Energieforschungserhebung 2019 - Ausgaben der öffentlichen Hand in Österreich. Erhebung für die IEA

Die Ausgaben der öffentlichen Hand für Energieforschung betrugen im Jahr 2019 149,1 Mio. Euro. An erster Stelle liegt der Bereich Energieeffizienz (insb. E-Mobilität, Industrie und Gebäude), gefolgt von Erneuerbaren (insb. Bioenergie und Photovoltaik) sowie „Übertragung und Speicher“.

Bibliographische Daten

Energieforschungserhebung 10/2020
A. Indinger, M. Katzenschlager
Herausgeber: BMK
Deutsch, 134 Seiten

Inhaltsbeschreibung

Die Ausgaben der öffentlichen Hand für Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte im Energiebereich betrugen im Jahr 2019 149,1 Mio. Euro. Aufgrund einer Korrekturmeldung wurden auch die Ausgaben für das Jahr 2018 neu berechnet: Sie liegen bei 151,4 Mio. Euro, das ist der bisher höchste in Österreich je erhobene Wert. Im Jahresvergleich ergibt sich somit für das Jahr 2019 ein geringer Rückgang der öffentlichen Energieforschungsausgaben um 2,3 Mio. Euro bzw. 1,5 %.

An erster Stelle liegt – wie bereits in den Jahren zuvor – der Bereich „Energieeffiziente Endverbrauchstechnologien" mit Aufwendungen von 74,9 Mio. Euro. Dieser Wert stellt eine starke Steigerung im Vergleich zu 2018 von 8,1 Mio. Euro dar. Die Elektromobilität ist hier ein wichtiges Forschungsfeld mit insg. 15,4 Mio. Euro im Jahr 2019, ebenso Energieeffizienz in der Industrie mit 14 Mio. Euro und energieeffiziente Gebäude mit 13,1 Mio. Euro. Mit großem Abstand folgen die Bereiche „Erneuerbare Energie" mit 23,5 Mio. Euro (hier insbesondere die Biomasse und Photovoltaik) und „Übertragung, Speicher und andere" mit 20,5 Mio. Euro. An vierter Stelle liegen die „Querschnittsthemen" mit 17,7 Mio. Euro, die auch Projekte enthalten, die in zumindest zwei der großen Themenbereiche angesiedelt sind. Die gesamten Ausgaben bei „Wasserstoff und Brennstoffzellen" stiegen auch 2019 das fünfte Jahr in Folge weiter an und erreichten 9,4 Mio. Euro. Die Themenbereiche „Kernenergie" (1,6 Mio. Euro) und „Fossile Energie" (1,5 Mio. Euro) liegen in der Mittelausstattung vergleichsweise weit zurück und haben auch keine Priorität in der öffentlich finanzierten Energieforschung in Österreich.

Rund zwei Drittel der in diesem Bericht dargestellten Ausgaben stellten direkte Finanzierungen durch Förderstellen dar (Bund, Länder, Fonds), den verbleibenden Anteil machte die mit Bundes- bzw. Landesmitteln grundfinanzierte Eigenforschung (durch sog. „Eigenmittel") an Forschungseinrichtungen aus. Der Klima- und Energiefonds ist seit 2008 und auch 2019 wieder die Institution mit den höchsten Finanzierungen der öffentlichen Hand für F&E: 41,8 Mio. Euro. Allerdings hatten die Investitionen des Klima- und Energiefonds einen deutlichen Rückgang um 21,5 Mio. Euro zu verzeichnen. Die Bundesministerien stellten im Jahr 2019 mit 39,8 Mio. Euro deutlich mehr Mittel als im Jahr davor zur Verfügung. Davon wurden 27,0 Mio. Euro dem (damaligen) Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie zugeordnet. Die Basisprogramme der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft waren nach dem Klima- und Energiefonds die zweite der in dieser Erhebung erfassten Institution mit einem Rückgang, 2019 wurden über themenoffene Programmlinien Projekte mit 13,2 Mio. Euro unterstützt (minus 1,9 Mio. Euro). Die von den Bundesländern für 2019 genannten Ausgaben betrugen wie auch im Jahr davor 2,6 Mio. Euro. Das AIT dominierte mit 29,0 Mio. Euro den Eigenmitteleinsatz in der Energieforschung bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die Eigenmittelaufwendungen der Universitäten und Fachhochschulen nahmen deutlich zu.

Rund 1.000 Projekte und Aktivitäten wurden für 2019 erfasst. 66,0 % der Mittel wurden dabei für angewandte Forschung eingesetzt. Die Investitionen in die erstmalige Demonstration haben mit 15,5 % erstmals die der experimentellen Entwicklung (12,0 %) überholt. Die Investitionen in die energiebezogene Grundlagenforschung stellen mit 6,4 % in dieser Betrachtung die Kategorie mit dem kleinsten Anteil dar.

 

 

Die Bedeutung der Energieforschung – gemessen an den Investitionen der öffentlichen Hand – stagniert im letzten Jahrzehnt, was Vergleiche mit der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (im Jahr 2019 wurde ein Anteil von 0,037 % erreicht) und der allgemeinen Forschungsausgaben in Österreich (Anteil von 3,4 %, der niedrigste Wert der letzten zehn Jahre) belegen.

Die genderspezifische Auswertung von Projektdaten zeigt, dass Österreich – was die Beteiligung von Frauen in Energieforschungsprojekten betrifft – durchaus Nachholbedarf hat. 18,7% der 230 ausgewerteten Projekte werden von Frauen geleitet. Konsortialführerinnen leiten im Durchschnitt jedoch kleinere Projekte als ihre männlichen Kollegen. Der Anteil an Technikerinnen in den Projekten beträgt 14,6 %.

Die Studie wird am 8. Juli 2020 beim "Webinar Energiewende" vorgestellt.

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