IEA Wind Task 62: Sozialwissenschaften zur Unterstützung der Windenergieplanung und -beteiligung (Arbeitsperiode 2026 - 2027)
Kurzbeschreibung
Der IEA Wind Task 62 verfolgt das Ziel, den Einsatz und Ausbau von Windenergie sozial gerecht und nachhaltig zu fördern, indem bereits frühzeitig gesellschaftliche Beteiligung und proaktive Planungsprozesse eingesetzt werden. Dabei soll eine Win-win-win-Situation mit den Gemeinden, lokalen Behörden und der Windindustrie geschaffen werden. Der Task beschäftigt sich unter anderem mit Herausforderungen wie mangelnde Fairness in Planungsprozessen, Zunahme von Protesten gegen Wind-Projekte, neue visuelle Hilfsmittel für Planer:innen sowie finanzielle Herausforderungen.
Die internationale Zusammenarbeit lässt sich in fünf Work Packages gliedern:
- Sozio-technische Zusammenarbeit,
- Lokale Akzeptanz und Engagement,
- Auswirkung der Unternehmenskultur auf Planung und Gemeinschaften,
- Finanzielle Beteiligung und Geschäftsmodelle,
- Tools zur Verbesserung von Planung von Windenergieprojekten.
Das österreichische Projekt WindPlan ist Teil der internationalen Zusammenarbeit im Wind Task 62 der IEA. Ziel ist es, sozialwissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse in die Planung und den Ausbau von Windenergie zu integrieren, um:
- Regionale Anliegen zu berücksichtigen und die Beteiligung der lokalen Bevölkerung und Stakeholder von Anfang an aktiv einzubinden,
- Gesellschaftliche Dynamiken rund um den Ausbau der Windenergie besser zu verstehen,
- Zusammenarbeit zwischen Entwickler:innen, Gemeinden und Behörden zu unterstützen,
- Praxisorientierte Werkzeuge für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Ausbau der Windenergie zu entwickeln.
Getestet wird ein innovativer, partizipativer Planungsansatz, der lokale, regionale und föderale Planungsgrundlagen für Windenergieprojekte verbessert. Die zugrunde liegende Annahme dabei ist, dass Projekte, die auf Fairness, Transparenz und lokale Beteiligung setzen, eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit haben.
Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung und Erprobung der sogenannter LandscapeLabs! – eine interaktive Partizipationsmethode, die modernste 3D- und Datenvisualisierung mit Gamification- und Planspielmethoden kombiniert. Das Ziel ist, komplexe Planungsprozesse greifbar zu machen und die Beteiligung aller relevanten Gruppen zu fördern. Besonders berücksichtigt werden dabei die Gruppe der Frauen, einkommensschwache Haushalte und Wähler:innen (rechts)populistischer Parteien, die in energiepolitischen Entscheidungen häufig unterrepräsentiert sind. Ihre Perspektiven und Narrative werden zusätzlich durch Interviews und die Entwicklung von Personas in die LandscapeLabs! integriert.
Erwartete Ergebnisse
- Entwicklung und Erprobung neuer partizipativer und inklusiver Planungsansätze für den Windenergieausbau in Österreich,
- Verbesserung der Planungsgrundlagen für eine regionale Windkraftzonierung,
- Steigerung der Akzeptanz von Windenergie in der Projektregion,
- Ein Best-Practice Beispiel das als regionales und internationales Vorbild dient,
- Direkte Unterstützung der nationalen und internationalen Klima- und Energieziele.
Teilnehmende Staaten
Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland (Leitung), Japan, Kanada, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, USA (Leitung), Vereinigtes Königreich
Kontaktadresse
Projektleitung
Patrick Scherhaufer
Universität für Bodenkultur
Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik
Feistmantelstraße 4, 1180 Wien
E-Mail: patrick.scherhaufer@boku.ac.at
Web: boku.ac.at/wiso/ifer
Projektmitarbeiter
Thomas Schauppenlehner, Karl Bittner und Beatrix Schiesser
Universität für Bodenkultur
Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung
Peter-Jordan-Straße 65, 1180 Wien
E-Mails: thomas.schauppenlehner@boku.ac.at; karl.bittner@boku.ac.at; beatrix.schiesser@boku.ac.at
Web: boku.ac.at/en/cf/lila und landscapelab.boku.ac.at