IEA ES Task 43: Final Report – Storage for renewables and flexibility through standardized use of building mass

Der Bericht beschreibt, wie Gebäudemassen als thermische Speicher genutzt werden können, um erneuerbare Energien besser zu integrieren und Flexibilitäten für Strom- sowie Wärmenetze bereitzustellen.

Bibliographische Daten

Christoph Rohringer, Alireza Afshari, Daniel Heidenthaler, Daniel Muschick, David Ritter, John Grunewald, Joscha Reber, Manuel Andrés Chicote, Manuel Baumgartner, Matthias Kersken, Michael Moltinger, Pablo Hernandez-Cruz, Shady Attia, Thomas Friedrich, Yang Xue
Herausgeber: IEA ES TCP, 2026
Englisch, 195 Seiten

Inhaltsbeschreibung

Der Final Report zu IEA ES TCP Task 43 „Storage for renewables and flexibility through standardized use of building mass" fasst die Ergebnisse eines internationalen Tasks zur Nutzung thermisch aktivierter Gebäudemasse als Speicher- und Flexibilitätsressource zusammen. Ziel war es, die Technologie für eine breitere internationale Anwendung vorzubereiten und ihren Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien, zur Entlastung von Strom- und Wärmenetzen sowie zur Flexibilisierung des Energiesystems sichtbar zu machen.

Betrachtet werden thermisch aktivierte Bauteilsysteme, bei denen Rohrleitungen oder vergleichbare Wärmeübertrager direkt in Bauteile wie Decken, Wände oder Fassaden integriert sind. Dadurch können Gebäude nicht nur beheizt und gekühlt werden, sondern zugleich Wärme oder Kälte speichern und zeitlich verschoben bereitstellen.

Der Bericht gliedert sich in vier Schwerpunkte. 

  • Subtask A behandelt Konstruktion und Materialien. Dabei werden Grundlagen thermisch aktivierter Bauteile, geeignete Materialien, Bauweisen für Neubau und Sanierung sowie innovative Systemlösungen beschrieben. Ein besonderer Fokus liegt darauf, wie aktivierte Gebäudemasse auch im Bestand genutzt werden kann, etwa über aktivierte Fassaden oder vorgefertigte Bauelemente.
  • Subtask B widmet sich Systemintegration und Regelung. Beschrieben werden Simulationsmodelle, Systemkonzepte, Regelungsstrategien sowie digitale Schnittstellen. Der Bericht zeigt, dass der Nutzen thermisch aktivierter Gebäudemasse wesentlich davon abhängt, ob diese nicht nur als träges Heiz- oder Kühlsystem, sondern bewusst als Speicher betrieben wird.
  • Subtask C behandelt nicht-technische Herausforderungen wie regulatorische Rahmenbedingungen, Markt- und Geschäftsmodelle, Anreizsysteme, Komfortanforderungen und Akzeptanzfragen. Der Bericht macht deutlich, dass zentrale Hemmnisse weniger in der technischen Machbarkeit liegen, sondern vor allem in fehlenden rechtlichen Definitionen, unklaren Rollen, mangelnden Erlösmöglichkeiten und unzureichendem Zugang zu Daten und Märkten.
  • Subtask D befasst sich mit Standardisierung, Kennzahlen und Bewertungsmethoden. Diskutiert werden relevante Key Design Indicators und Key Performance Indicators für Planung, Betrieb und Bewertung thermisch aktivierter Gebäudesysteme, darunter Speicherkapazität, Flexibilitätspotenzial, Komfort und Betriebsperformance.

Der Bericht enthält außerdem Key Messages und Policy Recommendations. Er empfiehlt, Gebäudeflexibilität in Regulierung und Energieausweisen sichtbar zu machen, Marktzugang über Aggregation zu ermöglichen, digitale Datenzugänge zu verbessern, Aus- und Weiterbildung zu stärken sowie Demonstrationsprojekte für „Flex-Ready Buildings" zu fördern. Insgesamt zeigt der Bericht, dass thermisch aktivierte Gebäudemasse eine technisch ausgereifte und skalierbare Speicherlösung darstellt, deren Potenzial durch Standardisierung, Anreizsysteme und speicherbewusste Betriebsführung deutlich besser genutzt werden kann.

Final Report Task 43 "Storage for renewables and flexibility through standardized use of building mass"