Foto: Frontansicht des Wohnhauses in der Makartstraße, Linz

Energieforschungserhebung 2014: Ausgaben der öffentlichen Hand in Österreich, Erhebung für die IEA

Die Ausgaben der öffentlichen Hand für Energieforschung in Österreich betrugen im Jahr 2014 143,1 Mio. Euro und stiegen somit im Vergleich zum Vorjahr um 14,9 %. Die Forschungsschwerpunkte Energieeffizienz, Smart Grids/Speicher und Erneuerbare stellen die Prioritäten der öffentlich finanzierten Energieforschung in Österreich dar.

Inhaltsbeschreibung

Die Mitgliedschaft bei der Internationalen Energieagentur (IEA) verpflichtet Österreich zur jährlichen Erfassung aller in Österreich durchgeführten Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte im Energiebereich, die mit Mitteln der öffentlichen Hand finanziert wurden.

Erhebung und Auswertung der Daten erfolgt anhand von Fragebögen und durch vor Ort Erhebungen bei Forschungsförderinstitutionen. Die fast 1.100 identifizierten Aktivitäten wurden thematisch zugeteilt - hierfür steht ein Themenkatalog der IEA zur Verfügung, der über 140 Subthemen enthält und internationale Vergleichbarkeit ermöglicht.

Öffentliche Hand gab 2014 mit 143,1 Mio. Euro um 15 % mehr für Energieforschung aus

Mit einem Zuwachs von 18,6 Mio. Euro gegenüber 2013 erreichten die Ausgaben der öffentlichen Hand für Energieforschung in Österreich im Jahr 2014 143,1 Mio. Euro und damit einen historischen Höchststand

Auf den Themenbereich "Energieeffizienz" entfallen 43 % der Forschungsmittel

An erster Stelle der sieben übergeordneten Themenbereiche der IEA-Erhebungsstruktur liegt - wie bereits in den Jahren zuvor - der Bereich 'Energieeffizienz". Die Ausgaben Bereich Energieeffizienz stiegen gegenüber 2013 um 6,2 Mio. Euro (+11 %) und machten im Jahr 2014 61,7 Mio. Euro aus. Aktivitäten im Bereich der Gebäudehülle und Gebäudetechnik stellten mit Ausgaben von 17,8 Mio. Euro auch 2014 eines der wichtigsten Themen der Energieforschung dar.

"Übertragung, Speicher u. a." folgen mit einem Anteil von 25 % auf Platz 2

Der Themen­bereich "Übertragung, Speicher u. a." konnte mit öffentlichen Energieforschungsausgaben von 35,3 Mio. Euro zum ersten Mal den zweiten Platz einnehmen. Dafür waren primär die Projekte der elektrischen Übertragung und Verteilung (21,4 Mio. Euro) verantwortlich. Das Thema der Speicherung verzeichnete 2014 eine besonders deutliche Steigerung, verglichen mit dem Vorjahr: Die Ausgaben in diesem Sub-Bereich wurden mehr als verdoppelt und machten 12 Mio. Euro aus.

Knapp dahinter kommt der Themenbereich "Erneuerbare Energie" mit 23 %

2014 stellten die Technologien im Solarbereich - und hier insbesondere die Photovoltaik - den dominierenden Schwerpunkt bei den erneuerbaren Energieträgern und waren für fast 60 % der Ausgaben von insgesamt 32,4 Mio. Euro (+10 % gegenüber 2013) bei den Erneuerbaren verantwortlich.

Solares Heizen und Kühlen konnte nach zwei vergleichs­weise schwachen Jahren wieder deutlich zulegen.

Der Bereich Bioenergie verzeichnete wieder eine leichte Steigerung auf 9,4 Mio. Euro für 2014.

Diese drei Themenbereiche spiegeln mit 90 % der Ausgaben klar die Prioritäten der öffentlich finanzierten Energieforschung in Österreich wider. Ein Minus bei den öffentlichen Energie­forschungsausgaben verzeichneten die Themenbereiche "Fossile Energieträger", "Kernenergie" und "Andere Querschnittstechnologien".

Etwa vier Fünftel der Ausgaben stellten direkte Finanzierungen durch Förderstellen dar, den verbleibenden Anteil von rund 20 % machte die mit Bundes- bzw. Landesmitteln grundfinanzierte Eigenforschung an Forschungseinrichtungen aus.

Klima- und Energiefonds war 2014 mit knapp einem Drittel der Forschungsmittel wichtigste Förderstelle

Zahlreiche energieforschungsrelevante Programmlinien, wie das Energie­forschungsprogramm, aber auch Smart Cities, Leuchttürme der E-Mobilität etc. trugen dazu bei, dass der Klima- und Energiefonds 2014 mit 45,8 Mio. Euro (+20 % gegenüber 2013) die meisten Finanzierungen der öffentlichen Hand für F&E bereitstellte.

Ein Viertel der Energieforschungsausgaben kommen von den Bundesministerien

Die Bundesministerien stellten 2014 36,3 Mio. Euro für energiebezogene F&E zur Verfügung, ein Anstieg von 22 % gegenüber dem Jahr davor.

Auf Platz 3 folgen die FFG-Basisprogramme mit 13 %

Für das Jahr 2014 wurde das sechste Jahr in Folge eine Steigerung der Ausgaben der FFG-Basisprogramme verzeichnet (+3 %), die zu einem Volumen von 18,1 Mio. Euro führte und primär Unternehmen für experimentelle Entwicklung zur Verfügung standen.

Langjähriger Höchststand bei Forschungsausgaben der Bundesländer

Die Bundesländer rangieren in der Auswertung nach Institutionen im Jahr 2014 mit 8 % der Ausgaben zwar nur auf Rang 6, markieren mit 11,4 Mio. Euro aber einen langjährigen Höchststand, wobei über 80 % der Mittel vom Bundesland Wien kamen.

Basisfinanzierte Eigenforschung stagniert

Die Basisfinanzierung der nationalen Forschungsinfrastruktur konnte in den letzten Jahren mit den steigenden Aktivitäten der Energieforschung nicht Schritt halten, einzige Ausnahme ist hier das AIT, das allerdings das zweite Jahr in Folge einen leichten Rückgang beim Eigenmitteleinsatz zu verzeichnen hatte. Bei den Universitäten konnte der Einsatz der Mittel für Energieforschung auf 12 Mio. Euro gesteigert werden. Bei den Fachhochschulen liegt das Schwergewicht nach wie vor auf der Lehre, die Ausgaben sind mit 1,1 Mio. Euro Eigenmitteleinsatz hier vergleichsweise gering.

70,7 % der Mittel der öffentlichen Hand im Jahr 2014 wurden für angewandte Forschung eingesetzt, für experimentelle Entwicklung waren es 17,3 % (siehe Abb. 4). Auf die Kategorie "erstmalige Demonstration" entfielen 6,9 % der Mittel. Die energiebezogene Grundlagenforschung stellt mit 5,1 % einen kleinen, aber wichtigen Anteil dar.

Downloads zur Publikation

Energieforschungserhebung 2014

Ausgaben der öffentlichen Hand in Österreich Erhebung für die IEA
Schriftenreihe 12/2015 A. Indinger, M. Katzenschlager, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 129 Seiten

Downloads zur Publikation

Präsentationen

Kontakt

Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency
DI Andreas Indinger, Marion Katzenschlager
Tel.: +43 (1) 586 15 24 - 111
E-Mail: andreas.indinger@energyagency.at
Web: www.energyagency.at

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