Foto: Frontansicht des Wohnhauses in der Makartstraße, Linz

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 3/1999
Marktentwicklung der Solar- und Wärmepumpentechnik in Österreich

Übersicht über den Einsatz von Solar- und Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen

Inhaltsbeschreibung

Der Solarmarkt in Österreich 1998

Im Jahre 1998 wurden in Österreich ca. 240.352 m² Kollektoren produziert, davon etwa 81,5% Standard-Kollektor, 0,7% Vakuum-Kollektor und 17,8% Kunststoff-Absorber. Dies entspricht einem Zuwachs von 0,5% bei den Standard-Kollektoren und einem Abfall von -11% bei den Kunststoff-Absorbern, jeweils im Vergleich zum Vorjahr. Mit der Produktion von Vakuum-Kollektoren wurde in Österreich erst im Jahre 1998 begonnen.

Das Inlandsmarktvolumen lag mit 197.966 m2 um ca. 21.300 m² unter den im Jahre 1997 erzielten Verkaufswerten. Die im Jahre 1998 in Österreich installierte Kollektorfläche teilt sich wie folgt auf die Kollektortypen auf: 82% Standard-Kollektor, 16% Kunststoff-Kollektor und 1% Vakuum-Kollektor.

Bei der regionalen Aufteilung der zur Warmwasserbereitung und Raumheizung installierten Kollektorfläche lag im Jahre 1998 Niederösterreich mit 26% an der Spitze, gefolgt von Oberösterreich mit 23% und der Steiermark mit 16%. Bei den Kunststoff-Kollektoren lag im Jahre 1998 Oberösterreich mit 47% an der Spitze, gefolgt von Niederösterreich mit 16%, von der Steiermark mit 10% und von Tirol mit 8%.

Ende 1997 waren in Österreich ca. 1,869.560 m² Kollektoren installiert - abzüglich der Kollektoren mit Betriebszeiten über 20 Jahre, davon entfallen auf Standard-Kollektoren 70%, auf Kunststoff-Kollektoren 29% und auf Vakuum-Kollektoren 1%.

Der Jahreswärmeertrag der Solaranlagen liegt derzeit bei etwa 632 GWh/Jahr. Dies entspricht einem Jahres-Heizöläquivalent von thermischen Solaranlagen von 98.331 Tonnen Heizöl pro Jahr. Bezogen auf Heizöl (extra leicht) ergibt sich bei den thermischen Solaranlagen derzeit eine Reduktion der energiebedingten Kohlendioxidemissionen um 290.000 Tonnen pro Jahr.

Der Photovoltaikmarkt in Österreich

Im Jahre 1998 wurden in Österreich photovoltaische Systeme mit einer Gesamtleistung von etwa 653 kW (peak) installiert, entsprechend einer Zunahme von 184 kW (+39%) gegenüber dem Vorjahr. Davon werden 17,3% autark betrieben ("Inselbetrieb"), 69,2% sind mit dem öffentlichen Netz gekoppelt und etwa 13,5% entfallen auf diverse Kleingeräte.

Der bevorzugte Solarzellentyp für die im Jahre 1998 installierten Photovoltaikanlagen war die polykristalline Solarzelle mit einem Anteil von 90%.

Bei der Bundesländer-Statistik 1998 liegt bei allen Photovoltaik-Anwendungen die Steiermark mit 25% Marktanteil an der Spitze, gefolgt von Wien mit 21% und Vorarlberg mit 19%.

Ende 1998 waren in Österreich Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 2.861 kW(peak) im Einsatz. Davon entfallen 59,4% auf netzgekoppelte Anlagen, 21,4% auf autark betriebene Anlagen ("Inselbetrieb") und 19,2% verteilen sich auf diverse Kleingeräte. Nach dem Solarzellentyp liegt die polykristalline Solarzelle mit 71,8% an der Spitze, gefolgt von der monokristallinen Solarzelle mit 27,4% und der amorphen Solarzelle mit 0,7. Die Bundesländer-Statistik führt Oberösterreich mit 34,9% an, gefolgt von der Steiermark mit 14,9% und Niederösterreich mit 13,5%: Stand Ende 1998.

Geht man von einem jährlichen Stromertrag von 700 kWh pro installierter Leistung von 1 kW (peak) aus - Mittelwert zwischen autarken und netzgekoppelten Anlagen - , dann beträgt der derzeitige Beitrag der Photovoltaik zur Stromaufbringung in Österreich etwa 2.000 MWh/Jahr (2 GWh/Jahr).

Zusammenfassend ergibt sich ein positives Bild für die Markteinführung von Photovoltaikanlagen in Österreich. Obwohl Solarmodule in Österreich derzeit nicht produziert werden, konnte der Markt für in Österreich produzierte Wechselrichter und Einkapselungsmaterialien für Solarzellen - mit einem hohen Exportanteil - ausgebaut werden.

