IEA Bioenergy Task 44: Flexible Bioenergie und Systemintegration (BIOFLEX). Arbeitsperiode 2019 - 2021

Projektziel ist die Mitwirkung an definierten Task-Schwerpunkten, Veranstaltungen und Projekten, die für Österreich von Relevanz sind. Internationale und nationale Disseminierungs- und Vernetzungstätigkeiten zum Informationsaustausch und zur Förderung der Zusammenarbeit werden durchgeführt.

Kurzbeschreibung

In der Stromproduktion ist ein beträchtlicher Einsatz variabler erneuerbarer Energien (VRE) ein wichtiger Teil der Umgestaltung des Energiesystems. Dabei können rasche Veränderungen des Energiemixes die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes vor Allem bei wetterbedingten Belastungen vor Herausforderungen stellen. Da die fossilen Erzeugungskapazitäten durch die VRE-Erzeugung reduziert werden, ist zu klären, wie die Stabilität und Zuverlässigkeit der zukünftigen Energieversorgung gewahrt werden kann.

Obwohl sich die Klima- und Energiepolitik noch weitgehend auf Elektrizität konzentriert, wird der Großteil der Energie für Heizen, Kühlen und Transport verwendet. Diese Sektoren sind nach wie vor stark von fossilen Brennstoffen abhängig. So sind erhebliche Anstrengungen zur Dekarbonisierung erforderlich, um die Emissionszusagen des Pariser Abkommens insgesamt erreichen zu können. Neben den sektorspezifischen Maßnahmen müssen die Zusammenhänge zwischen Strom, Wärme und Verkehr erkannt und Synergien genutzt werden, damit sich diese Sektoren bei den Bemühungen um eine Dekarbonisierung gegenseitig unterstützen.

Task 44 basiert auf drei Projekten, die im Rahmen der IEA Bioenergy Task 41-Sonderprojekte im Zeitraum 2016-2017 durchgeführt wurden: Als gemeinsame Schlussfolgerung aus diesen Projekten weist Bioenergie einige einzigartige Eigenschaften auf, die viele der Probleme lösen können, die mit dem Übergang zu einem CO2-armen Energiesystem zusammenhängen.

Nachhaltig erzeugte und genutzte Bioenergie kann

  • als Schlüsselelement bei der Kopplung verschiedener Energiesektoren fungieren
  • kohlenstoffarme Energie bereitstellen, um Wind und Sonne zu ergänzen (Restlast und Netzstabilisierung);
  • Strom chemisch in Brennstoffen speichern, um Wind und Sonne effizienter nutzen zu können;
  • nachhaltige Brennstoffe für Sektoren bereitstellen, in denen andere Optionen zur Dekarbonisierung nicht verfügbar oder übermäßig teuer sind;
  • der Industrie Hochtemperaturwärme und in dunklen und kalten Jahreszeiten Niedertemperaturwärme für Gebäude (und Brauchwasser) zur Verfügung stellen;
  • Wärme, Strom, Brennstoffe und andere Produkte in einer einzigen hocheffizienten Verarbeitungsanlage gleichzeitig erzeugen.

Um diese Ziele zu erreichen, muss die Nutzung von Bioenergie grundlegend geändert werden. Derzeit ist jedoch nur ein begrenztes Verständnis für die Details dieser Änderungen vorhanden. Die nationale Arbeit in Task 44 zielt daher auf Folgendes ab:

  • Ermittlung von Markthindernissen
  • Sammlung von Informationen über globale technologische und politische Entwicklungen, Analyse dieser Daten und Verbreitung an nationale Interessengruppen
  • Beeinflussung nationaler und internationaler Entwicklungen durch Einbeziehung von Akteuren aus Industrie, Wissenschaft und Politik
  • Verbreitung der gewonnenen Informationen an eine möglichst große Gruppe relevanter Branchen, um Produkt- und Technologieentwicklungen frühzeitig an sich ändernde Bedingungen anzupassen und sich ergebende Chancen zu nutzen

Teilnehmende Staaten

Australien, Deutschland (stv. Taskleitung), Finnland (Taskleitung), Irland, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, USA

Kontaktadresse

DI Dr. Ernst Höftberger
Gewerbepark Haag 3
3250 Wieselburg Land
E-Mail: Ernst.Hoeftberger@bioenergy2020.eu

Lukas Kranzl
Gusshausstrasse 25-29/370-3
A-1040 Wien
E-Mail: kranzl@eeg.tuwien.ac.at