IEA Hydrogen Task MMV: Messung, Überwachung und Verifikation für unterirdische Wasserstoffspeicher und Transportinfrastruktur
Kurzbeschreibung
Ziele
Ziel des österreichischen Beitrags ist die Entwicklung und Erprobung wissenschaftlich fundierter, harmonisierter Strategien zur Messung, Überwachung und Verifikation (MMV) im Bereich der unterirdischen Wasserstoffspeicherung und -verteilung. Diese sollen als Grundlage für künftige technische Standards und Regelwerke dienen und die Sicherheit, Umweltverträglichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz der Wasserstoffinfrastruktur in Österreich stärken.
Konkret wird die Integration internationaler Erkenntnisse aus dem IEA Hydrogen TCP in österreichische Normungsprozesse und Richtlinien (z. B. H-Richtlinien der ÖVGW) angestrebt. Damit leistet Österreich einen zentralen Beitrag zur Standardisierung und Skalierung sicherer H2-Technologien im europäischen Kontext.
Inhalte und Subtaskaufgaben
Der österreichische Beitrag fokussiert auf drei Kernbereiche:
1. Leckageverhalten und Detektionsmethoden
- Untersuchung physikalischer und geochemischer Prozesse bei Wasserstofffreisetzungen im Untergrund (Porenräume, Kavernen, Leitungen).
- Bewertung und Vergleich existierender Detektionsmethoden (sensorbasiert, geophysikalisch, geochemisch).
- Entwicklung von Bewertungsparametern zur Klassifikation von Leckageszenarien.
2. Monitoring- und Verifikationsstrategien (MMV)
- Aufbau eines methodischen Rahmens für Monitoringkonzepte, inkl. Sensorintegration, Datenmanagement und Auswerteverfahren.
- Abstimmung mit internationalen Partnern zu harmonisierten Vorgehensweisen (z. B. gemeinsame Datenschemata, Messprotokolle).
- Erarbeitung von Leitfäden zur sicheren Anwendung von MMV-Technologien in realen Speicher- und Pipelineprojekten.
3. Integration, Dissemination und Regelwerksentwicklung
- Übersetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in anwendungsnahe Empfehlungen für Industrie und Behörden.
- Unterstützung der ÖVGW-Fachgremien bei der Weiterentwicklung der H-Richtlinien und des technischen Regelwerks.
- Durchführung von Stakeholder-Workshops und Beiträgen zu Fachveranstaltungen
- Sicherstellung des Wissenstransfers zwischen Forschung, Industrie und Regulierung.
Erwartete Ergebnisse
Die Ergebnisse werden ein harmonisiertes MMV-Konzept für unterirdische H₂-Infrastrukturen, das internationale Best Practices mit österreichischer Anwendungspraxis verbindet, umfassen. Es sollen technisch validierte Ansätze zur Leckageerkennung und -bewertung unter realitätsnahen Bedingungen erarbeitet und Empfehlungen für die Integration in nationale Normen und Richtlinien (ÖVGW H-Richtlinien, TRAS, OVE/ÖNORM) gegeben werden. Die Erkenntnisse werden als wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlagen für Behörden, Betreiber und Planer zur Risikominimierung aufgearbeitet. Dadurch sollen österreichische Fachgremien im internationalen Regelwerksdiskurs gestärkt werden. Das Projekt stellt einen erhöhten Wissenstransfer und Sichtbarkeit österreichischer Expertise im IEA Hydrogen TCP Netzwerk sicher.
Teilnehmende Staaten
Australien, Belgien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Kanada, Irland, Israel, Italien, Japan, Korea, Marokko, Niederlande (Leitung), Neuseeland, Norwegen, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz, UK, USA, Europäische Union
Kontaktadresse
Projektleitung
Dr. Thomas Stöhr
HyCentA Research GmbH
Inffeldgasse 15, A-8010 Graz
E-Mail: stoehr@hycenta.at
Projektpartner
Dipl. Ing. Michael Obermann PhD
Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach – ÖVGW
Schubertring 14, A-1010 Wien
E-Mail: obermann@ovgw.at