ÖGUT Umweltpreis 2026 verliehen
Zum 39. Mal würdigte die ÖGUT mit dem Umweltpreis Menschen und Organisationen, die mit Mut und Kreativität eine klimaneutrale, gerechte und nachhaltige Gesellschaft gestalten. Die Nominierten zeigen, wie die Transformation weiter gehen kann – mit konkreten Projekten, zielgerichteten Investitionen, Maßnahmen, Produkten, Dienstleistungen und Role Models.
Aus 182 Einreichungen wurden 29 Nominierungen in sechs Hauptkategorien und zwei Sonderpreisen von unabhängigen Jurys ausgewählt. Im Fokus standen Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Partizipation und herausragende Frauen* in der Umwelttechnik. Insgesamt wurden € 40.000 an Preisgeldern und zwei Medienpakete vergeben.
Monika Auer, Generalsekretärin der ÖGUT, und Stephan Renner, Geschäftsführer der ÖGUT, überreichten im Rahmen des ÖGUT-Jahresempfangs am 12. Oktober 2026 die Preise gemeinsam mit ÖGUT-Präsidentin Andrea Reithmayer und Vertreter:innen der Sponsoren. Das BMIMI unterstützte die drei Kategorien: "Klimaneutrale Stadt", "Mit Forschung & Innovation zur Kreislaufwirtschaft" und "Frauen in der Umwelttechnik".
Kategorie "Klimaneutrale Stadt"
Ausgezeichnet wurden Aktivitäten, die innovative Lösungsbausteine, Demonstrationsquartiere und Lernumgebungen für zukünftige Pionierstädte etablieren.
Preisträger: AEE INTEC und Green Energy Lab für „RENVELOPE" – Energy Adaptive Shell
AEE INTEC und Green Energy Lab entwickeln mit einem breiten Konsortium ein serielles Sanierungssystem für Bestandsgebäude, bei dem die Haustechnik vom Gebäudeinneren in die Außenhülle wandert. Die Sanierung erfolgt über vorgefertigte Fassadenmodule mit Dämmung, Fenstern, Sonnenschutz, Photovoltaik, Lüftung, Leitungen und Bauteilaktivierung zum Heizen und Kühlen.
Nominiert:
Kategorie "Mit Forschung & Innovation zur Kreislaufwirtschaft"
Die Jury hat Aktivitäten honoriert, die einen essenziellen Beitrag dazu leisten, lineare Wertschöpfungsketten zu Kreisläufen umzuwandeln und damit den primären Ressourceneinsatz radikal zu verringern.
Preisträger: Fachhochschule Salzburg GmbH für „futureBloc–S" – Recycling-Wandaufbau mit natürlichen Dämmstoffen
Die FH Salzburg hat gemeinsam mit regionalen Partnerunternehmen einen Wandaufbau entwickelt, dessen Hauptbestandteile aus Reststoffen von rückgebauten Gebäuden in der Region stammen. Abbruchbeton, Alt- und Kompostholz sowie Rindenextrakte ersetzen frische Materialien, die teils über weite Strecken transportiert werden müssten. Im weiteren Projektverlauf wurde der Aufbau als komplette Außenwand an einem Forschungs- und Bürogebäude am Campus Kuchl ausgeführt und dort messtechnisch mit einer konventionellen Referenzwand verglichen. Die Messergebnisse zeigen, dass der futureBloc-S sowohl bei Behaglichkeit als auch beim Wärmestrom mit dem etablierten System mithalten kann.
Nominiert
- Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Polymeric Materials and Testing (IPMT) für „circPLAST-mr" – Mechanisches Recycling von Kunststoffen: Von Abfall-Kunststoffen zu hochwertigen, spezifikationsgerechten Rezyklaten
- Montanuniversität Leoben, Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft für: StraTex – Sortier- und Aufbereitungsstrategien für Alttextilien zur Herstellung von stofflich verwertbaren Fraktionen
Kategorie "Frauen* in der Umwelttechnik"
Die Auszeichnung honoriert die Leistungen von Frauen* am Schnittpunkt von Umwelt und Technik und wird an Expertinnen* in Österreich vergeben, die Role Models für Karrieren in diesem Bereich sind.
Mit "Frauen*" sind alle Menschen gemeint, die sich als Frauen identifizieren oder als Frauen gelesen werden, einschließlich cis Frauen, trans Frauen, intergeschlechtliche Personen und nicht-binäre Personen.
In dieser Kategorie wurden zwei Preise vergeben, je nach der Dauer der Berufserfahrung (mehr oder weniger als fünf Jahre).
Preisträgerinnen
- Junior: Anna Siebenbrunner
- Senior: Bernadette Karner
Nominiert:
- Junior: Theresa Köffler
- Junior: Christina Liess
- Senior: Chiara Boscagli
- Senior: Edith Haslinger
Weitere Kategorien
- Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement (mit Unterstützung des BMLUK)
- Nachhaltige Kommune (mit Unterstützung des Österreichischen Städtebunds)
- Unternehmen am Weg zur Kreislaufwirtschaft (mit Unterstützung von Coca-Cola)
- Sonderpreis: Erneuerbare Energie (mit Unterstützung der Energiepark Forschungsstiftung)
- Sonderpreis der Magazine BUSINESSART und LEBENSART