IEA EBC Annex 94: Validierung und Verifizierung von In-situ-Messverfahren zur Bewertung der Gebäudeenergieperformance
Kurzbeschreibung
Österreich beteiligt sich mit AEE INTEC und dem Forschungsbereich Hochbau und Gebäudeerhaltung der TU Wien am IEA EBC Annex 94, um praxistaugliche und international vergleichbare Verfahren zur In-situ-Erfassung der energetischen Gebäudeperformance unter realen Nutzungsbedingungen weiterzuentwickeln. Im Zentrum steht die Bestimmung des Wärmeverlustkoeffizienten (Heat Transfer Coefficient, HTC) als Schlüsselgröße, um den „Performance Gap" zwischen berechneter und tatsächlich erreichter Heiz- bzw. Kühlleistung zu verringern. Ziel ist es, belastbare Mess-, Validierungs- und Diagnoseansätze bereitzustellen, die Sanierung, Qualitätssicherung und evidenzbasierte Politik- und Förderinstrumente in Österreich unterstützen und gleichzeitig österreichische Expertise sichtbar in die internationale Standardisierung einbringen.
Die österreichischen Partner tragen entlang mehrerer Annex-Schwerpunkte bei: Bestehende HTC-Schätz- und Messmethoden werden für unterschiedliche Gebäudetypen und Klimazonen erweitert – ausdrücklich auch für Kühlperioden bzw. Zeiten außerhalb der klassischen Heizsaison. Messdaten, Simulation und Monitoring werden kombiniert, um die Genauigkeit der HTC-Bestimmung zu erhöhen und Unsicherheiten systematisch zu reduzieren. Ergänzend werden Analyse- und Diagnoseverfahren entwickelt, die thermische Schwachstellen und Ursachen von Performance-Abweichungen sichtbar machen. Dazu zählen skalierbare Datenerfassungsmethoden wie drohnengestützte Thermografie sowie KI-gestützte Fehlerklassifikation und Screeningansätze. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau standardisierter, qualitätsgesicherter Datensätze aus realen Messungen, Testständen und Simulationen als offene Ressource für Forschung und Anwendung.
Erwartet werden robustere, breiter anwendbare HTC-Verfahren sowie ein konsistenter Rahmen für Verifikation, Validierung und Unsicherheitsbewertung, der die Vergleichbarkeit zwischen Methoden erhöht und den Transfer in Standards und Regelwerke erleichtert. Für die Praxis entstehen nachvollziehbare Diagnose- und Screeningworkflows, die Sanierungsentscheidungen unterstützen, Maßnahmen priorisierbar machen und Qualität im Betrieb überprüfbar machen – ohne invasive Untersuchungen. Offene, kuratierte Datensätze und dokumentierte Vorgehensweisen schaffen eine belastbare Grundlage für weitere Innovationen, die Skalierung von Messkampagnen und die Ableitung von Performance-Kennzahlen. Die Ergebnisse werden zielgruppengerecht in Österreich verbreitet und in relevante Fachcommunities, Lehre und Stakeholder-Prozesse rückgespielt.
Teilnehmende Staaten
Belgien, Vereinigtes Königreich (Leitung), Italien, Spanien, Frankreich, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Österreich
Kontaktadresse
Projektleitung
DI Franz Hengel
AEE – Institute for sustainable Technologies
Feldgasse 19
8200 Gleisdorf
E-Mail: f.hengel@aee.at
Projektpartner
Rene Kurzbauer
TU Wien
Forschungsbereich Hochbau und Gebäudeerhaltung
Karlsplatz 13/210 1040 Wien
E-Mail: rene.kurzbauer@tuwien.ac.at