Der Wärmepumpenmarkt in Österreich

Der Einsatz von Wärmepumpen in Osterreich bezieht sich auf Warmwasserbereitung, Raumheizung, Wärmerückgewinnung und Schwimmbadentfeuchtung.

Im Jahre 1998 wurden in Osterreich ca. 1.960 Brauchwasser-Wärmepumpen und ca. 1.365 Heizungs-Wärmepumpen produziert. Die Produktion ist gegenüber 1997 bei den Heizungs-Wärmepumpen um +3% angestiegen und bei den Brauchwasser-Wärmepumpen um -3% abgefallen.

Der Inlandsmarkt für Brauchwasser-Wärmepumpen lag im Jahre 1998 bei 2.940 Stück und ist gegenüber dem Jahre 1997 um -19% zurückgegangen. Bei den Heizungs-Wärmepumpen lag der Inlandsmarkt bei 1.840 Stück, entsprechend einem Zuwachs von +15% im Vergleich zum Jahre 1997. Im Jahre 1998 wurden zusätzlich ca. 39 Wärmepumpenanlagen zur Wärmerückgewinnung mit Heizleistungen über 40 kW und ca. 81 Wärmepumpengeräte zur Schwimmbadentfeuchtung installiert.

Insgesamt wurden im Jahre 1998 4.900 Wärmepumpenanlagen in Osterreich installiert, davon 60,0% zur Warmwasserbereitung, ca. 37,6% zur Raumheizung mit Heizleistungen s40 kW, ca. 0,8% zur Raumheizung mit Heizleistungen > 40 kW und ca. 1,7% zur Wärmerückgewinnung inklusive Schwimmbadentfeuchtung.

Ende 1998 waren in Osterreich etwa 143.983 Wärmepumpenanlagen installiert, davon 77,4% zur Warmwasserbereitung, 21,6% zur Heizung und 1,1% zur Wärmerückgewinnung, jeweils bezogen auf die Stückzahl.

Das bevorzugte Wärmepumpen-Heizungssystem war im Jahre 1998 die Erdreich/Wasser-Wärmepumpe mit einem Marktanteil von 78,3%, gefolgt von der Wasser/Wasser-Wärmepumpe mit 14,9% und der Luft/Wasser-Wärmepumpe mit 6,8% des Inlandsmarktvolumens. Bei den Erdreich-Wärmepumpen dominieren heute die Systeme mit Direktverdampfung, mit einem Marktanteil von 63%.

Der größte Einsatz der Heizungs-Wärmepumpe lag im Jahre 1998 im Heizleistungsbereich bis 15 kW mit einem Marktanteil von 79,8%.

Nach der geltenden Gesetzeslage haben sich seit dem Jahre 1993 die in Wärmepumpen eingesetzten Kältemittel von den vollhalogenierten Kältemitteln (z.B. R12) zu den teilhalogenierten (z.B.R22) und chlorfreien Kältemitteln (R290 (Propan), R134a, R404a, R407c, R1290) verlagert.

Nach der Bundesländer-Statistik für Wärmepumpenanlagen in Österreich lag im Jahre 1998 bei der Brauchwasser-Wärmepumpe weiterhin Niederösterreich mit 31% an der Spitze. Bei der Heizungs-Wärmepumpe führt auch im Jahre 1998 Oberösterreich mit 46%, bezogen auf die Stückzahl, die Bundesländer-Statistik an.

Die im Jahre 1998 installierte Heizleistung von Wärmepumpen liegt bei 39,0 MW, davon entfallen auf die Warmwasserbereitung 4,0 MW und auf Heizung und Wärmerückgewinnung 35,0 MW. Die gesamte installierte Heizleistung der Ende 1998 in Österreich betriebenen Wärmepumpen liegt bei ca. 709 MW und der Jahreswärmeertrag beträgt ca. 1.714 GWh/Jahr, wobei davon 1.034 GWh/Jahr auf die erneuerbare Energiequelle Umweltwärme entfallen.

Der Jahreswärmeertrag der Wärmepumpentechnik in Osterreich entspricht derzeit einem (fiktiven) Jahres-Heizöläquivalent von ca. 231.033 Tonnen/Jahr. Daraus leiten sich - fiktiv - vermiedene Kohlendioxid-Emissionen von 681.000 Tonnen Kohlendioxid/Jahr am Einsatzort ab. Werden die bei der Stromerzeugung in Osterreich zum Antrieb der Wärmepumpen verursachten Kohlendioxid-Emissionen berücksichtigt (überregionale Betrachtung), dann ergeben sich vermiedene Kohlendioxid-Emissionen durch Wärmepumpenanlagen in Österreich von derzeit 456.000 Tonnen Kohlendioxid/Jahr.

Bibliographische Daten

Marktentwicklung der Solar- und Wärmepumpentechnik in Österreich
Gerhard Faninger (IFF Studienzentrum Klagenfurt)

Berichte aus Energie- und Umweltforschung 3/1999
Im Auftrag des Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr
89 Seiten
Klagenfurt, Mai 1999

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