IEA EGRD Workshop 17: Building Resilient and Robust Clean Energy Supply Chains - Challenges and Opportunities for a Sustainable Energy Transition

27. – 28. November 2025
JRC premises, Petten, The Netherlands

Da Regierungen und Industrie weltweit die Energiewende vorantreiben, ist der Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, die Energiesicherheit und die Klimaziele. Dieser Workshop brachte internationale Expert:innen zusammen, um innovative Lösungen, Forschungsschwerpunkte und politische Instrumente zur Überwachung und Stärkung der Lieferketten für saubere Energietechnologien zu erörtern.

Veranstalter

  • Joint Research Centre - European Commission
  • IEA experts group "R&D priority setting and evaluation (EGRD)"

Rückblick & Vortragsunterlagen

Resiliente und robuste Lieferketten für saubere Energietechnologien

Um Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sowie Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten, ist die Sicherung der Lieferketten für saubere Energietechnologien zu einer globalen Priorität geworden. Im Rahmen eines Workshops, der am 27.–28. November 2025 vom Joint Research Centre (JRC) und der IEA experts group "R&D priority setting and evaluation (EGRD) in Petten (Niederlande) organisiert wurde, diskutierten internationale Expert:innen innovative Lösungsansätze, Forschungsprioritäten und politische Instrumente zur Stärkung der Lieferketten für saubere Energietechnologien.

Hintergrund

Aktuell ist die Produktion von Schlüsseltechnologien wie Solar-PV, Windkraft, Batterien oder Elektrolyseuren geografisch konzentriert – insbesondere in China, das über 70 % der globalen Produktionskapazität für zentrale Technologien und bis zu 97 % für spezifische Vorprodukte (z. B. Batterieanoden oder Solar-Wafer) kontrolliert. Diese Abhängigkeit schafft energiepolitische Risiken für andere Regionen, insbesondere Europa. Europa hat daher den mit dem Net-Zero Industry Act (NZIA) auf den Weg gebracht. Bis 2030 soll die EU mindestens 40 % ihres jährlichen Bedarfs an Netto-Null-Technologien (z. B. Solar-PV, Windkraft, Batterien, Elektrolyseure, Wärmepumpen) selbst produzieren.

Daten als Grundlage für evidenzbasierte Politikgestaltung

Ein Konsens des Workshops war, dass hochwertige, detaillierte Daten die Basis für eine wirksame Politik sind. Aktuell sind verfügbaren Daten sind häufig fragmentiert, hinter kostenpflichtigen kommerziellen Paywalls verborgen oder weisen eine unzureichende technologische Detailtiefe auf – etwa in internationalen Handelscodes. Zudem sind die Lieferketten für Energietechnologien durch eine hohe Komplexität geprägt. Sie umfassen zahlreiche Komponenten, deren Herkunft und Handelsströme sich oft nur schwer nachvollziehen lassen.

Handlungsempfehlungen

  • Datenlücken durch Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) schließen, z. B. um unstrukturierte Unternehmensdaten (z. B. aus Pressemitteilungen) auszuwerten.
  • Internationale Zusammenarbeit und Zertifikate etablieren. Standardisierung von Handelscodes (z. B. neue CN- und PRODCOM-Codes für Netto-Null-Technologien) und den Aufbau öffentlicher Datenplattformen. (z. B. IEC-Typenzertifikate für Windturbinen), um die Herkunft von Komponenten zu identifizieren.
  • Entwicklung von Technologien, die weniger von kritischen Rohstoffen abhängig sind, sowie Ausbau der Kreislaufwirtschaft.
  • Ganzheitliche Bewertungen nutzen: Lebenszyklusanalysen (LCA) müssen Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsfaktoren integrieren, um „Burden Shifting" (z. B. Reduzierung von CO₂ auf Kosten der Biodiversität) zu vermeiden.
  • Da sich Lieferketten schnell ändern, sind Echtzeit-Monitoring-Tools und flexible politische Instrumente notwendig.

Fazit

Schutzmaßnahmen wie isolierte Zölle führen häufig zu Verlagerungen von produktionsstätten. Stattdessen sollte Forschung und Innovation (F&I) auf next-generation-Technologien fokussieren werden, die weniger von kritischen Rohstoffen abhängig sind (z. B. Festkörperbatterien, Perowskit-Solarzellen). Kreislaufwirtschaft gestärkt werden, um Sekundärrohstoffe (z. B. durch Batterierecycling) in Europa zu halten. Internationale Zusammenarbeit sollte vertieft werden, um globale Standards (z. B. ISO 22366 für Energieresilienz) und umfassende Lebenszyklusbewertungen (LCA) zu etablieren. Diese berücksichtigen nicht nur CO₂-Fußabdrücke, sondern auch Biodiversitätsverluste, soziale Kosten (z. B. Kinderarbeit im Kobaltabbau) oder Ressourcenverbrauch.

Quelle: Georgakaki, A., Piela, K., Black, C. (2026). Building Resilient and Robust Clean Energy Supply Chains: Challenges and Opportunities for a Sustainable Energy Transition. Joint Research Centre (JRC), European Commission.