  • 449 kt Kunstharze.

Zur Unterstützung der biobasierten Substitution dieser Mengen wurden im Rahmen der vorliegenden Studie einerseits die Mengenströme der stofflichen Nutzung von fossilen Rohstoffen in Österreich für das Referenzjahr 2015 zusammengetragen und analysiert sowie andererseits biobasierte Technologiepfade in einer breit angelegten Literaturrecherche gesammelt und ausgewertet.

Ein wesentliches Ergebnis dieser Technologierecherche ist ein interaktives Beziehungsdiagramm, welches die möglichen Produktionsketten von biobasierten Rohstoffen hin zu Fertigprodukten übersichtlich und nachvollziehbar darstellt.

Darüber hinaus wurde eine vollständige Überleitung in die biobasierte Industrie für Österreich in drei stark vereinfachten Szenarien abgeschätzt. Die Szenarien hatten zum Ziel, herauszuarbeiten welchen Flächenbedarf eine vollständig biobasierte Industrie in Österreich bedeuten kann – trotz möglichst flächen-effizienter biobasierter Technologiepfade.

Die Szenarioergebnisse weisen einen Flächenbedarf zwischen 0,9 bis 3,8 Millionen Hektar aus. Da in Österreich derzeit rund 7,4 Millionen Hektar land- und forstwirtschaftlich genutzt werden, bedarf es einer starken und flexiblen Kreislaufwirtschaft, um die bestehenden Flächenkonkurrenzen nicht noch weiter zu strapazieren.

Projekt-Bilder

Publikationen

Stoffliche Nutzung von fossilen Rohstoffen mit Blick auf eine biobasierte Substitution in Österreich

Gesamthafte Abschätzung der stofflichen Nutzung von fossilen Rohstoffen in Österreich mit besonderem Fokus auf die Überleitung in eine flächendeckende biobasierte Industrie Schriftenreihe 3/2018
T. Steffl, J. Kisser, V. Reinberg, B. Sajtos, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 78 Seiten

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Projektbeteiligte

  • scenario editor e.U.
  • alchemia-nova GmbH

Kontaktadresse

scenario editor e.U.
Ing. Thomas Steffl, MSc.
Hauptstraße 149
A-2504 Sooß
Tel.: +43 (660) 264 4747
E-Mail: steffl@scenarioeditor.at
Web: www.scenarioeditor.at

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