IEA ES Task 43: Standardisierte Nutzung von Gebäudemasse als Speicher für erneuerbare Energien und Netzflexibilität

Thermische Bauteilaktivierung nutzt Bauteilmassen zur Temperierung von Innenräumen, kann durch gezielte Überwärmung/Unterkühlung aber auch als Energiespeicher fungieren. Dieses Speicherpotenzial kann für lokale und netzgebundene erneuerbare thermische und elektrische Energie (Power2Heat) genutzt werden. Das Projekt erarbeitete neue Inhalte zu Fertigung, Regelung und Geschäftsmodellen solcher Speicher und verbreitete sie als Leitfäden, Daten und anhand bereits umgesetzter best-practice Objekte. Die ausführlichen Ergebnisse des Task 43 können im nationalen Ergebnisbericht oder in vollem Umfang im internationalen Task 43 Bericht nachgelesen werden.

Kurzbeschreibung

Die Energieversorgung des Gebäudesektors ist für 33% des Österr. Endenergiebedarfs verantwortlich und weist großes Potential für die Dekarbonisierung auf. Erneuerbare Energien kämpfen ohne geeignete Speicherlösungen aber mit Diskrepanzen zwischen Verfügbarkeit und Nachfrage. Gebäudemassen in Bestand und Neubau stellen aufgrund ihrer thermischen Trägheit bereits ein signifikantes Speicherpotential dar, das durch thermische Bauteilaktivierung nutzbar gemacht werden kann. Um die Chancen und Herausforderungen einer breiten Umsetzung dieser Technologie im internationalen Austausch zu identifizieren und entsprechende Lösungsansätze zu erarbeiten, wurde der vorliegende IEA-Task durchgeführt.

Zentrales Ziel des Tasks war es, thermische Bauteilspeicher bereit für eine multiplizierbare, effiziente und wirtschaftlich attraktive Umsetzung zu machen. Dazu wurden 4 Hauptfragestellungen in den jeweiligen Subtasks bearbeitet:

  1. Nachhaltige Materialien und multiplizierbare Konstruktionstechniken in Neubau und Sanierung wurden auf ihre Eignung für thermische Bauteilspeicher untersucht.
  2. Strategien für effiziente Systemintegration auf Gebäude- und Quartiersebene wurden erarbeitet und mit geeigneten Regelungsstrategien für Speicherbewirtschaftung und Lastmanagement kombiniert.
  3. Nicht-technische Herausforderungen und Barrieren für die Markteinführung von thermischen Bauteilspeichern wurden im internationalen Kontext analysiert und Handlungsempfehlungen zu deren Überwindung erarbeitet.
  4. KPIs (Key Performance indicators) für thermische Bauteilspeicher wurden entwickelt um Systeme vergleich- und bewertbar zu machen. Leitfäden für bauliche Umsetzung thermischer Bauteilspeicher inkl. Sensorik/ wurden ergänzend zu Demonstrator-Factsheets als Anknüpfungspunkt für potentielle Umsetzer erarbeitet.

Die nationalen Partner nahmen im Task zentrale Rollen ein, mit AEE INTEC als Task Manager und BEST als Leiter des Subtask B. Alle teilnehmenden österreichischen Institute brachten relevanten Ergebnisse und Erfahrungen aus abgeschlossenen bzw. laufenden Projekten ein. Ergebnisse des Task sind unter anderem:

  • Erhebung von Informationen und Messdaten zu erfolgreichen Umsetzungsprojekten in Österreich
  • Konstruktionstechniken und Fertigungskonzepte für thermische Bauteilaktivierung in Neubau und Sanierung, u.a. in Verbindung mit vorgefertigten Hüllelementen mit verschiedenen Materialien (z.B. Holz oder Lehm).
  • Entwicklung von prototypischen Systemkonzepten und Regelungsstrategien für thermische Bauteilspeicher auf Gebäude und Quartiersebene
  • Untersuchung des Einflusses von Lastmanagement auf Innenraumkomfort und NutzerInnen
  • Erarbeitung und Untersuchung neuer Geschäftsmodelle für Energie- und Flexibilitätshandel auf Gebäude und Quartiersebene

Durch zielgerichtete Verbreitung der Ergebnisse wurden Informationen effizient in den österr. Markt transferiert, die internationale Sichtbarkeit des österr. Forschungsstandorts erhöht und eine breite Umsetzung thermischer Bauteilspeicher gefördert.

Projekt-Bilder

Nutzungshinweis: Die unter Projekt-Bilder aufgelisteten Bilder stammen aus den Projekten, die im Rahmen der Programme Stadt der Zukunft, Haus der Zukunft und IEA Forschungskooperation entstanden sind. Sie dürfen unter der Creative Commons Lizenz zur nicht-kommerziellen Nutzung unter Namensnennung (CC BY-NC) verwendet werden.

Publikationen

IEA Energiespeicher (ES) Task 43: Standardisierte Nutzung von Gebäudemasse als Speicher für erneuerbare Energien und Netzflexibilität (Arbeitsperiode 2023 - 2026)

Thermische Bauteilaktivierung nutzt Bauteilmassen zur Temperierung von Innenräumen, kann durch gezielte Überwärmung/Unterkühlung aber auch als Energiespeicher fungieren. Dieses Speicherpotenzial kann für lokale und netzgebundene erneuerbare thermische und elektrische Energie (Power2Heat) genutzt werden. Das Projekt erarbeitete neue Inhalte zu Fertigung, Regelung und Geschäftsmodellen solcher Speicher und verbreitete sie als Leitfäden, Daten und anhand bereits umgesetzter best-practice Objekte. Die ausführlichen Ergebnisse des Task 43 können im nationalen Ergebnisbericht oder in vollem Umfang im internationalen Task 43 Bericht nachgelesen werden. Schriftenreihe 58/2026
Christoph Rohringer, Daniel Muschick, Paul Lampersberger, Michael Moltinger
Herausgeber: BMIMI
Deutsch, 34 Seiten

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Weitere Publikationen

Teilnehmende Staaten

Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland (limited sponsor), Italien, Kanada, Norwegen, Österreich (Leitung), Schweden, Spanien, Vereinigtes Königreich

Kontaktadresse

Projektleitung

DI Christoph Rohringer
AEE INTEC
Feldgasse 19, 8200 Gleisdorf
E-Mail: c.rohringer@aee.at

Projektmitarbeit

Dr. Daniel Muschick
BEST - Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH
Inffeldgasse 21b, 8010 Graz
E-Mail: daniel.muschick@best-research.eu

Paul Lampersberger
e7 energy innovation & engineering
Ingenieurbüro für Energie- und Umwelttechnik
Walcherstraße 11, 1020 Wien
E-Mail: paul.lampersberger@e-sieben.at

DI Michael Moltinger
Fachhochschule Salzburg GmbH
Campus Kuchl: Markt 136a, 5431 Kuchl
E-Mail: michael.moltinger@fh-salzburg.ac.at