IEA PVPS Country Updates 2025 – National Report: Austria
Bibliographische Daten
Hubert FechnerHerausgeber: Austrian Photovoltaic Technology Platform / IEA PVPS, 2025
Englisch, 92 Seiten
Inhaltsbeschreibung
Der österreichische Länderbericht im Rahmen des IEA PVPS Programms bietet eine umfassende Analyse der politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Photovoltaik in Österreich für das Jahr 2025.
Die wichtigsten Kernpunkte des Berichts umfassen:
Marktentwicklung und PV-Ausbau
Nach zwei Rekordjahren mit einem jährlichen Zubau von weit über 2,5 GW verlangsamte sich die PV-Expansion in Österreich im Jahr 2025 deutlich. Dennoch wurden rund 1,8 GW (DC) neu an das Netz angeschlossen, wodurch die kumulierte installierte Gesamtkapazität zum Jahresende rund 11 GW (DC) erreichte. Die Photovoltaik deckt damit etwa 13 % des nationalen Strombedarfs. Insgesamt lag der Anteil erneuerbarer Energien an der österreichischen Stromerzeugung 2025 bei rund 85 %, was jedoch aufgrund geringerer Verfügbarkeit von Wasser- und Windkraft einen Rückgang gegenüber 2024 darstellt.
Politische Rahmenbedingungen und das neue Elektrizitätsgesetz
Als Hauptursache für den Rückgang im Heimbereich gilt das vorzeitige Ende der Umsatzsteuerbefreiung für kleine PV-Anlagen durch die neue Regierung. Ein regulatorischer Meilenstein war das kurz vor Jahresende verabschiedete neue Elektrizitätsgesetz. Dieses schafft wesentliche rechtliche Grundlagen für die PV-Integration:
- Technische Vorgaben zur Fernsteuerbarkeit neuer PV-Anlagen oberhalb einer bestimmten Leistungsgrenze (z. B. ab 3,68 kWp) durch Netzbetreiber.
- Einführung eines rechtlichen Rahmens für flexiblen Netzzugang (Anschluss von Anlagen vor vollständigem Netzausbau).
- Verpflichtung der Netzbetreiber zur Bereitstellung gemeinsamer Informationsplattformen für Netzkapazitäten und Entwicklungspläne.
- Rechtliche Basis für den direkten Stromhandel und das Teilen von PV-Strom über das öffentliche Netz (Energiegemeinschaften, Peer-to-Peer).
- Verpflichtung der Stromlieferanten zu dynamischen Preisen sowie Zulassung flexibler Netztarife.
- Reduzierung der vieldiskutierten Netzeinspeisegebühr auf Anlagengrößen außerhalb typischer Wohngebäude-PV.
Forschung, Entwicklung und Demonstration (RD&D)
Die öffentlichen Ausgaben für Energieforschung erreichten 2024 einen Rekordwert von 401 Millionen Euro, wovon ca. 9,4 Millionen Euro direkt in die Photovoltaik-Forschung flossen. Für 2025 führten Budgetkonsolidierungen jedoch zu einem deutlichen Rückgang der öffentlichen Mittel für Leuchtturmprojekte im PV- und Speicherbereich. Inhaltlich stehen innovative Anwendungen im Fokus : Freiflächenanlagen im MW-Bereich werden fast ausschließlich mit landwirtschaftlicher Nutzung (Agri-PV) kombiniert – insbesondere in Verbindung mit Schafzucht sowie im Obstbau (Äpfel, Beeren etc.). Ein starker Impuls zeigte sich bei der Überdachung von Parkplätzen (über 20 MW installierte Leistung im Jahr 2025). Die Gebäudeintegration (BIPV) verzeichnete Anträge für rund 15 MW.
Nationale Netzwerke
Die Österreichische Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) bringt rund 35 Unternehmen und Forschungseinrichtungen zur Innovationssteigerung zusammen. Der Bundesverband Photovoltaic Austria (PV-Austria) fungiert weiterhin als wichtigste Interessenvertretung für die Solar- und Speicherindustrie zur Verbesserung der Marktbedingungen und Öffentlichkeitsarbeit. Ein besonderes Highlight ist zudem die Errichtung einer alpinen 6-MW-PV-Anlage im Gletscherskigebiet Sölden (Tiefenbachgletscher) mit einer schneeabweisenden Spezialkonstruktion.