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Energieforschungserhebung 2015 - Ausgaben der öffentlichen Hand in Österreich

Die Ausgaben der öffentlichen Hand für Energieforschung in Österreich betrugen im Jahr 2015 128,4 Mio. Euro und sanken somit im Vergleich zum Vorjahr um 10,3 %. Die Forschungsschwerpunkte Energieeffizienz, Smart Grids/Speicher und Erneuerbare stellen die Prioritäten der öffentlich finanzierten Energieforschung in Österreich dar.

Inhaltsbeschreibung

Die Mitgliedschaft bei der Internationalen Energieagentur (IEA) verpflichtet Österreich zur jährlichen Erfassung aller Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte im Energiebereich, die mit Mitteln der öffent­lichen Hand finanziert wurden.

Seit dem Berichtsjahr 2011 wird von allen Mitgliedstaaten der IEA eine neue, einheitliche und detaillierte Erhebungsmethodik angewendet, die auch von Österreich als Mitglied voll umgesetzt wird. Rund 950 Projekte und Aktivitäten wurden für 2015 erfasst.

Öffentliche Hand gab 2015 mit 128,4 Mio. € für Energieforschung aus, das ist um 10,3 % weniger als im Vorjahr

Auf den Themenbereich "Energieeffizienz" entfallen 44,4 % der Forschungsmittel

An erster Stelle der sieben übergeordneten Themenbereiche der IEA-Erhebungsstruktur liegt, wie bereits in den Jahren zuvor, der Bereich „Energieeffizienz“ mit 57 Mio. €. Die wichtigsten Forschungskategorien waren in diesem Bereich effiziente kommunale Dienstleistungen in Städten und Gemeinden (Smart Cities)mit 16,1 Mio. € und energieeffiziente Gebäude mit 12 Mio. €.

"Übertragung, Speicher u. a." folgen mit einem Anteil von 27,9 % auf Platz zwei

Der Themen­bereich "Übertragung, Speicher u. a." konnte mit öffentlichen Energieforschungsausgaben von 35,9 Mio. Euro bereits zum zweiten Mal den zweiten Platz einnehmen. Dafür waren primär die Projekte der elektrischen Übertragung und Verteilung (17,7 Mio. Euro) sowie Speicherung von Strom und Wärme (12,8 Mio. €) verantwortlich.

An dritter Stelle liegt der Themenbereich "Erneuerbare Energie" mit 17,3 %

Im Bereich „Erneuerbare Energie“ wurden 22,1 Mio. €, das sind um 10,3 Mio. € weniger als im Vorjahr. Der Spitzenreiter dabei war die Kategorie Bioenergie mit 10,1 Mio. € und Photovoltaik mit 7,2 Mio. €.

Diese drei Themenbereiche spiegeln mit 90 % der Ausgaben klar die Prioritäten der öffentlich finanzierten Energieforschung in Österreich wider.

Neu in den Top zehn Forschungsthemen waren 2015 Elektrische Kraftwerke mit 4,2 Mio. € und CO2 Abscheidung, Transport und Speicherung mit 2,7 Mio. €

Drei Viertel der in diesem Bericht dargestellten Ausgaben stellten im Jahr 2015 direkte Finanzierungen durch Förderstellen dar (Bund, Länder, Fonds), den verbleibenden Anteil machte die mit Bundes- bzw. Landesmitteln grundfinanzierte Eigenforschung (durch sog. „Eigenmittel“) an Forschungseinrichtungen aus.

Klima- und Energiefonds war 2015 mit 39 % der Forschungsmittel wichtigste Förderstelle

Zahlreiche energieforschungsrelevante Programmlinien, wie das Energie­forschungsprogramm, aber auch Smart Cities, Leuchttürme der E-Mobilität etc. trugen dazu bei, dass der Klima- und Energiefonds 2015 mit 50 Mio. Euro ( 9,2 % gegenüber 2014) die meisten Finanzierungen der öffentlichen Hand für F&E bereitstellte.

Die Bundesministerien stellten 2015 weitere 24,2 Mio. Euro zur Verfügung. Bei den Ausgaben der FFG-Basisprogramme wurde für 2015 nach Jahren der Steigerung erstmals wieder ein Rückgang auf 13,1 Mio. Euro verzeichnet. Die von den Bundesländern für 2015 genannten Ausgaben stellen mit 7,7 Mio. Euro einen deutlichen Rückgang um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr dar.

Eigenmitteleinsatz des Austrian Institute of Technology um 33 % gesteigert

Bei der Basisfinanzierung der nationalen Forschungsinfrastruktur (Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungsinstitute) konnte das Austrian Institut of Technology AIT seinen Eigenmitteleinsatz im Energiebereich von 15 auf 20 Mio. € steigern.

Der Großteil der Mittel (72,9 %) wurde für angewandte Forschung eingesetzt, für experimentelle Entwicklung waren es 14 %. Auf die Kategorie "erstmalige Demonstration" entfielen 8 % der Mittel. Die energiebezogene Grundlagenforschung stellt mit 5,1 % einen kleinen, aber wichtigen Anteil dar.

Downloads

Energieforschungserhebung 2015

Ausgaben der öffentlichen Hand in Österreich Erhebung für die IEA
Schriftenreihe 14/2016 A. Indinger, M. Katzenschlager, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 128 Seiten

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