Foto: Frontansicht des sozialen Wohnbaus Mühlweg in Wien

IEA Wind Task 27 - Gütesiegel für Kleinwindkraft­anlagen

Kleinwindkraft entwickelt sich zusehends zu einer weiteren Option im Bereich der Erneuerbaren Energie. Die neue EU Gebäuderichtlinie, aber auch generelle Diskussion über lokale Stromerzeugung, vor allem auch im urbanen Raum, geben der Kleinwindkraft neue Perspektiven. Durch die Anbindung an den IEA-Wind Task 27 sind österreichische AkteurInnen im Kleinwindbereich international vernetzt. Durch Gründung einer nationalen Arbeitsgruppe Kleinwindkraft und Abhaltung von jährlichen Kleinwindtag­ungen wird eine Vernetzung forciert und weitere Impulse für Forschung, Entwicklung, Qualitätssicherung und Markteinführung in dieser jungen Technologie gegeben werden.

Status

Laufend

  • November 2013 - Februar 2016

Kurzbeschreibung

Kleinwindkraft entwickelt sich zusehends zu einer weiteren Option im Bereich dezentraler erneuerbarer Energieerzeugung. Die neue EU Gebäuderichtlinie aber auch generelle Diskussion über lokale Stromerzeugung eröffnen vor allem in urbanen Gebieten neue Perspektiven für die Kleinwindkraft. Um zukünftig eine Marktdurchdringung ähnlich jener der Photovoltaik zu ermöglichen sind jedoch noch einige Herausforderungen zu lösen. Die ExpertInnen des IEA Wind Task 27 setzen sich daher seit 2008 mit unterschiedlichen Problemstellungen im Bereich der Kleinwindkraft auseinander. Neben der Entwicklung eines vereinfachten Zertifizierungsverfahrens für Kleinwindkraftanlagen um Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit von Kleinwindkraftanlagen dauerhaft sicher zu stellen, beschäftigen sich die ExpertInnen des Task 27 der IEA Wind seit 2013 schwerpunktmäßig mit dem Einsatz von Kleinwindkraftanlagen in Gebieten mit turbulenten Strömungsbedingungen, wie sie vor allem in dicht bebauten Gebieten vorherrschen.

Im Zuge der Mitarbeit im IEA Wind Task 27 werden durch die Technikum Wien GmbH folgende Forschungsschwerpunkte bearbeitet und in die Kooperation eingebracht:

Im 2014 abgeschlossenen nationalen Forschungsprojekt „Kleinwindkraftanlagen“  wurde ein vereinfachtes Zertifizierungsverfahren für Kleinwindkraftanlagen entwickelt. Ohne Abstimmung bzw. Harmonisierung mit den laufenden internationalen Aktivitäten und daraus eventuell resultierenden Vorschriften läuft man jedoch Gefahr, dass ein Gütesiegel geschaffen wird, das lediglich in Österreich akzeptiert wird. Durch die aktive Mitarbeit im IEA Wind Task 27 soll sichergestellt werden, dass die nationalen Bestrebungen zur Schaffung eines vereinfachten Zertifizierungsverfahren mit den internationalen Aktivitäten auf diesem Gebiet abgestimmt und harmonisiert werden. Damit erhalten österreichische Prüf- und Zertifizierungsstellen die Möglichkeit international anerkannte Zertifizierungen für Kleinwindkraftanlagen durchzuführen. Darüber hinaus bietet ein international anerkanntes Gütesiegel bzw. Zertifikat österreichischen Herstellern die Möglichkeit ihre Produkte ohne zusätzliche Zertifizierungskosten auch international zu vertreiben.

Im 2014 gestarteten Forschungsprojekt „Urbane Windenergie“ werden die Grundlagen für die technische Beurteilung des Einsatzes von Kleinwindenergieanlagen (KWEA) im urbanen Raum geschaffen. Dabei werden einerseits Methoden zur Charakterisierung von turbulenten Strömungsfeldern entwickelt und andererseits die Auswirkungen von turbulenten Strömungsbedingungen anhand ausgewählter Turbulenzeigenschaften auf die Performance von KWEA analysiert. In einer experimentellen Wirkungsanalyse werden dazu planungs- und sicherheitstechnischen Aspekte an einem Vertikal- und einem Horizontalläufer sowohl an einem urbanen als auch einem ländlichen Standort untersucht. Auf Basis dieser Ergebnisse wird ein Standort-Bewertungsschema für die Errichtung von KWEA in dicht besiedelten Gebieten entwickelt.

Darüber hinaus soll durch Gründung einer nationalen Arbeitsgruppe Kleinwindkraft eine dauerhafte Vernetzung der österreichischen Stakeholder im Bereich der Kleinwindkraft sichergestellt werden. Die Organisation einer jährlichen Kleinwindkrafttagung in Österreich soll darüber hinaus die Anbindung der österreichischen Kleinwind-Community an internationale Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Kleinwindkraft sicherstellen und durch wechselseitigen Erfahrungsaustausch mit internationalen ExpertInnen für neue Impulse sorgen.

Zusammengefasst sollen durch die aktive Mitarbeit im IEA Wind Task 27 folgende nationale Ziele erreicht werden:

  • Anbindung der österreichischen Stakeholder im Bereich der Kleinwindkraft an internationale Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durch aktive Mitarbeit im IEA Wind Task 27
  • Entwicklung und Harmonisierung der nationalen Anforderung für die Planung und Zertifizierung von Kleinwindkraftanlagen
  • Erstellung von jährlichen Survey Reports über den Stand der Kleinwindkraft in Österreich
  • Etablierung einer Arbeitsgruppe „Kleinwindkraft“ für einen dauerhaften Informationsaustausch und laufende Innovationsimpulse
  • Organisation einer jährlichen Kleinwindkrafttagung mit internationaler Beteiligung

Publikationen

Teilnehmende Staaten

Australien, China, Dänemark, Irland, Italien, Japan, Korea, Österreich, Spanien, USA

Beobachter: Argentinien, Frankreich

Kontaktadresse

Technikum Wien GmbH

Kurt Leonhartsberger, MSc.

Institut für Erneuerbare Energie

Giefinggasse 6

1210 Wien

kurt.leonhartsberger@technikum-wien.at

Diese Seite teilen ...

zum Anfang